Berichte von 02/2020

26Februar
2020

Unsere malaiische Grenzerfahrung

Völlig unproblematisch erreichten wir Johor Bahru, oder auch JB, wie die Stadt auch leger von den Einheimischen genannt wird, nach ca. 3 Stunden Busfahrt. Nach Ankunft fuhren wir zu unserer Unterkunft. Erneut hatten wir uns für ein Apartment (ähnlich wie in Kuala Lumpur) entschieden. Dieses war auch wieder sehr schön, sauber, groß und für ein paar Tage bestens ausgestattet. Einziger Wermutstropfen war ein bisweilen bestialisch stinkender Duschabfluss (es hätte auch eine Leiche in der Badezimmerwand einbetoniert sein können…) jedoch wurde dies durch den sonstigen Komfort des Apartments und unsere begrenzte Aufenthaltszeit in JB kompensiert. Ausserdem hatte unsere Unterkunft einen Rooftop-Pool im 33. Stock, in welchem man sogar Bahnen schwimmen konnte. Wir nutzen die Infrastruktur unserer Unterkunft um Wäsche zu waschen und unsere Rucksäcke mal wieder grundlegend neu zu sortieren. Es war bereits früher Abend als wir loszogen um einen ersten Eindruck des Ortes zu bekommen. Und wieder zeigte sich: die Malaien lieben Shopping-Malls. Ein Phänomen welches angesichts der irren Temperaturen durchaus nachvollziehbar ist: allein um ein innerstädtisches Schleudern erträglich zu machen, sind die Vorteile von klimatisierten Malls nicht von der Hand zu weisen. Genau wie Muar war Johor Bahru wieder ziemlich muslimisch geprägt, sodass abends der Gesang verschiedener Muezzine durch die Straßen hallte. Auch (optisch als solche erkennbare) Touristen gab es praktisch keine. Wir landeten natürlich alsbald in einer Mall und kauften im Supermarkt Käse, Marmelade, Obst, Kaffee und Saft, denn wir planten (genauso wie wir es in Kuala Lumpur gehandhabt hatten) ein entspanntes Frühstück in den „eigenen vier Wänden“ am nächsten Morgen. In dem Einkaufszentrum aßen wir auch schließlich zu Abend - es gab fantastisches Hot-Pot. 

Am nächsten Morgen sollte dann das Vorhaben des Frühstücks umgesetzt werden. Beschwingt und dynamisch schwang ich mich aus dem Bett um, idealerweise frisches, Brot zu besorgen (Conni freute sich hingegen in gewohnter Manier über die Möglichkeit sich erneut zur Seite drehen zu können). Das Vorhaben des Brotkaufs erwies sich als weniger profan wie es zuerst anmutet. Nach einer Stunde kehrte ich verschwitzt, aber immerhin erfolgreich ins Apartment zurück. Der geneigte Leser mag sich nun fragen: Was ist dazwischen passiert? Die recherchierte Bäckerei hatte geschlossen, der Supermarkt sollte erst um 10 Uhr öffnen, Seven-Eleven hatte ausschließlich bizarre, ekelig synthetische Schoko-Gummi-Brötchen im Sortiment und auch sonst schien das Vorhaben Teigwaren in Johor Bahru (eine Millionenstadt wohlgemerkt) als völlig absurd und utopisch. Die Rettung war eine einfachste Bäckerei namens „Salahuddin“, dessen Eingangsschild, mit Halbmond und Stern versehen, eher an eine von Kinderhand gemalte muslimische Gebetstafel erinnerte. In einem rußgeschwärzten Loch in der Wand brannte noch das Feuer des Ofens und es roch herrlich nach Backwaren. Euphorisiert von dieser Entdeckung kehrte ich zurück - Conni war natürlich schon aufgestanden - und wir machten uns ans Frühstück. Zynischerweise war das von mir erworbene Brot eher mäßiger Natur (jedes Golden Toast hat mehr Geschmack) allerdings hatte wurde mein aufopferungsvoller Einsatz von Conni sehr gutgehießen und das ist in jedem Fall mehr wert als jedes Geschmackserlebnis. Das ich diese Brotkauf-Aktion derart ausführlich und episch beschreibe, liegt an der Tatsache, dass unser Tag in Johor Bahru sonst sehr unspektakulär war und der Ort bis auf wenige Malls und ein paar nette Moscheen wenig zu bieten hat. Der Park am örtlichen Palast (offenbar die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit) hatte, man könnte schon fast von Bösartigkeit sprechen, geschlossen und so verbrachten Conni und ich eine entspannte Zeit im Apartment, ließen uns nachmittags bei einer Thai-Massage verwöhnen und aßen abends ein paar Hong Kong Spezialitäten und frönten uns erneut dem Schachspielen - mir ist bewusst, dass man uns auch demographisch auf Mitte 70 einschätzen kann beim Lesen dieser Zeilen, aber Conni und ich wussten, dass uns in Singapur wieder ein paar „Power-Sightseeing-Tage“ bevorstehen würden, daher waren diese erholsamen Momente sicher nicht unabwegig. Am nächsten Tag sollte es dann in unser letztes Land der Reise gehen: Singapur und die Vorfreude war natürlich riesig!  

