13Februar
2020

Dem Tee auf der Spur

Nach einer ziemlich stressfreien Busfahrt (in Malaysia gibt es auch normale Sitzbusse und nicht nur ominöse Schlaf/Liegebusse) erreichten wir Tanah Rata, den Hauptort in den Cameron Highlands. Wie die Bezeichnung „Highlands“ bereits suggeriert, liegt die Region ziemlich hoch, sodass auch unser Ort über 1000 Meter Höhe gelegen war. Die umliegenden Berge erreichen gar Höhen von deutlich über 2000 Metern. Durch die frostigen Klimaanlagentemperaturen während unserer Busfahrt waren wir bereits sensibilisiert für die deutlich kühleren Wetterlagen die uns in Tanah Rata erwarteten. Bei ca. 20 Grad spuckte uns der Bus in dem kleinen Örtchen aus. Wir liefen zum Hostel, welches sich als sehr gute Wahl entpuppte. Sonderlich ästhetisch war Tanah Data als Ort nun wirklich nicht, wie wir bei einer ersten Ortsbegehung am frühen Abend feststellen durften, dafür gab es eine ziemlich ausgeprägte Infrastruktur und viele Restaurants. Wir beschlossen uns indisch essen zu gehen und tüftelten dabei unseren Plan für den folgenden Tag aus. Wir beschlossen auf eigene Faust die Highlands zu erkunden und keine der omnipräsenten Tourangebote (zu denen man auch sehr gedrängt wurde…) in Anspruch zu nehmen. 

So starteten wir am nächsten Morgen dynamisch in unseren mir zahlreichen Programmpunkten gespickten Tag. Mit einem halben Liter Kaffee im Magen liefen wir zum Rollerverleih um uns unser Gefährt für den Vormittag abzuholen. Bereits das dafür notwendige Überqueren der Straße stellte sich frühmorgens als intellektuelle Herausforderung dar, schließlich gilt in Malaysia aufgrund der früheren britischen Kolonialvergangenheit Linksverkehr. Todesmutig und gleichzeitig herausgefordert von der mentalen Challenge den Straßenverkehr gespiegelt zu bewältigen, übernahm ich den Roller und schon brausten wir die kurvige Bergstraße empor zu unserem ersten Ziel des Tages: Die Boh Tea Farm. Boh ist der bekannteste und größte malaiische Teehersteller. Die Plantage war sehr beeindruckend. Teilweise verhangen von tiefhängenden Wolken und leichtem Nebel, waren die mit Teepflanzen bewaldeten Berge und Hügel sehr beeindruckend. Die verschiedenen Grüntöne waren sehr schön anzusehen. Ein Teil der Produktion konnte mit einer „Führung“ (diese beschränkte sich auf 2 Minuten verbalen Input) angesehen werden. Die Teepflanzen können demnach alle 4 Wochen geerntet werden und dann erfolgt ein Trocknungsprozess der zu unserem Erstaunen wohl nur wenige Stunden dauert. Wir kauften ein wenig Tee im angrenzenden Shop, der äußerst erschwinglich war, schließlich hatten wir es hier mit einem Massenhersteller und weniger einem Luxusproduzenten zu tun. Dann gab es auf einer Terrasse noch einen Tee zu trinken, begleitet von leckerem Teegebäck. Erneut schwangen wir uns auf unseren mobilen Untersatz, und düsten durch die herrliche Natur wieder in Richtung Tanah Rata. Wir hielten mittags an einer Erdbeerfarm und nutzen die Gelegenheit frische Erdbeeren selbst pflücken zu können - ein Unterfangen bei dem Conni mit der Aussenwirkung einer langjährigen Biobäuerin mit Kennerblick nur die besten Früchte auswählte. Danach gab es bei dieser Farm für uns beide auch ein Mittagessen, welches ganz im Zeichen der Erdbeere stand. So gab es das traditionelle Essen Nasi Lemak (Hähnchen, natürlich halal, Reis, ein Spiegelei, geröstete Erdnüsse und eine scharfe Soße) in modifizierter Form mit einer Art Erdbeerreis als Beilage. Derart gestärkt gingen wir in den körperlich aktiven Part des Tages über und begaben uns an den Startpunkt unserer geplanten Wanderung. Bei mittlerweile wieder starken Sonnenschein stapften wir auf eine Bergspitze (immerhin ca. 1700 Meter ü.N.) und bestaunten den Ausblick auf die umliegende Natur und die Teeplantagen. Am späten Nachmittag ging es zu einer weiteren Teeplantage und zwar vom Label „Cameron Highlands Tea“. Dieser Hersteller ist (noch) günstiger als Boh Tea und die Teeplantage lag tiefer im Tal als jene die wir am Vormittag besucht hatten. Wir stärkten uns mit Masala Tee und Schwarztee und kamen überein, dass uns der Tee hier besser schmeckte als am Vormittag bei Boh Tea. Wir genossen erneut den tollen Ausblick auf die Berge und schlenderten dann noch eine weile durch die Teefelder. Dann ging es zurück nach Tanah Rata und nach einem Abendessen fielen wir müde ins Bett und ließen den Tag bei einem Film ausklingen. 

Nun sitzen wir wieder im Bus - es geht wieder an die Küste! Unsere nächste Destination, ganz im Nordwesten von Malaysia, ist Penang, welches auch Georgetown genannt wird. Dort wollen wir ein paar Tage verbringen um dann auf die Insel Langkawi weiterzufahren! Wir tauschen also die Teeberge wieder gegen das Meer ein, haben nun aber Highland Tee im Gepäck als schöne Erinnerung an diesen definitiv besuchenswerten Ort. 

11Februar
2020

Der asiatische Melting Pot

Kuala Lumpur, eine Stadt wo man nicht weiß wie man anfangen soll. Also am besten einmal von vorne. Nach einem dreistündigen Flug sind Keno und ich gut am Flughafen gelandet und haben ein Grab in die Stadt genommen. Wir fuhren bis zu einem großen Hochhaus und gespannt entdeckten wir das Areal in welchem wir uns eine Unterkunft für drei Nächte gebucht hatten. Ein Apartment im 18ten Stock mit einem guten Blick über die Stadt (ok, es war wohl eher ein Baustellenblick, mit den Kränen die am Bau eines weiteren Hochhauses arbeiteten aber doch sehr spektakulär), ein Pool und ein Fitnessstudio und last but not least ein Rooftop Pool in der 42ten Etage mit Blick auf die Petronas Tower. Doch bevor wir ein Bad in diesem nahmen entschieden wir aufgrund gegebener Opportunitäten für das Frühstück in den eigenen vier Wänden einkaufen zu gehen. Auf dem Weg zum Supermarkt legten wir einen Stop ein, den wir im vorher nicht auf unserer Agenda stehen hatten. Als neu zertifizierte Open Water Diver gibt es nun einen Gegenstand der nicht fehlen darf. Deshalb begaben Keno und ich uns auf einen Technik Markt um eine Unterwasserkamera zu kaufen. Der Markt war riesig und eines der asiatischsten Dinge die uns in Kuala Lumpur begegneten. Über 6 Etagen schrieen uns die Händler zu. Doch zwei Stunden später und nach starkem, fast einheimischen Verhandeln verließ Keno als Stolzer Besitzer einer solchen Kamera das Gebäude. Unser Einkauf wurde auch noch erledigt und gegen 18:00 Uhr befanden wir uns im Rooftop Pool auf der Dachterrasse. Das Abendessen hatten wir schon seid längerem geplant denn aufgrund  der gestiegenen Optionen einer Großstadt ging es für uns Sushi Essen. Mit Sake und Maki ließen wir den Abend beginnen und anschließend wollten wir diesen bei einem Cocktail mit Blick auf die Stadt ausklingen lassen. Doch die Suche nach einer solchen Cocktail Bar stellte sich um einiges schwerer heraus als wir es im Vorhinein gedacht hatten. Bei unserem ersten Versuch, welche wir aufgrund vorheriger Internetrecherche ausgesucht hatten, wurden wir aufgrund Keno’s nicht vorhandener langer Hose abgewiesen. Der zweite Versuch führte uns in eine clubartige Bar, welche schon „Lloret de Mar artige“  Züge (O-Ton Keno) hatte. Das war nicht gerade das Ambiente was wir beide uns im Vorhinein überlegt hatten. Ahnungslos und ohne wirkliches Ziel irrten Keno und ich daraufhin durch die Stadt bis wir uns nach Sichtung des Grand Hyatt Hotels entschieden den Cocktail oben in der Hotelbar einzunehmen. Das war auch wirklich eine sehr gute Wahl. Mit ausgezeichnetem Blick auf die Petronas Tower und angenehmer Atmosphäre ließen wir in trauter Zweisamkeit mit sehr leckeren Cocktails den Abend ausklingen.     