24Februar
2020

Wir verlassen Muar als neugeborene Karaokestars

Nach einer höchst unspektakulären Busfahrt von 1,5 Stunden sind wir in Muar angekommen, nahmen ein Grab zum MUO Resort (auch hier verheißt der Name Resort viel zu viel, es erwartete uns ein einfaches Hotelzimmer) und checkten in aller Ruhe in unser Zimmer ein. Wie zumeist wurde zuerst einmal die Umgebung des Hotels ausgecheckt. Hatten wir schon vor Ankunft gelesen, dass es einen hoteleigenen kleinen Streichelzoo gab, waren wir bei Begehung schockiert über die sehr schlechten Bedingungen mit denen die Tiere leben müssen. Hasen in sehr kleinen Käfigen, Fische in einem fast umgekippten Teich und Rehe in einem unfassbar kleinen Außenbereich. Nur die Terrasse die schön im Areal eingebettet war konnte uns überzeugen. Nach Beendigung des Rundgangs waren wir voller Motivation uns die paar Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Und so stapften wir los immer entlang der Straße, von fußgängerfreundlichen Wegen ist Malaysia leider noch weit entfernt. Doch plötzlich geschah es: Ich entdeckte eine riesige Echse, fast schon Drachenartig, in dem Kanal am Straßenrand. Voller Überraschung versuchte ich Keno mit einem lauten Aufschrei darauf aufmerksam zu machen. Doch nicht nur Keno wurde davon aufgeschreckt, auch das Tier erschrak sich und rannte, man könnte doch eher watschelte sagen, den Kanal entlang. Glücklicherweise erspähte nun auch Keno dieses individuelle Geschöpf und identifizierte es als einen Waran. Der Versuch das Wesen auf Video aufzunehmen scheiterte leider daran, dass es voller Angst vor uns beiden ein von uns unbemerktes Schlupfloch fand. Doch wir beide waren von der Sichtung dieses seltenen Tieres voller Euphorie und setzten Beschwingt und mit Blick auf den Kanal (in der Hoffnung noch einen Waran zu erspähen) unseren Weg fort. Nach einigen Minuten kamen wir am Tanjung Emas, einer Art Freizeitzentrum, an. Anhand der vielen argwöhnischen jedoch sehr interessierten Blicke bemerkten wir schnell, dass Touristen in dieser Stadt wohl eher eine Seltenheit sind. So waren die einzigen Touristen welchen wir an diesem Tag begegneten ein älteres Ehepaar die mit uns auch schon im Bus hergefahren sind. Wir sahen Austernfisher die ihrer Arbeit nachgingen und sehr viele Einheimische, die ihr Wochenende am Fluss verbrachten. Unser Rundgang führte uns entlang der Promenade an der Sultan Ibrahim Jamek Moschee vorbei zur Wetex Parade. Dabei handelt es sich laut Internet um ein großes Einkaufszentrum in der Stadt. Nach Betreten wurde uns jedoch klar, dass es sich dabei um eine Übertreibung handelt, war es ein verhältnismäßig kleines Shoppingparadies welches wir in einer halben Stunde besichtigt hatten. Doch oben angekommen erwartete uns eine Überraschung: Die Safari KTV Bar. Begeistert buchten wir uns für sehr kleines Geld (keine 5 Euro für eine Stunde) einen Raum und eine neue Leidenschaft von uns beiden wurde geweckt. Wir grölten zu Wonderwall, Angels, u.s.w. ins Mikrofon und vollkommen euphorisiert von dieser Leidenschaft verließen wir, voller Überraschung wie schnell doch die Zeit vergangen ist, nach einer Stunde das Gebäude. Das Abendessen nahmen wir in einer authentischen Bude mit roten Plastickstühlen zu uns und das Nasi Lemak schmeckte neben dem Cheeseroti mal wieder ausgezeichnet.