Der nächste Vormittag verlief ganz gemütlich. Wir frühstückten ganz in Ruhe in den eigenen vier Wänden und nahmen eine grobe Planung unserer Reise in Malaysia vor. Außerdem wurde detaillierter eine Planung unser Zeit in Kuala Lumpur entwickelt. Resultierend darauf konnte unsere Stadttour wenige Stunden später beginnen. Von unserer Robertson Residence ging es durch die China Town zum Sri Mariamman Tempel. Habe ich im Laufe der letzten Monate sehr viele Tempel besichtigt war dies jedoch der erste hinduistische Tempel der Reise. Begeistert betrachteten wir die Figuren an der Außenfassade des Gebäudes. Besonders ich war angetan von den vielen verschiedenen Farben und Schnitzereien die uns dort begegneten. So schön wie der Tempel von außen war, so einfach war er auch von innen. Somit konnten wir relativ schnell unser nächstes Ziel auf der vorher aussonderten Route ansteuern. Zum Central Market sollte es nun gehen. Erneut liefen wir durch die Chinatown welche wirklich ziemlich umauthentisch war. Überall wurden Ramsch und Fälschungen verkauft und keines der angebotenen Gerichte erinnerte mich an das wirkliche chinesische Essen. Somit hielt sich die Nostalgie in Grenzen und eine detailliertere Tour war nicht von Nöten. Auch im Central Market wurde der bereits bekannte Touristenkitsch verkauft doch fanden wir oben einen Foodcourt in dem insbesondere die Einheimischen ihr Mahl einnahmen. Unsere Mägen haben sich nach dem Verlassen Laos um einiges verbessert und so entschieden wir uns einen Versuch zu wagen. Diesen haben wir nicht bereut, denn es erwartete uns ein sehr leckeres Hähnchen mit Reis. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Jamek Moschee. Auf dem Weg kamen wir an einer weiteren Sehenswürdigkeit Kuala Lumpurs vorbei: dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Die Architektur Kuala Lumpurs war ganz anders als alles was wir bis jetzt in Asien gesehen haben. Es erinnerte uns eher an die arabischen Emirate und vor unserem Besuch hätten wir nicht gedacht, dass der Islam so offensichtlich ist. Ist dies doch eigentlich logisch, denn mit über 60% ist der Islam die Staatsreligion. So sind auch nach der Verfassung des Landes alle ethnischen Malaien automatisch Muslime und ein Religionswechsel stellt sich als langwierig und sehr schwierig dar. Die Jamek Moschee war auf jeden Fall sehr sehenswert. Am Eingang wurden wir sehr freundlich begrüßt und für die Frauen eine Art Umhang und für die Männer ein langer Rock verteilt, sodass man angemessen gekleidet war. Beeindruckt von den ganzen neuen Eindrücken brauchten wir Beide erstmal eine Stärkung und das Mc Flurry Eis von McDonalds, welches es ja glücklicherweise auf der ganzen Welt gibt, stellte sich mit dem eintretenden Zuckerschock als eine gute Wahl heraus. Bei dem Genuss zogen wir das Resümee, dass wir Kuala Lumpur höchst beeindruckend finden. Jegliche Ethnie ist uns bei unserer Stadtbesichtigung begegnet und das friedliche (soweit wir es beurteilen können) Nebeneinander der Religionen (neben den Moscheen und Tempeln haben wir auch einige Kirchen in der Stadt gesehen) hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Als Europäer war man eindeutig in der Minderheit, wurde immer sehr freundlich behandelt und anders als in Laos hatten die Leute in den Geschäften und den Restaurants ein Lächeln auf den Lippen. Zum Abschluss des Tages wollten wir dem Botanischen Garten noch einen Besuch abstatten. Nach einem längeren Fußmarsch erreichten wir diesen und standen plötzlich in einer sehr großen und gut gepflegten Parkanlage in dem Badminton gespielt wurde und neben einer Geburtstagsparty wir auch an romantischen Picknicks vorbeikamen. Müde kehrten wir in unser Apartment zurück und nach einer Runde Kniffel setzten wir uns erneut in Gang und machten uns auf dem Weg zum Abendessen. Der  auserwählte Foodstreet Markt stellte sich als gute Wahl heraus, denn es erwarteten uns leckere Gerichte in toller Atmosphäre. Müde erreichten wir nach einem kurzen Schlendern in der Mail und einem Abschlussbier in einem Pub das Apartment und sagten dem Tag eine Gute Nacht.              

Jeder der sich bereits ein wenig mit Kuala Lumpur beschäftigt hat, wird bemerkt haben, dass ein wesentliches To Do noch fehlte. Um uns dieses anzuschauen saßen wir nach einem ausführlichen Frühstück in einer Art Straßenbahn um zu den Batu Caves zu fahren. In den Batu Caves sind mehrere hinduistische Tempel beherbergt. Am Fuß der bekannten Treppen zum Eingang der Höhle besichtigten wir den ersten Tempel und voller Faszination, aber auch Ekel, verließen wir das Gebäude. Das Gebäude war kunterbunt angemalt und faszinierende        Figuren waren darin zu finden. Man wusste gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Gleichzeitig war es unbeschreiblich dreckig. In allen Ecken lag Müll, aggressive Affen waren im Gebäude und machten sich an diesem Müll zu schaffen und Hühner gackerten durch die Gegend. So etwas hatten wir beide noch nie gesehen. Auch auf dem Vorplatz erwarteten uns Affen und gefühlte 10.000 Tauben, die zu unserer Missgunst auch noch von den Touristen gefüttert wurden. Wir wagten uns die 272 Treppenstufen voller Angst vor einer Affenattacke herauf       und beeindruckt berichteten wir die Höhle. Die Vielzahl an Farben und Kreativität des Tempels war wirklich außerordentlich beeindruckend. Der Geruch vor Ort war jedoch unglaublich streng, der Müll hinterließ nicht nur für die Augen sondern auch für die Nase seine Spuren. Eine weitere Höhle wurde besichtigt und als wir dann in der Straßenbahn Richtung Innenstadt waren, herrschte bei uns beiden ein Gefühl der Freude darüber wieder in einem sauberen und zivilisierten Platz zu sein. Doch auch ein Gefühl der Freude darüber das alles erleben zu können. Der Besuch hat uns einen kleinen Blick auf eine weitere Welt ermöglicht die weder Keno noch ich in dieser Art und Weise kennen. Im Kontrast zum vorherigen Tagesprogramm nutzten wir den Tag zum Shoppen. (Na ja eher ich ging Shoppen und Keno musste als Beratung agieren und seine Geduld beweisen :D). Wir hoppten von Mall zu Mall und erlebten neben einem riesigen asiatischen Shoppingcenter mit ziemlich viel Ramsch die Welt des Glitzer und Glamour. Armani, Louis Vuitton, Prada, u.s.w. es fehlte an nichts. Wie allseits bekannt ist Shoppen höchst anstrengend weshalb wir gegen halb 8 den Rückweg antraten und nach einem sehr leckeren traditionellen Reisgericht und eines hauseigenen Naan Brotes todmüde nach einer weiteren Folge unserer Serie ins Bett fielen. 

Jetzt sitzen wir beide erneut in einem Bus. Anders als unsere vorherigen Erfahrungen ist dieser Bus modern, die Sitze breit und gemütlich und selbst für Kenos Beine ist genügend Beinfreiheit vorhanden. Bald sollten wir in den Cameron Highlands ankommen. Die Region ist bekannt für seine Teeplantagen welche wir morgen in neuer Frische besichtigen wollen. Momentan sind wir noch indifferent ob wir an einer Tour teilnehmen oder die Plantagen individuell mit einem Roller besichtigen. Anhand des Wetters werden wir morgen wohl spontan eine Entscheidung treffen. Der nächste Blogeintrag wird berichten für was wir uns entschieden haben :).

08Februar
2020

Ein nicht ganz so besonderer Aufenthalt

Relativ früh kamen wir mit unserem Rennfahrermobil in Vientiane an. Zwei Nächte hatten wir in der Hauptstadt von Laos gebucht und waren voller Vorfreude darauf was wir dort wohl erleben würden. Doch relativ schnell wurde uns klar, dass die Stadt nicht besonders ereignisreich war. Unser Ziel, am Nachmittag der Ankunft, die Hauptsehenswürdigkeiten der Innenstadt zu besichtigen war in ca. 2,5 Stunden erledigt. Als Besonderheit ist insbesondere der Pia That Lang, eine buddhistische Stupa, bekannt. Diese ist Laos’ ein wichtigstes nationales Monument und ein Symbol des Buddhismus sowie der Souveränität des Landes. Mit seinen über 500 kg Gold stach es schon von weitem am Horizont hervor. Doch nach einem kurzen Rundgang hatten wir alles gesehen und auch die relevanten Tempel besichtigt. Unser anbahnender Tempel-Overkill sorgt inzwischen dafür, dass unsere Zeit die wir in Tempeln verweilen immer stärker abnimmt. Auch der Patuxai, ein Nachbau des Arg de Triumphe wurde von uns an diesem Mittag besichtigt. Dieser ist den Laoten gewidmet, die in den Kriegen der Revolution starben. Ein Aufstieg war für einen kleinen Centbetrag möglich doch die Aussicht die im Lonely Planet zwar als fantastisch bezeichnet wird, war nicht besonders spektakulär. Das Gebäude war sehr runtergekommen und im Innenraum handelte es sich eher um ein Shoppingcenter für Tourinap als ein kulturelles Denkmal.      

Nach dem erfolgreichen Sightseeing und einem sehr leckeren Abendessen kehrten wir zum Hotel zurück und gingen früh zu Bett. Mein Magen machte sich nämlich leider an diesem Tag erneut bemerkbar und hat sich bis heute noch nicht vollends beruhigt. Auch Keno scheint das laotische Essen nicht ganz so gut zu vertragen und wir beide haben festgestellt, dass Laos uns ein wenig die Lust an der Kulinarik genommen hat. Neben der gestörten Verdauung ist uns aufgrund des vermehrten Verzehrs auch die Lust an Fried Rice und Fried Nudeln genommen worden und wir beide freuen uns im nächsten Land eine andere Küche entdecken zu können. Vientiane sorgte dahingegen bereits für eine gewisse Abwechslung, denn aufgrund des kolonialen Hintergrundes gab es viele französische Bäckereien und mein Magen freute sich über ein belegtes Baguette mit Schinken und Käse (besonders in China hätte ich für dieses Essen noch töten können :D).