Der nächste Tag war ungewohnt chaotisch. War unsere erste Idee am Morgen mit dem Bus einen Nationalpark zu besuchen und ein wenig wandern zu gehen, stellte sich heraus, dass aufgrund mangelnder Infrastruktur diese Option leider nicht möglich war. Auch der anschließende Versuch einen Leihwagen für einen Tag zu mieten stellte sich nach einem Besuch des Büros, wo wir dann vor verschlossener Tür standen, als keine wahrnehmbare Möglichkeit heraus. Was sollen wir jetzt nur tun? Nach weiteren Minuten des Recherchierens entschieden wir uns mit dem Grab zum Paret Jawa zu fahren. Gesagt getan. Kurz nach unserer Überlegung ging es los und wir waren nach Ankunft begeistert von der Atmosphäre die uns dort erwartete. Im Hafen lagen viele einfache Fischerboote und einfache Restaurants waren in einer Vielzahl vorhanden. Wir schlenderten durch die Gegend und stärkten uns mit einem „The O“ in einen der Restaurants. Doch war unser Plan nicht zu 100% durchdacht. Nach einigen Versuchen stellte sich heraus, dass es unmöglich war ein Grab soweit außerhalb der Stadt zu rufen und auch von einem Taxi war weit und breit keine Sicht. So hatten wir den genialen Einfall uns in einem Guesthouse Hilfe zu suchen und machten uns auf den Weg. Angekommen liefen wir aufgrund der Verlassenheit des Ortes erneut in eine Sackgasse. Verwildert lag ein ehemalig doch sehr schönes Hotel vor uns. Uns blieb also keine andere Wahl: Wir liefen los Richtung Muar mit der Hoffnung in die Reichweite der Grab App zu gelangen. In der Hitze stellte sich der Weg entlang der Straße nicht gerade als ein Highlight unserer Reise dar doch glücklicherweise erspähten wir nach ca. 3-4 km ein Taxi. War der Fahrer momentan noch auf einem Familienausflug bot er uns an seine Familie abzusetzen und uns dann in die Stadt zu fahren. Glücklich atmeten wir auf und stärkten uns nach erfolgter Ankunft erst einmal bei Mc Donalds mit einem Nasi Lemak. Da wir noch ganz angetan von unseren Karaokekünsten des Vortages waren entschieden wir uns aufgrund der doch etwas eingeschränkten Anzahl an Sehenswürdigkeiten zum KTV zurückzukehren. Zwei Stunden trällerten wir uns die Seele aus dem Leib und stolz können wir beide sagen: Es wurden während dieser zwei Stunden wirklich zwei neue Karaokestars geboren. Den Abend ließen wir nach einem Abendessen im Innenhof inmitten des „Tierparks“ bei Schach und UNO Flip ausklingen.

Am nächsten Tag fand auch schon unsere Weiterreise nach Johor Bahru statt. Drei Stunden fuhren wir nach einem miserablen Frühstück mit dem Bus und erreichten unseren Zielort gegen Mittag. Auch diese Destination war durch und durch untouristisch und wir waren gespannt was uns an diesem Grenzort erwarten sollte. 

 

22Februar
2020

Oder wie auch immer man diese Stadt schreibt…

Angekommen mit dem Flieger in Kuala Lumpur, galt es den Bus nach Melaka zu erwischen. Nach einigem Chaos am Flughafen und einer zweifelhaften Kommunikationspolitik des Busanbieters vor Ort bekamen wir unseren Bus und fuhren dann Richtung Süden zur Weltkulturerbestadt Melaka. Diese Busfahrt entwickelte sich zu einem gewissen Wechselbad der Gefühle. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt die Zeit zu nutzen, um die verbliebenen 1,5 – 2 Wochen unserer Reise zu planen. Langkawi als paradiesische Insel hatte uns sehr euphorisch gestimmt, weshalb wir nochmal Inselfeeling erleben wollten. Auch Tauchen wollten wir nochmal. Wir sondierten eine schöne Insel an der südlichen Ostküste von Malaysia aus. Nach Melaka wollten wir also die Halbinsel mit dem Bus durchqueren, dann die Fähre auf die Insel nehmen und dort ein paar schöne Tage verbringen. Tauchen sollte auf der Insel ab Anfang Februar auch möglich sein. Alle Faktoren schienen erfüllt und geblendet von der bis dato fantastischen Infrastruktur in Malaysia buchten wir drauflos: Zuerst reservierten wir ein Hotel auf der Insel und wollten dann die Transportmittel buchen. Daran sollte es dann scheitern… Zuerst fanden wir uns auf der Website des Fähranbieters nicht zurecht (dort war von ausgebuchten Verbindungen die Rede), dann beschlich uns immer mehr der Verdacht dass die Uhrzeiten auch ungünstig wären am Anreisetag, schließlich hätten wir an selbigen auch noch ca. 5 Stunden Bus fahren müssen (unnötig zu erwähnen, dass die Busverbindungen auch sehr rar gesät waren). Entmutigt schrieben wir eine Email an den Fähranbieter und kurz darauf kam die Rückmeldung, die unsere weitere Planung massiv beeinflussen sollte: Aufgrund des Monsuns würde die Fähre eine Woche lang nicht verkehren. Damit war die gesamte Region für uns nicht mehr erreichbar und unter diesen Bedingungen wäre natürlich auch nicht ans Tauchen zu denken gewesen. Schleunigst kontaktierten wir das gebuchte, aber nun unerreichbare Hotel und stornierten das Zimmer. Nun galt es umzudisponieren: wir entschieden uns beim Check-In in Malaka direkt eine Nacht dranzuhängen. Auch für unseren letzten Aufenthalt in Singapur buchten wir noch eine Nacht hinzu. Dazwischen werden wir noch 2 Nächte in Muar (eine vermutlich eher unspektakuläre Stadt an der Westküste) und in Johor Bahru (der Grenzstadt zu Singapur) verbringen. Diese Stadtaufenthalte substituieren nun das ausbleibende Inselerlebnis an der Ostküste – aber umso glücklicher sind wir über die tolle Zeit die wir auf Langkawi hatten! Nun waren wir in Melaka angekommen und nach all der Organisation war es auch schon Abend geworden, sodass wir nach einem kurzen Spaziergang schnell etwas zu Essen auftrieben. Eine Beobachtung war, dass eine gewisse Uneinigkeit über die Schreibweise des Ortes herrschte. Wir sahen folgende Konstellationen: Melacca, Malacca, Melaka, Melakka, Malaka, Malakka, Mellacca… Wie es wirklich heißt? Tja, dass wissen wir beide bis heute noch nicht…  

Der nächste Tag stand dann voll im Zeichen des Sightseeings. Wir schlenderten durch die Gassen der Altstadt, die bezüglich der Population sehr chinesisch geprägt war. Auch die architektonischen Highlights der Stadt lagen auf unserer Route. Melaka hat sowohl eine portugiesische als auch eine niederländische und zuletzt eine britische Kolonialvergangenheit. Die führt zu einem bizarren Architekturmix: So gibt es zum Beispiel das „A Famosa“ – eine portugiesische Kirche aus dem Jahre 1512 (eines der ältesten europäischen Bauwerke in Asien überhaupt), direkt daneben das „Stadthuys“ aus der niederländischen Zeit (ca. 1670) und wiederum dort daneben die „Chruch of St. Francis“ (ca. 1850). Gleichwohl gibt es aber auch buddhistische Tempel (wegen der vielen Menschen vor Ort mit chinesischen Wurzeln) aber auch Moscheen – denn wie bereits beschrieben ist der Islam ja Staatsreligion in Malaysia. All das führt zu einem bunten und durchaus sehenswerten Mix, wie wir beide fanden. Das größte touristische Klientel war allerdings eher älterer und kultivierter Natur - ich fand die meisten wirkten wie pensionierte Kunst- und Religionslehrer. Batikkleider, Brillenbänder und bunte sackartige Hosen wo man nur hinsah. Wir besichtigten eine Moschee (ich war wieder mit einer prächtigen, sackartigen Hose bekleidet, Conni mit einem wallenden Gewand und mit Kopftuch um den Kleidungsanforderungen zu entsprechen) und verbrachten einige Zeit in den angenehm kühlen Malls vor Ort. So kam ich dann auch zu meinem dringend nötigen Haarschnitt und auch ein Besuch beim Kieferorthopäden war möglich (mein Draht hinter den Zähnen hatte sich mal wieder gelöst…). Abends wollten wir unsere knurrenden Mägen mit malaysischer Kost füllen, gerieten aber zu einem als malayisch getarnten Inder – die Folge: unfassbar scharfes Nasi Lemak, welches Conni und mir beiden zu schaffen machte. 