Nun aber genug von der Kulinarik. Am nächsten Morgen fuhren wir ein wenig außerhalb und besuchten den Buddha Park. In diesem sind ca. 200 Tonbuddhas zu finden welche in unterschiedlichster Art und Weise drapiert waren. Auch einen großen Tonkürbis gab es zu besteigen von welchem man eine gute Aussicht über den Park hatte. Hatten ich mir den Park zu Beginn noch etwas größer vorgestellt, war Keno aufgrund gelesener Rezensionen bereits darüber informiert, dass der Park nicht besonders groß war und die Figuren nah aneinander stehen. Somit dauerte auch dieser Besuch nicht besonders lange und den restlichen Mittag verbrachten wir damit durch die Straßen der Stadt zu stromern. Am Abend kamen wir zu dem Fazit, dass Vientiane die unspektakulärste asiatische Stadt war, in der wir bereits gewesen waren. Es war unglaublich ruhig und gegen 21:00 Uhr waren gefühlt die Bordsteine hochgeklappt. Doch an diesem Abend gelangten wir noch in einen Irish Pub und bei ein paar Bier übten Keno und ich unsere Billiard Fähigkeiten. Im Gegensatz zu den Youno Fähigkeiten war mir Keno hierbei vollends überlegen. Glücklich und müde erreichten wir gegen 22:30 Uhr das Hotel und nachdem die Rucksäcke für den nächsten Morgen gepackt wurden sagten wir auch diesem Tag eine gute Nacht.    

Nun befinden wir zwei uns erneut im Flieger und haben Laos vor ca. einer Stunde Tschüss gesagt. Jetzt heißt es: Hallo Malaysia. Ein neues Abendteuer in einem neuen Land steht uns bevor. Wir beginnen von Kuala Lumpur und von dort aus haben wir noch ca. drei Wochen um das Land kennenzulernen. Natürlich hindert uns der Länderwechsel nicht daran weiterhin fleißig zu bloggen. Deswegen: Seid gespannt. Wir werden euch auf dem Laufenden halten! :)

06Februar
2020

Eine Rallye durch die Touriregion ohne Touristen

Wie beschrieben erreichten wir Vang Vieng ordentlich durchgeschüttelt nach 7 Stunden Fahrt im schnellsten Minibus der Welt. Glücklicherweise war ich an diesem Reisetag bereits weitgehend auskuriert von meinen doch sehr intensiven Magen-Darm Beschwerden des Vortages (an dieser Stelle muss ich um dem männlichen Stereotypen zu entsprechen auch noch mal darüber jammern…), sodass ich und Conni die Fahrt ohne weitere Schäden überstanden. Der einzige laotische Fahrgast vertrug den Rausch der Geschwindigkeit jedoch nicht so gut und machte intensiv Gebrauch von diversen Plastiktüten (in diesem Zusammenhang kann man von Glück sprechen, dass es diese in Asien noch gibt;)). 

Schnell stellten wir während des anbrechenden Abends der Ankunft fest, dass Vang Vieng kein schöner Ort ist und als Stadt praktisch keine Reize hat. Conni und ich resümierten, dass Vang Vieng wie der fehlgeschlagene Versuch wirkt, westlichen Partytourismus mit chinesischem Massentourismus zu kombinieren – keine allzu gute Idee… Gleichwohl hatte die westliche Orientierung auch Auswirkungen auf die kulinarischen Opportunitäten vor Ort. Da Conni und ich nach wie vor über etwas labile Mägen verfügten, beschlossen wir uns diese mit gewohnter Nahrung zu verwöhnen und aßen zu Abend eine leckere Pizza. Da wir nur einen vollen Tag für Vang Vieng eingeplant hatten, starten wir am nächsten Morgen unseren „Action-Day“. Die Agenda war prall gefüllt und umfasste im Prinzip alle „Must-Do`s“ für Vang Vieng. Wie bereits erwähnt, ist in Vang Vieng weniger der Ort sehenswert, als vielmehr die tolle Natur drumherum. Umgeben von spitzen, aber bewaldeten Bergen, Höhlen, Lagunen und Dschungel freuten wir uns auf einen spannenden Tag im Grünen. Unsere Tagesordnungspunkte lauteten: Roller leihen, zu einem Wasserfall fahren, eine Höhle besichtigen, eine weitere Höhle in welcher Wasser steht mit Tubes (große LKW-Reifen artige Gummiringe auf denen man liegen/ sitzen kann) durchqueren, zu einem Aussichtspunkt auf einem Berg wandern, eine Lagune ansehen und zuletzt eine weitere Höhle besichtigen. Bei einem solchen Programm kann man uns getrost Sensationslust attestieren, jedoch waren wir beide nach den etwas maladen Tagen, in welcher uns die Lebensmittelvergiftungen ausbremsten, hochmotiviert wieder richtig viel zu sehen. Nach einem Kaffee ging es dann endlich los! Wir brausten mit unserem Roller über eine herrlich unbefahrene, abenteuerliche Schotter- und Sandpiste zu dem Wasserfall. Mitten im Dschungel, umgeben von riesigen alten Bäumen und Lianen lag dieser gelegen, welcher nun in der Trockenzeit nur wenig Wasser führte. Es waren nur ganz wenige andere Touristen vor Ort. Wir vermuten, dass der chinesische Tourismus normalverweise extrem vorhanden ist in Vang Vieng und drumherum, da die touristische Infrastruktur, wie beispielsweise Restaurants auf riesige Massen ausgelegt war. Durch den aktuellen Virus dürften aber die meisten Chinesen wohl nicht das Land verlassen, was zu regelrecht ausgestorbenen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten vor Ort führte. So zynisch es klingen mag, war das für uns natürlich ein durchaus angenehmer Pluspunkt. Nach dem Wasserfall holperten wir weiter und hielten bei einer Höhle. Hier waren wir die einzigen Touristen und Conni bewies todesmutig Kompetenzen als Höhlenforscherin. Ich hingegen hatte mit Platzangst und absurden Ängsten – nach dem Motto „was wenn jetzt der Berg in sich zusammenstürzt“ zu kämpfen, weshalb wir auch relativ schnell die Höhle hinter uns ließen. Trotzdem waren die hohen Räume sehr beindruckend, genauso wie die funkelnden Stalaktiten. Um meine Ängste im Zusammenhang mit Höhlen weiter per Schocktherapie zu behandeln, fuhren wir eine Station weiter. Auf die nächste Höhle freute Conni sich besonders. Hier konnte man, auf einem Gummiring welcher im Wasser der gefluteten Höhle schwimmt liegend sich an Seilen durch die Gänge der Höhle ziehen. Das Unterfangen welches ich zu Beginn als absurden und gefährlichen Touri-Nepp abtat, stellte sich dann doch als lustiges Highlight heraus. Im Anschluss gab es ein kleines Mittagessen für uns Höhlenexperten bevor wir dann zu dem Berg fuhren, welchen wir zwecks Aussicht besteigen wollten. Nach einem kurzen und steilen Aufstieg (Conni sprintete regelrecht den Berg hoch, während ich keuchend und schweißtriefend hinterherlief) erreichten wir die Spitze und genossen den tollen Ausblick auf die faszinierende Umwelt. Die Höhe des Viewpoints, genauso wie die Komplexität der Wanderung war jedoch deutlich geringer als unsere Tour in Nong Khiaw ein paar Tage zuvor. Nachdem wir wieder abgestiegen waren, fuhren wir die Blaue Lagune an. Diese hatte zwar tolles blaues, klares Wasser, war jedoch eher ein Erlebnisbad für asiatische Klientel und weniger ein naturbelassenes Ziel im Grünen. Hier hielten wir uns nur kurz auf. Auf dem Areal der Lagune befand sich jedoch eine weitere Höhle, welche wir noch zuletzt besichtigen. In einem Raum mit bestimmt 50 Metern Deckenhöhe lag eine Buddhastatue – sehr beeindruckend auf jeden Fall! Danach war für mich – aber auch für Conni der Bedarf an Höhlenbesichtigungen völlig erschöpft. Der Abend brach an und da wir uns noch außerhalb der Stadt befanden, beschlossen wir uns spontan den Sonnenuntergang zu genießen. In einem kleinen Bistro am Rand der staubigen Piste, hatten wir einen kleinen Tisch und sahen am Horizont die rote Sonne hinter den mit Dschungel bewaldeten Bergen versinken – einfach ein traumhafter Moment für uns zwei und ein toller Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages.

Am nächsten Tag ging es dann nach Vientiane – und wie sollte es anders sein, fuhren wir wieder in einem Minibus, gesteuert von einem wahnsinnigen Fahrer! Die laotischen Minibusfahrer werden wir sicher nicht vermissen, die wunderschönen Sonnenuntergänge in der unberührten Natur hingegen ganz bestimmt!

04Februar
2020

Unsere Erwartungen werden erfüllt

3 Tage in Nong Khiaw sind nun vorbei und wieder einmal haben wir sehr viel erlebt und gesehen. Nun sitzen wir in einem rasant fahrenden Minibus und eine 7stündige Fahrt nach Vang Vieng liegt vor uns. Aber nun nochmal von vorne: Wir beginnen mit der Ankunft nach einer 3stündigen Fahrt von Luang Prabang. Nach einer relativ entspannten Fahrt erreichten wir den Ort und konnten nach 800 Meter Fußweg in unser Hotel einchecken. Das Hotel war einfach wundervoll gelegen. Direkt am Nam Ou River hatte man eine traumhafte Aussicht auf den Regenwald und Bananenpalmen. Bunte Schiffchen fuhren im Fluss an unserem Hotel vorbei und das Zwitschern der Vögel war schon vom weiten zu hören. Nong Khiaw selber ist ein kleines Dorf, welches jedoch in letzter Zeit von einer steigenden Anzahl an Individualtouristen besucht wird. Also genau das Richtige für uns beide. Auch wurden unsere Erwartungen an Laos schon in den ersten Stunden weiter erfüllt. Uns beiden wurde schnell klar, dass wir die Schweiz Asiens verlassen hatten und uns nun auf den Spuren des „wahren“ Laos befanden.

Aufgrund einer sehr rasanten Fahrweise im letzten Minivan wurde mein Schreibfluss unterbrochen und das Schreiben des Blogeintrages auf 2 Tage später vertagt. Nun sitzen wir erneut in einem Van auf dem Weg nach Vientiane und ich hoffe das ich den Blogeintrag bei einer humaneren Fahrweise beenden kann. Wo waren wir stehen geblieben? Nach Ankunft in Nong Khiaw am Vormittag überlegten wir wie wir den restlichen Tag verbringen wollten. Keno hatte im Vorbeigehen ein Schild gesehen welches eine Bootstour am Abend mit Beendigung beim Sonnenuntergang anbot. Unsere romantischen Seiten empfanden diese Tour als eine sehr gute Idee und so stiegen wir nach einer Rundtour des Dorfes und einer Stärkung mit Pad Thai und Fried Rice in ein kleines , längliches Bötchen welches von einem älteren Mann gelenkt wurde. Begeistert stellten wir fest, dass wir unser kleines wirklich sehr authentisches Privatboot hatten. Wir schipperten los entlang einer traumhaften Natur. Der Norden Laos ist durchaus bergig und die Vegetation ist dschungelartig. Die Flüsse haben uns an die Fjorde Norwegens erinnert, von Bergen umgeben und in der Natur eingebettet. Eine Stunde lang fuhren wir in einer Traumkulisse vorbei an weiteren Bötchen und „Schweinskühen“ (Kenos und meine Unwissenheit bezüglich des Tiernamens sorgte für eine Benennung unsererseits welche dadurch zu begründen war, dass die Tiere wie eine Mischung aus Kühe und Schweine aussahen). Dann legten wir plötzlich an und nach einem kurzen Fußmarsch irgendwo im Norden Laos befanden wir uns in einem Dorf. Ohne jeglichen Luxus wie Wasser und Strom lebten die Leute in einfachen Bambushütten mit, wie wir von außen beobachten konnten, einzig allein mit Bambusmatten auf dem Boden. Hunde und Hühner rannten frei durch die Gegend und von einer Gesundheitsversorgung war man weit entfernt. Uns viel es sehr schwer die Eindrücke zu verarbeiten. Auf der einen Seite war es natürlich interessant diese glücklicherweise ganz andere Lebensweise zu sehen, auf der anderen Seite kamen wir uns wie Eindringlinge vor, die vor Ort nichts zu suchen hatten. Erleichtert stiegen wir deshalb nach einem kurzen Rundgang erneut ins Boot und schipperten zurück zum Dorf. Der Rückweg stellte sich aufgrund der doch betretenen Stimmung und einer eintretenden Kälte als weniger romantisch dar als gedacht, trotzdem sind wir dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben. 

Der nächste Tag begann zwar relativ früh (mit unserem frühen Zubettgehen und unserem frühen Aufstehen haben wir ein gewisses Rentnerdasein entwickelt :D), doch wurde der Vormittag mit der Planung unserer Weiterreise verbracht. Wir buchten Hotels und Flüge (wohin es geht werdet ihr wahrscheinlich schon im übernächsten Blogeintrag erfahren) und eine detaillierte Sondierung benötigte eine gewisse Zeit. Somit starteten wir erst mittags in den Tag und wir steuerten einen ViewPoint an, der uns am vergangenen Tag schon positiv ins Auge gefallen ist. Doch relativ unwissend zahlten wir die ca. 1,20 Euro Eintritt und starteten wir voller Motivation. Das dieser Programmpunkt wirklich den gesamten Tag in Anspruch nahm wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir wanderten (manchmal auch eher kletterten) inmitten von Wäldern und einer Art Dschungel. Der Weg war mit Brücken und Leitern wirklich gut angelegt doch anstrengender als gedacht. Nach ca. einer Stunde erreichten wir das: „You are already half Way“ Schild, welches ich völlig verzweifelt betrachtete. War ich doch zu diesem Zeitpunkt schon völlig fertig. Doch tapfer ging es weiter bergauf und zwar musste Keno mich am Ende fast Hochprügeln (das würde er natürlich nie machen ;)) erreichten wir nach 2 Stunden endlos fertig den ViewPoint. Und die Aussicht war wirklich gigantisch! Unwissend hatten wir den höchsten Aussichtspunkt angelaufen und konnten das gesamte Dorf, das Umland und den Verlauf des Flusses betrachten. Nach einer ausführlichen Pause in der das Siegerfoto natürlich nicht fehlen durfte wagten wir den Abstieg. Dieser benötigte eine Menge Konzentration und der kleinste Fehltritt könnte schmerzhafte Auswirkungen haben. Und plötzlich passierte es, dass unter einem kleinen Fehltritt Keno’s Bein in einer Grube steckte. Doch einen Schreckensmoment später stellte sich glücklicherweise heraus, dass der Schutzengel über uns wachte und alles relativ gut , abgesehen von ein paar blauen Flecken und Schürfungen, ausgegangen. Kurz danach erreichten wir das Ende des Weges und wir ließen den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Doch das Restaurant, auch wenn es das scheinbar beste und teuerste vor Ort war, (für deutsche Verhältnisse aber immer noch sehr günstig) stellte sich am nächsten Tag als keine gute Wahl heraus. War meine Lebensmittelvergiftung schon ausgeklungen traf es Keno an diesem Tage volle Breitseite. Am Morgen ging es ihm jedoch noch relativ gut, weshalb wir uns noch einen Roller liehen um die Gegend zu erkunden. Zumindest ich konnte dabei die wirklich höchst traumhafte Natur genießen. Vorbei ging es an kleinen Dörfern, manche aus Bambus, andere aus Stein und lange Strecken sahen wir nichts anderes außer einen fabelhaften Ausblick und eine traumhafte Vegetation Die Infrastruktur war noch nicht ausgeprägt, denn ganz im Norden Laos gibt es eine Straße, welche ein Gastgeschenk der Chinesen aus vergangener Zeit darstellt. Dieser Straße folgten wir 2,5 Stunden hin und in einem etwas größeren Dorf drehten wir nach meinem Verzehr einer Nudelsuppe um und fuhren zurück. Der Zustand von Keno verschlechterte sich währenddessen immer weiter, sodass ich die meiste Strecke zurückfuhr und auch meinen Spaß am Rollerfahren entdeckte. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir glücklicherweise das Hotel und den Rest des Tages verbrachte Keno im Bett und ich lesend auf der Terrasse. 

Glücklicherweise war am nächsten Tag eine deutliche Besserung zu verspüren, sodass wir uns auf die oben erwähnte Fahrt nach Vang Vieng machten. Fahren hier wirklich alle Fahrer grauenhaft (auch der Wagen in dem wir gerade sitzen fährt bei schlechten Straßen gefühlte 30 km/h zu schnell), war diese 7 stündige Fahrt wirklich der Horror. Gegen 6:00 erreichten wir dann auch endlich unsere Zieldestination und die Erkundung Vang Viengs konnte losgehen…

P.S.: Unser aktueller Fahrer nach Vientiane hat ebenfalls Benzin im Blut! Jetzt heißt es durchhalten, aber immerhin ist der Blogeintrag irgendwie fertig geworden. 

01Februar
2020

Alte Stadt, alte Tempel, alte Touris...

Wie von Conni berichtet bestiegen wir am 29. Januar den Flieger nach Laos. Und ja, ich kann nicht leugnen eine gewisse Vorfreude verspürt zu haben. Für einen Luftfahrtenthusiasten wie mich (ich wollte früher ja mal Pilot werden ;)) war ein Flug von Siem Reap nach Luang Prabang durchaus ein spannendes und exotisches Vorhaben. Conni hingegen hatte, eine für mich in diesem Zusammenhang bereits gewohnte, Genervtheit was das Fliegen angeht. Wir hatten einen guten Flug mit Lao Airlines, wurden – um es im Lufthansa Jargon auszudrücken – mit einem „wertigen Sandwich“ am Platz beköstigt und hatten über den Wolken die Möglichkeit gemeinsam mit unserem ersten Beerlao (dem laotischen Bier) anzustoßen. Da wir praktisch keine Vorkenntnisse zu Laos hatten nutzen wir die Zeit vor dem Flug um ein wenig zu unserem Zielland zu recherchieren. Faktisch herrscht in Laos der Kommunismus und das Land gehört noch zu den „least developed countries“ der Erde. Die Analphabetismus Quote liegt bei der weiblichen Bevölkerung bei fast 75% und bei der männlichen auch bei ca. 50%. Hinzu kommt eine schlechte Infrastruktur im Hinblick auf die Wasserversorgung und die medizinische Versorgung, weshalb Malaria hier ein großes Problem ist. Nur 15% aller Laoten verfügen über Internetzugang lasen wir außerdem im Vorfeld. Tourismus ist in Laos erst ein recht junges Phänomen und tangiert in erster Linie nur Luang Prabang und die Hauptstadt Vientiane. Luang Prabang, unser Zielort, hat nur knapp 70.000 Einwohner ist ein Weltkultuerbe aufgrund seiner Altstadt mit extrem gut erhaltener französischer Kolonialarchitektur, tollen Tempeln und der malerischem Lage am Mekong Fluss. Dies war unser Wissensstand, als wir schließlich in Luang Prabang landeten und die Einreiseformalitäten vollzogen. Nach schneller Bearbeitung hatten wir ein weiteres Klebevisum im Reisepass und mit dem Auto ging es dann ins Hotel. Schnell stellten wir fest, dass Laos ganz anders ist als Kambodscha. Es war natürlich deutlich kälter, aber zu unserer abendlichen Uhrzeit auch deutlich dunkler. Elektrizität ist nicht so verbreitet und flächendeckend, was zu teilweise absurd dunklen Straßenzügen führt. Später lasen wir, dass knapp 10 % der Energie in Laos gar durch das Verbrennen von Holz gewonnen wird, was natürlich mit extremen Umweltschäden einhergeht. Wir erreichten unser Hotel und checkten ein. Unsere Gastgeberin empfahl uns ein Restaurant wo wir französisch bekocht wurden. Wir beschafften uns Bargeld (insbesondere im ländlichen Raum gibt es wohl auch keine Geldautomaten). Der größte Geldschein in Laos beträgt 100.000 Kip – was in etwa 10 Euro sind. Auf dem Land soll insbesondere der Tauschhandel noch praktiziert werden. Nach den Wochen in Kambodscha wo wir nur mit US-Dollar zu tun hatten, war das Hantieren mit einer lokalen Währung auch wieder eine interessante Erfahrung. 