Der folgende Tag wurde, aufgrund unserer Neuplanung, nun ebenfalls in Melaka verbracht. Wir ließen uns in einem Thai-Massagesalon verwöhnen (wo das weibliche Personal mit wildem Gekicher meine offenbar ungewöhnliche Körpergröße bestaunte) und verbrachten einen sehr entspannten Tag. Abends trieben wir noch ein Schachspiel auf, denn Conni hatte Ambitionen bekannt, dieses Spiel zu erlernen. So saßen wir abends am Fluss, tranken ein Bier und Conni und ich konnten uns beim Schach messen – ich musste bezüglich der Regeln auch nicht bei Null anfangen und Conni konnte mir schon im zweiten Spiel ein Remis abringen. Nun sitzen wir im Bus nach Muar, der Ort der eine Zwischenstation nach Johor Bahru ist, bevor wir dann nach in Singapur einreisen. Wir sind gespannt was uns in der nächsten – touristisch eher unerschlossenen – Destination erwartet und werden natürlich wie gewohnt berichten!

19Februar
2020

Drei Traumtage auf der Trauminsel

Erneut sitzen Keno und ich im Flieger und steuern Kuala Lumpur an. Direkt nach Landung soll es jedoch mit dem Bus weitergehen zu unser nächsten Destination: Melaka. Schon gestern Abend haben wir zwei die letzten Tage Revue passieren lassen und es gab für uns beide nur ein Fazit der vergangenen Zeit: Es waren drei Traumtage auf einer Trauminsel. 

Alles begann mit unserer Ankunft am ADYA Hotel in der Stadt Kuah. Vor Ankunft hatten wir einige Zweifel ob dies die richtige Wahl für uns beide war, doch die begrenzte Auswahl und die hohen Inselpreise hatte unsere Wahl bestärkt, schließlich wollten wir auch einen Pool im Hotel. Zweifel kamen auf, als wir einige Bewertungen lasen: Gebete die über die Gänge hallen; vollverschleierte Frauen und eine Unterscheidung von Frau und Mann bei den Swimmingpools. Was uns erwartete war jedoch ein sehr gutes  Preis-Leistungsverhältnis. Klar handelte es sich um ein muslimisches Hotel, die Leute waren jedoch sehr freundlich, das Zimmer groß mit einem Balkon, es gab einen gemischten Pool, das Klientel war gemischt und von den Gebeten haben Keno und ich (abseits eines Gebetplans auf dem Zimmer und einem Pfeil mit der Ausrichtung auf Mekka) nichts gemerkt. Was uns beide außerdem sehr entzückte war ein vorzügliches Frühstücksbuffet welches für einen perfekten Start in den Tag sorgte. Kaum angekommen wurde unser Vorhaben uns einen Fahrbahren Untersatz für die kommenden Tage zu organisieren mehr als effizient umgesetzt. Keine Stunde später saßen wir auf unserem Roller und brausten los um etwas essbares für die doch ziemlich leeren Mägen aufzutreiben. Wir fuhren in eine Art Industriegebiet in der Nähe des Hotels und durch Zufall gelang es  uns den wunderschönen Sonnenuntergang auf einem Steg zu bestaunen. Gegessen haben wir danach in einem sehr authentischen Restaurant. Es gab Reis mit gegrillten Fleischsticks und zwei sehr interessanten, wie sollte es auch anders sein sehr süßen, Getränken. Nach dieser Stärkung besuchten Keno und ich noch das Wahrzeichen der Insel: Eine riesige Statue des braunen Adlers, welchen es so nur auf Langkawi gibt. Der Abend wurde mit einem Bier in einem Restaurant der Fishing Village beendet und nach diesem traumhaften, aber doch etwas anstrengenden Tag waren wir beide froh im Hotel ins Bett fallen zu können.