Am nächsten Tag stand dann Luang Prabang auf der Agenda: wir besichtigten den früheren Königspalast (nach der französischen Kolonialzeit bis 1954 und bis zum Beginn des Kommunismus im Jahre 1975 was Laos ein Königreich) und unzählige bezaubernde Pagoden. Wir bestiegen den Berg im Ortszentrum, von wo wir einen tollen Blick über die Altstadt, die umliegenden Berge und den Mekong genießen konnten. Abends sollten wir hier ebenfalls wieder hochsteigen, um einen wunderschönen Sonnenuntergang anzusehen. Vorher waren wir jedoch noch an einer Bambusbrücke, aßen traditionell zu Mittag und schlenderten am Mekong entlang. Nach dem erwähnten Sonnenuntergang besuchten wir einen Food Market und kauften auf dem lokalen Markt ein paar T-Shirts und Kleider für sehr kleines Geld. Dann ging es für uns noch in die Utopia Bar, wo wir mit einem Bier den Tag ausklingen ließen. Bei all den Sightseeing-Highlights konnten wir einiges feststellen: Zumindest Luang Prabang als Touristen-Mekka in Laos ist weit entfernt vom Status „least developed country“. Vielmehr wirkte Luang Prabang auf uns wie „die Schweiz Asiens“. Alles war wahnsinnig sauber, ordentlich, ruhig und gepflegt. Ein ungewohnt großer Kontrast zu Vietnam oder Kambodscha. Auch die Preise in Luang Prabang waren sehr viel höher als alles zuvor in Asien. Vieles war auf deutschem Preisniveau. Das touristische Publikum in Luang Prabang ist zwar heterogen, jedoch mit einem starken Senioren-Tourismus. Oft hatten wir das Gefühl einer Studiosus Gruppenreise (gefühlt 97% aller Touristen hatten die Attitüde von pensionierten Lehrern) beizuwohnen, wenn wir mit den älteren Semestern durch die Straßen liefen. Wir waren nach dem was wir zuvor über Laos gelesen hatten, total überrascht von diesem Qualitätstourismus und dieser „Gelecktheit“ und Sauberkeit des Ortes. Neben dieser Beobachtung konnten wir nach dem Tag feststellen, dass Luang Prabang wunderschön und pittoresk ist und die französischen Häuschen einfach toll dort hinpassen (die putzige Architektur) führt schnell zu einer gewissen Verklärung der einstigen Kolonialzeit. Die Natur um Luang Prabang sah auch unglaublich toll aus – alles sehr viel ursprünglicher und unberührter, als in den Ländern die wir zuvor gesehen hatten. 

Am nächsten Tag ging es Conni durch eine leichte Lebensmittelvergiftung etwas schlechter (und auch mein Magen hatte einen kleinen Schuss vor den Bug bekommen) und so absolvierten wir ein etwas reduziertes Programm. Wir mieteten einen Roller und besichtigten einen beeindruckenden Wasserfall. Dort gab es zudem eine Bären-Rettungsstation zu sehen mit vielen über die Maßen süßen und kuscheligen Bären. Mittags hielten wir noch an einer Büffel-Farm und aßen dort ein wenig Käse (unsere Mägen galt es nach wie vor zu schonen). Den Nachmittag und Abend verbrachten wir zur Schonung in der Horizontalen – also liegend in unserem Hotelbett. Heute geht es Conni glücklicherweise wieder sehr viel besser und wir sitzen nun im Minibus nach Nong Khiaw. Wie bereits geschrieben, denken wir das Luang Prabang im Hinblick auf die Infrastruktur und den Tourismus ein Sonderfall in Laos ist. Nun sind wir gespannt, was das „wahre“, ländliche Laos uns zu bieten hat. Wenn wir nun aus dem Fenster des Vans schauen sehen wir eine beeindruckende, ursprüngliche Natur, gespickt von kleinen Hütten – teils nur aus Bambus – und die Vorfreude auf die Countryside wächst Meter für Meter. Wir werden berichten – sofern wir denn Internet haben ;).

29Januar
2020

Das Highlight Kambodschas: Angkor Wat?

Wie Keno bereits beschrieben hatte sind wir nach einer höchst anstrengenden und abenteuerlichen Busfahrt um 5 Uhr morgens in Siem Reap angekommen. Die Stromerei durch die Stadt erlaubte uns durch die Pub-Street einen Einblick in die Partyszene der Stadt (so früh morgens war noch eine gewisse Katerstimmung zu spüren) und selbst in den Tempelanlagen vor Ort waren englische Übersetzungen zu finden. Die internationalen Einschläge des Ortes konnten schon nach den ersten Stunden nicht verleugnet werden. Schon nach 4 Stunden hatten wir das Gefühl alles Wichtige der Innenstadt gesehen zu haben und kehrten zum Hotel zurück. Nach einer kurzen Wartezeit (in welcher der vorherige Blogeintrag entstand) bezogen wir unser Zimmer und ruhten uns ein wenig aus. Voller neuer Energie konnten wir somit in den Nachmittag starten. Keno’s Recherchen hatten zuvor ergeben, dass in Siem Reap eine außergewöhnlich große Driving Range zu finden war und da wir noch genug Zeit hatten machten wir uns mit dem Tuk-Tuk auf dem Weg, damit Keno mir die Welt des Golfs ein wenig näher bringen konnte. Verglichen mit anderen Driving Ranges war diese wohl, nach Keno’s Aussage, besonders modern und luxuriös. Nach einer kurzen Einführung von Keno bezüglich der richtigen Stellung und des angemessenen Abstandes zum Ball schlugen wir 100 Bälle und am Ende des Tages habe ich mich dabei wohl gar nicht so blöd angestellt (Anmerkung Keno: Ich würde sogar von ausgesprochen talentiert sprechen ;-)). Müde ging es zurück und nach einem Abendessen und einer weiteren Folge unserer neuen Serie „Secret City“ ging es für uns auch schon ins Bett und wir sagten dem Tag eine Gute Nacht, denn am nächsten Tag sollte das Ausflugsziel auf unserer Agenda stehen, weshalb viele Leute wohl überhaupt nach Kambodscha reisen: Angkor Wat. 

Mit Nina trafen wir uns um 9 Uhr an unserem Hotel und begannen das Abenteuer in Begleitung mit dem Tuk-Tuk Fahrer Kim. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Ticketschalter ging es direkt zum (angeblichen) Highlight der Reise: Angkor Wat. Der Tempel ist das Wahrzeichen Kambodschas und sogar auf der Nationalflagge abgebildet. Dieser wurde zwischen 1113 und 1150 vom König Suryavarman II erbaut und erst im 13 Jahrundert in ein buddhistisches Kloster umgebaut. 2 Stunden besichtigten wir den wirklich höchst beeindruckenden Tempel, machten Fotos und ließen die Atmosphäre einfach nur auf uns wirken. Positiv überrascht waren wir davon, dass wir nicht in dem Ausmaße von Touristenmassen überrannt wurden, wie wir es uns zuvor vorgestellt hatten. Doch hatten insbesondere Nina und ich uns die Tempelanlage noch größer und irgendwie beeindruckender vorgestellt. 

Vor der Mittagspause ging es noch zu zwei weiteren Tempel der Angkor-Anlage. Der Bayon Tempel, bekannt aufgrund seines großen Buddha Kopfes in der Mitte der Anlage stach schon von außen hervor und die Architektur des Gebäudes konnte uns von außen besonders begeistern. Er ist die zentrale Tempelanlage der alten Tempelanlage Ankor Thom und bekannt für seine steinernen Gesichter in den Tempeltürmen. Nach der Stärkung ging es noch zum Ta Prohm, welcher auf spektakuläre Art und Weise von Bäumen überwuchert war. Aufgrund vorheriger Recherche hatte ich besonders hohe Erwartungen an diesen Tempel und nach dem äußeren Rundgang war ich zuerst einmal enttäuscht von den Bildern die uns dargeboten wurden. Doch kaum betraten wir das Innere des Tempels wandelte sich meine Enttäuschung in Faszination. König Jayarvaman VII hat diesen Tempel ursprünglich einmal seiner Mutter gewidmet und ursprünglich handelte es sich dabei um ein großes Kloster. Am Ende des Tages hatten besonders Keno und ich einen Tempel-Overload und waren von der Hitze völlig fertig.

Ein gutes und sättigendes Abendessen war deshalb dringend notwendig. Wir baten Kim uns an einem Restaurant rauszulassen, welches uns am vorherigen Tag schon besonders positiv ins Auge gefallen war. Auf Tischen mit kleinen Plastikstühlen wurden Tischgrills platziert und bei einem Bier genossen wir Rind, Tintenfische, Hühnchen und Gemüse die unseren Empfinden nach etwas zu stark gewürzt, aber trotzdem ausgesprochen lecker waren. Wir verabschiedeten uns bei Nina und zogen Revue über einen wirklich ereignisreichen und sehr schönen Tag.

Am nächsten Tag stand insbesondere der Flug nach Lang Prabang (Laos) auf der Agenda. 5 Stunden hatten wir jedoch noch vor Abflug Zeit und so mussten Keno und ich natürlich dem örtlichen Minigolfplatz einen Besuch abstatten. Mit rockartiger Musik wurden wir begrüßt und wir spielten die Golfbälle 2 Runden durch die Tempelanlagen. Am Ende stand es unentschieden und ohne große Zickereien oder Enttäuschungen konnten wir unseren Rückzug antreten. Keno’s Aufregung stieg immer weiter an, denn der Flug mit Lao Airlines mit einer Propellermaschine stellt wohl (das Verständnis meinerseits hält sich dafür ehrlich gesagt in Grenzen) eine Besonderheit dar. Der weitere Ablauf lief auch wirklich reibungslos. Wir checkten im Hotel aus, fuhren mit der Khmer-Rikscha zum Flughafen und stiegen kurze Zeit später in den Flieger. Ein neues Land erwartete uns welchem wir beide mit großer Neugier entgegensehen. Hallo Laos: Wir kommen und sind gespannt auf alle neuen Erfahrungen welche wir bei dir machen werden!

27Januar
2020

Gefangen von der Unterwasserwelt

Nun ist es an der Zeit, die Tage auf der Insel Koh Rong Samloen Revue passieren zu lassen. Ein Blogeintrag der heute mal ausnahmsweise nicht auf Achse im Bus oder Minivan verfasst wird, sondern gegen Mittag im Hotel in Siem Riep, während wir darauf warten unser Zimmer alsbald beziehen zu dürfen. 

Nun aber erstmal ein paar Tage zurückgespult: Wie Conni zuletzt berichtet hat, erreichten wir die Insel regelrecht im Rausch der Geschwindigkeit, nachdem unser Minibusfahrer, genauso wie der Speedbootfahrer mit Rennfahrerambitionen ihre Arbeit verrichteten. Wir bezogen unsere sehr einfache Unterkunft und tranken ein Willkomensbier an der Bar, über welche wir die nächsten Nächte verbringen sollten. Nach einem westlichen Abendessen ging es dann auch für uns ins Bett. Der nächste Tag war ein reiner Strandtag. Wir durchwanderten einen Dschungelabschnitt und erreichten den „Clear Water Beach“ – ein absolut traumhafter und menschenleerer Strandabschnitt, dessen Wasserklarheit dem Namen mehr als gerecht wurde. Nach einigen Stunden dort, ging es am Nachmittag wieder zurück, um dann noch ein wenig durch unser sehr kleines Dorf zu spazieren und abends kambodschanisch zu Abend zu essen. Unsere Beobachtungen bis dahin: die Insel ist sehr faszinierend und hat ihren ganz eigenen Charme. Es gibt nur ganz wenige Einheimische, ein paar ausländische Betreiber von Gasthäusern, Bars oder anderen Dienstleistungen und ansonsten einen ziemlich heterogenen Touristenmix, welcher neben Chinesen primär aus Backpackern besteht. Alles auf der Insel wirkte recht ursprünglich, bisweilen gar archaisch. Warmes Wasser gab es nirgends, und auch eine Toilette mit Spülung war schon eher eine Besonderheit. Befestigte Straßen sucht man vergebens und die wenigen Roller die es auf der Insel gibt, dienen eher den Einheimischen als Spielzeug um damit am Strand entlangzubrausen. Die Gangart auf der Insel war seeehr entspannt. Sowohl die Kambodschaner als auch im besonderen die örtlichen Expats hatten bisweilen eine nahezu bräsige und traumtänzerische Ausstrahlung. Schnell merkten wir, dass die Insel dazu einlädt jedes Zeitgefühl über Bord zu werfen und aus der Realität auszubrechen. Die Möglichkeiten zu lächerlich günstigen Preisen überall Bier zu trinken waren schier unbegrenzt, Zigarretenpackungen waren bereits für einen Dollar zu erwerben und auch Marihuana allgegenwertig. All diese Möglichkeiten wurden offenbar auch reichlich genutzt von Einheimischen und Gästen, was die langsame und schläfrige Gangart auf der Insel erklären könnte. Die Hippies vor Ort, genauso wie der ein oder andere Tourist imaginieren dabei einen besonderen Individualismus den sie auf der Insel leben – uns kam dies jedoch teilweise austauschbar vor: so gab es ein veganes Restaurant, gemeinsames Yoga am Morgen und überall westliches Essen, vornehmlich Burger, Barbecue, Pizza und Pommes. So kollidierten zum einen die besondere Einsamkeit und Ursprünglichkeit des Ortes mit einem gewissen „künstlichen“ touristischen Einfluss durch die Backpacker. Nun aber genug mit derlei stereotypen Sozialstudien ;)

Am nächsten Tag sollte unser Kurs zum Erwerben des Tauchschein beginnen, auf welchen wir uns sehr freuten. Von früh morgens an saßen wir in der Tauchschule und wurden mit Lernvideos konfrontiert, machten Wissenstests und zuletzt die obligatorische theoretische Abschlussprüfung. Am späten Nachmittag mussten wir noch unsere Schwimmkompetenz unter Beweis stellen und 200 Meter am Stück absolvieren. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir es kaum erwarten den Schulungsraum zu verlassen und endlich ins Meer zu springen. Am Tag drauf ging es dann los mit dem praktischen Teil der Ausbildung. Wir hatten nach dem theoretischen Input großen Respekt vor den anstehenden Trainingstauchgängen und Prüfungen die es im Wasser zu absolvieren galt. Auch die Vorfreude und der Respekt vor den ersten Atemzügen unter Wasser war riesig. Unser Tauchlehrer Joey, welcher aus Irland stammt, machte einen tollen Job. Über den Kurs hinweg war er stets gelassen, ruhig und geduldig mit uns und durchwegs professionell. Wir waren beide sehr froh, ihn als Tauchlehrer erwischt zu haben. Nachdem wir uns mit dem Equipment vertraut gemacht hatten, ging es auch schon ohne große Umschweife auf das Boot der Tauchbasis und raus aufs Meer. Wir rüsteten uns auf, und bauten die Sauerstoffflasche an das Atemgerät und die Tarierweste (BCD =Buoyancy Control Device), welche durch „auf- und abpumpen“ des Sauerstoffs massgeblich dazubeiträgt ob man abtaucht oder auftaucht und somit den Auftrieb regelt. Und dann hieß es Maske auf, Flossen an und los geht’s: Wir sprangen ins Wasser und die ersten Atemzüge unter der Wasseroberfläche waren fantastisch. Ein unglaubliches Gefühl! Allerdings galt es auch das in der Theorie gelernte anzuwenden und verschiedene Techniken zu üben und erfolgreich unter Beweis zu stellen. So ging der Tag nach den Trainingtauchgängen und zwei Deep Water Dives zu Ende und wir ließen den Abend mit leckerem kambodschanischem Essen ausklingen. Dabei konnten wir unsere ersten Eindrücke der faszinierenden Unterwasserwelt reflektieren: wir hatten Fischschwärme gesehen, Korallen und auch einige etwas größere Fische hatten uns „Hallo“ gesagt. Dabei hatte Conni gegen Mittag auch eine unangenehme Begegnung mit einem Stonefish, der (gut getarnt) Angst hatte, dass sie sich am Meeresgrund auf ihn setzten würde und daher ungerührt zubiss. Die Schmerzen waren Conni anzusehen und zuerst waren wir alle in großer Sorge, auch wegen der potentiellen Giftigkeit eines solchen Bisses. Doch Conni, die bereits zuvor bewiesen hatte, dass sie eigentlich eine Teil der Meereswelt ist (Zitat Joey „She breathes like a fish“ – im Bezug auf den gerigen Sauerstoffverbrauch von Conni – bei mir hieß es nur „You are a heavy breather) biss die Zähne zusammen und mittags wurde der Biss mit Essig behandelt. Darüber sprachen wir abends auch, aber zu diesem Zeitpunkt war die Verletzung schon viel besser geworden. 

Abends fielen wir todmüde in Anbetracht der vielen Eindrücke ins Bett um dann am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück wieder bei Joey und der Tauchschule aufzuschlagen. Wieder bauten wir selbstständig unser Equipment zusammen und wieder ging es aufs Schiff an die Tauchplätze um erneut unsere Fähigkeiten zu überprüfen. An diesem Tag standen zwei weitere Deep Water Dives an, von denen  uns der letzte Tauchgang auch auf eine Tiefe von mehr als 15 Metern führte. Am späten Nachmittag verkündete Joey dann, dass wir uns nun erfolgreich „PADI Open Water Diver“ nennen dürfen. Damit dürfen wir nun offiziell überall auf der Welt mit einem örtlichen Taucher gemeinsam die Unterwasserwelt entdecken. Davon wollen wir vielleicht schon in Malaysia mittelfristig Gebrauch machen! Wir freuen uns sehr den Tauchschein gemacht zu haben und natürlich musste mit Joey und den 3 weiteren Kursteilnehmern (1 weiterer war mit Conni und mir Joey zugeteilt, die anderen beiden hatten einen anderen Tauchlehrer, absolvierten den Kurs aber zeitlich parallel mit uns) angestossen werden! Das Bier floss dann doch reichlicher als ursprünglich erwartet und so verbrachten wir viele Stunden in der Bar bis wir dann abends ins Bett fielen. 

Der nächste Tag war bereits der Tag unserer Abreise. Wir mussten einen Nachtbus von Sihanoukville (der durch und durch abscheuliche Ort am Festland wo wir mit dem Speedboot von der Insel aus hingebracht wurden) nehmen. Um die Zeit in Sihanoukville zu minimieren, beschlossen wir noch einen Tag am Strand von Koh Rong Samloem zu verbringen und dann am späten Nachmittag das letzte Boot aufs Festland zu nehmen. Dort angekommen erwartete uns dann wieder Sihanoukville – der Ort war uns bei der Anreise schon überaus negativ aufgefallen. Zum Glück hatten wir in dem anarchischen, staubigen Ort, der eine einzige chinesische Großbaustelle zu sein scheint nur wenige Stunden zu überbrücken bis dann am Abend unser Bus losfuhr. Durch ein Missverständnis irrten wir uns allerdings um eine Stunde in der Abfahrtzeit. Durch Improvisationsgeschick und großer (überraschender) Hilfe eines Tuk-Tuk Fahrers vor Ort, gelang es uns noch einen alternativen Bus zu erwischen. Zwar mussten wir in Phnom Penh gegen Mitternacht umsteigen, jedoch waren wir einfach nur froh Richtung Siem Reap unterwegs zu sein und Sihanoukville hinter uns lassen. Die Busfahrt war dann überaus unkomfortabel. In einem dreckigen und engen Schlafbus (es gab auf beiden Fahrten keine einzigen Touristen an Bord) ging es nach Siem Reap wo wir um 5 Uhr morgens übernächtigt ankamen. Natürlich hatte unsere Unterkunft noch kein Zimmer für uns so früh morgens, jedoch bekamen wir ein kleines Frühstück. Dann zogen wir los, um unseren ersten Streifzug durch Siem Reap zu unternehmen. Davon sind wir gerade zurückgekehrt und nehmen an, nach wenigen Stunden fast alles von diesem Ort gesehen zu haben. Ein paar schöne Tempel, eine Pub-Street und ein Markt stellten die Besonderheiten unserer ersten Ortsbegehung dar. Aber eigentlich sind wir ja auch hier, um morgen unser großes Highlight des Ortes zu Gesicht zu bekommen: Angkor Wat. Wir sind gespannt, was uns bei diesem sogenannten neuen Weltwunder morgen erwartet!

21Januar
2020

Von der Traufe ins Paradies

Nach einer diesmal nicht so langen Reise mit der Khmer-Rikscha erreichten wir unsere gebuchte Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Begrüßt wurden wir von zwei Hunden mit denen sogar ich im Laufe der Zeit warm wurde und der eine sogar eine Streicheleinheit bekam. Im Gegensatz zu den Hunden waren wir von den französischen Gastgebern kein bisschen begeistert. Sie kümmerten sich um nichts, waren außerordentlich ungepflegt und verbrachten ihre ganze Zeit Ricard und Bier trinkend an der Theke mit einem Joint in der Hand. Genau diese Attitude spiegelte sich auch in der Unterkunft wieder. Hatten wir aufgrund wundervoller Bilder bei booking.com und top Bewertungen wirklich relativ hohe Erwartungen, wurden wir nach Ankunft enttäuscht. Es war ziemlich dreckig, das Bungalow-Zelt war schimmelig und weder ein Safe noch ein Schloss für die Tür waren vorhanden. Auch die Lage am Salzfeld hatten wir beide uns schöner vorgestellt. Doch die Müdigkeit übermannte uns nach der Ankunft und da wir aufgrund der abgeschiedenen Lage keine anderen Option hatten entschieden wir beide uns einen Burger zu essen, welcher auch wirklich lecker war. Nach zwei Bier und einigen Runden Youno (ich führe übrigens immer noch :D ) fielen Keno und ich müde nach einem sehr ereignisreichen Tag, welchen Keno ja bereits im vorherigen Blog beschrieben hat, ins Bett.

Auch der nächste Tag sollte ein rollerreicher Tag werden. Unser Ziel: der Preah Monivong Nationalpark. Dieser liegt ca. 20 km entfernt durch Kampot, im Süden Kambodschas und , so lasen wir, ist bekannt für seine reine und einzigartige Natur. Wie auch unsere Gastgeber und die Unterkunft war auch der Roller von keiner außerordentlich guten Qualität. Somit war bei mir die Stimmung hinten auf dem Roller relativ angespannt, was die Fahrt zum Bokor Hill Nationalpark etwas unentspannt machte. Nebenbei erwähnt ist Keno wirklich ein sehr guter Fahrer, auch wenn manchmal der kleine Junge rauskommt und das Gaspedal, meiner Meinung nach, ein wenig mehr gedrückt wird als es gedrückt werden muss. Unsere Erwartungen an den Nationalpark waren eine tolle Natur und eine Wanderung dessen anschließendes Ziel der Popovil Wasserfall sein sollte. Doch wie so häufig trafen unsere Erwartungen nicht ein. Mit dem Motorrad erreichten wir das Eingangstor schneller als erwartet und wir brausten noch ca. weitere 20 km über eine sehr gut erhaltene und fast menschenleere Straße, welche wir uns auch in Deutschland häufig wünschen, durch die Natur. Von Wanderwegen war weit und breit nichts zu sehen. Überrascht stiegen wir am Ziel, welches uns das Navi vorgab, von unserem Motorrad und standen vor einem Restaurant welches Brasilien BBQ anbot und eine chinesische Atmosphäre versprühte. Der Doller Eintritt (für uns Beide) inkl. 2 Wasser wurde gezahlt und wir sahen nach 20 Metern (das zum Thema Wanderung) ein ausgetrocknetes Flussbett. Das hätte man sich außerhalb der Regenzeit vielleicht auch denken können… Angetan von der wirklich mysteriösen Atmosphäre des Ortes stiegen wir erneut auf den Roller und fuhren über menschenleere Straßen zur Bokor Hill Station. Vorbei kamen wir dabei an den 100 Rice Fields. Dabei handelte es sich nur um eine ausgedörrte Fläche auf welcher Touristen Steintürme bauen. Dieser Ort stellte aufgrund seiner Atmosphäre und Verlassenheit einen sehr guten Foto Spot dar, bei welchem wir lustige Fotos schossen und auch ich meine ersten Meter auf unserem Geschoss fuhr. Doch nicht gerade traurig überließ ich Keno den Lenker und nach ca. 10 Minuten Fahrt erreichten wir die Station. Bokor Hill Station ist ein verlassener Ort und besitzt das Image einer Geisterstadt. Seit 2018 wird die Gegend dort renoviert und als Hotel geführt. Generell begegneten uns auf dem Weg sehr viele Baustellen, manche sahen aus als seien sie in Betrieb wohingegen andere aussahen als seien sie verlassen worden. Wir fragten uns: Welche Vision wird dort wohl verfolgt?!? Verwirrt sind wir darüber immer noch, denn welche Touristen diese Riesenkomplexe füllen sollen ist uns weiterhin noch sehr unklar. Zurück zum Bokor Hill. Der mystische Tempel und auch die Kirche aus der Französischen Kolonialzeit in der Nähe wurde noch ein Besuch abgestattet. Wohnten in dem buddhistischen Tempel noch Mönche, war die Kirche eine Ruine und den Figuren in der Krippe, welche sich noch im Innenraum befand, wurden entweder das Gesicht entnommen oder der Kopf abgehackt. Wir konnten aufgrund der totalen Abgeschiedenheit verstehen warum dieser Ort während der vietnamesischen Invasion 1979 von den Roten Khmer als Versteck genutzt wurde und  in den 1990er Jahren noch eine der letzten Hochburgen war. Unsere Mägen meldeten sich inzwischen und aufgrund fehlender Optionen vor Ort machten wir uns auf den Rückweg. An einer Art Autobahnraststätte noch innerhalb des Parks, machten wir Halt und unsere Mägen konnten mit Fried Rice und Fried Nudels gefüllt werden. Vor Ort konnten wir ein Zwischenfazit ziehen: Zwar erwarteten uns keine schönen Wanderwege doch war der Ort aufgrund seiner mystischen aber auch wirklich verwirrenden Atmosphäre einzigartig und höchst sehenswert. Wir haben den Ausflug und die Fahrt durch eine traumhafte und dschungelartige Natur sehr genossen und können zum Bokor Hill sagen: Es handelt sich unserer Meinung nach um den Perfekten Ort um einen Horrorfilm zu drehen. 

Halt machten wir nach ca. einstündiger Fahrt in Kampot selber. War der Ort mit einer Mischung aus französischer und asiatischer Architektur, seinen bunten Häusern und den Cafés wirklich sehenswert, gefiel uns das Publikum vor Ort leider überhaupt nicht. Viele alte Männer die offensichtlich darauf warteten, dass der Abend eintritt und sie ihren Gelüsten nachkommen können. Doch unsere Kaffeesucht sorgte dafür, dass wir uns in einem Café niederließen und bei einem Eiskaffee Billard spielten. Beide sind wir keine guten Spieler, trotzdem kam der Spaß dabei nicht zu kurz. Auch schmiedeten wir beide Pläne, was wir mit unserem Abend anfangen wollen. Von unseren Gasteltern (der einzige hilfreiche Tipp) haben wir die Empfehlung bekommen zum Greenhouse zu fahren, dort Kajak zu fahren und Abend zu essen. Nach einen Blick auf TripAdvisor und dessen guter Bewertungen entschieden wir uns auf die 20 minütige Fahrt zu begeben. Bereut haben wir es nicht: Auf der Fahrt dorthin ging es durchs ursprüngliche Kambodscha und wir genossen es uns den Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen. Auch das Greenhouse an sich zog uns direkt in den Bann. Gelegen war es an einem breiten Fluss und die Natur drumherum war wunderschön. Auch das Personal war sehr freundlich und unser 3 Gänge Menü für 15 Euro einfach unfassbar lecker. Wir waren dabei so angetan, dass wir von unserer bisherigen Planung absahen und für die darauffolgenden 2 Nächte dort einen kleinen Bungalow mieteten. 

So kam es, dass wir noch eine Nacht in unserem Zelt schliefen und am nächsten Tag mit der Khmer-Rikscha zum Greenhouse zurückkehrten. Was für eine perfekte Entscheidung: die nächsten 2 Tage verliefen wie im Paradies. Das Essen einfach unbeschreiblich gut, das Personal freundlich und unser Bungalow sehr gemütlich. Kein Wunsch blieb bei uns beiden offen. Den ersten Tag nutzten wir um im Fluss baden zu gehen und Keno und ich aktivierten unsere Motivation und schwammen von der einen Seite des Kampot River zur Anderen. Eine sportliche Betätigung die wir Beide etwas vermisst hatten. Sportlich ging es an diesem Tage auch weiter. Für eine Stunde mieteten wir uns ein Kajak und machten eine kleine Tour durch die Mangroven. Traumhaft schön, was dadurch nochmal verstärkt wurde, dass weit und breit keine Menschenseele zu sehen war. Diese sportliche Betätigung musste unser Körper erstmal verkraften und somit wurde die restliche Zeit lesend in einer Hängematte verbracht. Auch der nächste Tag sollte sportlich vonstatten gehen. Wir liehen uns zwei Stand-up paddle boards und wir beide sollten zum ersten mal uns mit diesem Geschoss aufs Wasser begeben. Keno bewies eindeutig mehr Geschick als ich, mein Koordinationssinn machte das ganze für mich doch ein wenig zu einer Herausforderung. Doch ein gutes Stück kamen wir voran, bis die Kinder aus uns beiden herauskamen und wir uns gegenseitig ins Wasser stießen. Nach einigen misslungenen Versuchen von Keno das Board wieder zu besteigen, kringelte ich mich bereits mit lautem Lachen auf meinem Board, welches ich zuvor erfolgreich bestiegen hatte. Doch es stellte sich heraus, dass Kenos Board eine Macke hatte und voller Wasser lief und somit das Besteigen unmöglich war: Unser Ausflug nahm somit die Wendung von einem harmonischen (vom Wasser stoßen abgesehen) Ausflug zu einer Teambuilding Maßnahme. Zuerst versuchten wir beide auf einem Board zu fahren, dies schlug jedoch fehl und wir fanden die optimale Möglichkeit, dass einer schwimmend neben dem Board und der andere paddelnd den Weg zurücklegte. Nachdem meine Kondition beim Schwimmen relativ schnell versagte bewies sich Keno als großer Held und Schwamm die gewaltige Strecke bis zum Greenhouse. Völlig fertig kamen wir dort an und ich entschloss mich mir eine Massage direkt am Fluss zu gönnen. Die perfekt gelegenen Massagehüttchen waren uns bereits wohlwollend in den letzten Tagen aufgefallen. Mit einem Boot wurde ich von einem sehr gutaussehenden Mann (das musste sogar Keno eingestehen), welcher auch im Traumschiff arbeiten konnte, abgeholt und nach einem Fußbad wurde ich ins Hüttchen geführt. Mich erwartete ein traumhaftes Erlebnis und nach 90 Minuten saß ich mit einem Ingwertee gestärkt wieder im Boot und wurde von Keno in Empfang genommen. Der Tag wurde sehr entspannt zu Ende gebracht und nach einem kleinen Ausflug nach Kampot lagen wir im Bett und sagten diesem wunderschönen Tag eine Gute Nacht. 

Am nächste Tag verabschiedeten wir uns nach einer erneuten Schwimmrunde schweren Herzens vom Greenhouse und stiegen in Kompot in einen Minivan, welcher uns zuerst nach Sihanoukville brachte und wir dann zwei Stunden später das Speatboat nach Koh Rong Salomoen nahmen. Beide Fahrten wurden wir von Rennfahrern herumkutschiert: Formel 1 und ein Speadboatrennen ist nichts dagegen. Mit über 80 km/h brausten wir über das Wasser und anstelle der 2 stündigen (wie im Internet angekündigt) Fahrt betraten wir nach 35 Minuten überglücklich die Insel. Hier werden wir nun die nächsten 5 Tage verbringen, denn wir beide haben uns entschieden vor Ort einen Tauchschein zu machen. Wir sind voller Vorfreude und ganz gespannt. Morgen geht es los und ihr könnt gespannt sein: Wir werden berichten! :)

17Januar
2020

Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst

Zu später Stunde erreichten wir Kep. Dort hatte Conni einen sehr einfachen Bungalow mit runden (!) Grundriss (was Conni sehr süß fand…) gebucht, welchen wir direkt bezogen, nachdem uns der Bus vor den Toren der Unterkunft abgesetzt hatte. Mitten im Dschungel gelegen, hatten die Hütten, welche nur eine Steckdose und keine Toilette beziehungsweise Dusche hatten, ihren ganz eigenen Charme. Zu später Stunde galt es an diesem Abend noch unsere Mägen zu füllen und was konnte da naheliegender sein, als ein Spaziergang zur Küste, um in einem der dortigen Seafood-Restaurants, direkt neben dem legendären Crab-Market von Kep einzukehren. Wir hatten fantastischen Fisch und Conni einen Krebs – alles so frisch, als seien die Tiere direkt vom Meer auf unsere Teller gehüpft. Das Verspeisen des Krebs stellte Conni vor große Herausforderungen und am Ende wurde in barbarischer Manier mit den Händen an dem Corpus Delicti herumgezerrt um auch an das letzte Gramm Fleisch heranzukommen. Auf jeden Fall war es unfassbar delikat und so zogen wir zufrieden in unsere Unterkunft. 

Am nächsten Tag schliefen wir länger, frühstückten und zogen bei Tage los um den Crab Market zu erkunden. Dann ging es weiter in den eigentlichen Ort Kep. Dort war ein schöner und irgendwie faszinierender kleiner Hauptstrand. Hier mieteten wir uns für 5 Dollar für den Tag zwei Liegestühle und einen Schirm und legten die Füße hoch, lasen und schwammen ab und an im Golf von Thailand – es war natürlich eine Wonne! Der Strand war dahingehend besonders, dass er sehr untouristisch war, wahnsinnig entspannt und ruhig noch dazu. An der Straße die am Strand entlangführte waren hunderte Hängematten unter den Palmen aufgespannt, von denen allerdings nur wenige bevölkert waren. Zu unserer Überraschung waren auch Affen teilweise die Nutzer dieser Hängematten. Abends ging es naheliegenderweise erneut in eins der fantastischen Seafood Restaurants am Crab Market und dieses Mal traute auch ich mich an die Krebse heran, allerdings stellte ich mich dabei noch unbeholfener an als Conni. 

Nach diesem Tag des Faulenzens hatten wir uns für den nächsten Tag einiges vorgenommen. Abends sollte es für uns schon nach Kampot gehen, darum standen wir früh auf um den Tag zu nutzen. Wir lagerten unser Gepäck bei dem Schweizer Gastgeber Michael und liehen uns einen Roller von ihm. Dann düsten wir los. Unser Ziel war eine Pfefferfarm im Dschungel und der sogenannte Secret Lake. Durch unsere hemdsärmelige (man könnte auch sagen dilletantische) Navigation fuhren wir unbekümmert querfeldein, nachdem wir unsere eigenliche Route irgendwie verlassen hatten. Ich kam mir zwischendurch auf dem Roller vor, wie ein Rennfahrer der Rallye Dakar. Es ging durch Sand- und Kiesabschnitte und zwischendurch fuhren wir mit dem Roller auf einem allenfalls 10 Zentimeter breiten Sandstreifen der als „Weg“ fungierte. Die Natur war allerdings atemberaubend und kaum in Worte zu fassen. Die Hitze war allerdings auch enorm! Wir freuten uns die Pfefferfarm zu erreichen. Dort stärkten wir uns mit Wasser und Kaffee und bekamen dann zu zweit eine Führung über die Farm und wurden zu kleinen Pfefferexperten ausgebildet. Wichtiges Learning: Roter, weisser und schwarzer Pfeffer kommt von der selben Pflanze (selbst das war uns nicht bewusst) – die Unterschiede in der Optik liegen an der Verarbeitung. Am Ende verkosteten wir die Pfeffersorten, tranken Pfeffertee und kauften auch (was bei einer kostenlosen Führung implizit erwartet und auch angemessen ist) ein bisschen Kep Pfeffer und Pfeffertee. Wir fuhren weiter und kehrten am menschenleeren Secret Lake (der wirklich abgelegen ist und damit zurecht seinen Namen trägt) ein. Dann ging es für uns an ein Salzfeld. Hier konnte man allerdings vom eigentlichen Produktionsprozess nur wenig sehen. Die Abenddämmerung trat ein und wir beendeten unsere Motorroller Tour wieder am Strand vom Vortag um der Sonne für den Tag Tschüss zu sagen. Wir holten unser Gepäck ab und dann ging es auch schon mit der Khmer Rikscha nach Kampot, wo wir nach diesem Tag voller Eindrücke ziemlich spät und müde aufschlugen. Was haben wir in Kep gelernt? Wir waren jetzt da wo der Pfeffer wächst, und wir müssen beide noch üben um gesellschaftsfähig Krebs essen zu können!