Unser nächste Tag sollte ganz der Erkundung der Insel dienen. Die Helme wurden nach einem ausgezeichneten Frühstück aufgesetzt und kaum das wir uns versahen brausten wir mit unserem Roller los. Erstes Ziel: Der Durian Perangin Wasserfall. Mitten im Dschungel gelegen war dieser zwar schön anzusehen, unserer Meinung nach ist dieser jedoch in der Regenzeit sehenswerter. Handelte es sich momentan um einen eher kleineren Wasserfall, können wir uns gut vorstellen, dass er sich zu einem reißenden Strom entwickeln kann. Relativ schnell saßen wir wieder auf unserem zweirädrigem Gefährt und brausten los Richtung Tanjung Rhu Strand, welcher im Internet die besten Kritiken der Insel bekam. Angekommen konnten wir dies Kritiken nur bestätigen. Ein Traumstrand mit weißem Sand und wenigen Besuchern erwartete uns. Alleinig das Wasser war ein wenig trüb (was aber Klagen auf ganzen hohen Niveau ist), was an der Lage an der Straße von Malakka lag. Mittags besuchten wir nach einem ausführlichen Sonnenbad (Natürlich im Schatten, denn obwohl sowohl Keno als auch ich für unsere Verhältnisse eine hervorragende Bräune bekommen haben, ist leider ein Sonnenbrand immer noch relativ wahrscheinlich) ein Restaurant (eher ein Bretterverschlag) und aßen Reis mit Hähnchen und gebratene Nudeln. Gut gestärkt ging es an das Highlight der Insel: Die SkyCab Gondel erwartete uns. 550 Meter fuhren wir über dem Dschungel des Machincang Mountain und genossen eine traumhafte Aussicht. Oben angekommen erwarteten uns zwei Aussichtsplattformen mit einer 360 Grad Aussicht welcher von uns mit einem Eiskaffee abgerundet wurde. Glücklich ging es an den Abstieg und da wir über E-Mail Verkehr bereits das Highlight des nächsten Tages geplant hatten ging es für uns zur Tauchschule nach Cenang um alle notwendigen Kosten zu begleichen. Abends wurde dieser Traumtag bei einem wundervollen Abendessen mit einem traumhaften Sonnenuntergang am Strand beendet.       

Der nächste Morgen    wurde schon relativ früh eingeläutet. Gegen 7 Uhr schellte der  Wecker damit wir pünktlich um 9 Uhr vor der Tauchschule standen. Dort ging es zu Beginn noch relativ hektisch zu, sodass wir ziemlich schnell auf dem Boot Richtung Korallen brausten. Zwei Tauchspots wurden gecheckt bevor sich für den dritten Tauchspot entschieden, hatten wir doch am heutigen Tag mit der sonst sowieso schlechten Sichtweite noch besonders Pech. Kaum begannen wir abzutauchen bestätigte sich dies, denn mehr als zwei Meter konnte man auch aufgrund der vielen Partikel im Wasser leider nicht sehen. Mit einer Buddy Line waren wir an Warda, unserer Tauchleiterin, befestigt und von ihr wurden wir durch die doch sehr trübe Suppe manövriert. Leider gab es außer ein paar Krabben und angeblich eines Seepferdchens (was Keno und ich beide nicht entdecken konnten) während des Tauchgangs wenig zu sehen. Doch kurz vor dem Auftauchen sahen wir noch ein paar Clownsfische, welche uns während der kurzen Pause auf dem Boot begeisterten. Während dieser wurden wir mit Kaffee und einem kleinen Snack versorgt, bevor es frohen Mutes erneut ins Wasser ging. Dieser Tauchgang sollte dabei auch weitaus erfreulicher als der letzte ablaufen. Diesmal wurden mit Wardas Hilfe auch von uns zwei Seepferdchen in den Korallen erspäht und neben kleinen Nemos gab es weitere fast faustgroße Clownsfische zu betrachten. Auch die zwar immer noch schlechte Sicht hat sich auf das zuvor angekündigte Level normalisiert und Kenos und meine motorischen Fähigkeiten waren diesmal auch wieder im Einklang mit der Unterwasserwelt. Somit war der Tauchgang ein voller Erfolg und glücklich stiegen wir nach 50 Minuten erneut ins Boot. Wir brausten zurück an den Strand und nach dem Ausfüllen der Logbücher verabschiedeten wir uns vom Team.     

Müde ging es nach einer kurzen Stärkung im Seafood Restaurant für eine kurze Pause ins Hotel um eine Abkühlung durch die Klimaanlage zu erlangen. Auch der Pool des Hotels wurde an diesem Tag von uns beiden gecheckt und für sehr gut befunden. Sportlich ging es für uns Beide weiter. Mit dem Roller düsten wir zur Driving Range eines Golfclubs und nachdem meine nicht vorhandenen Golfkenntnisse ein wenig aufgebaut und Keno seine Fähigkeiten präsentieren konnte war es auch schon Zeit sich aufzumachen Richtung Sonnenuntergang. Da dieser uns gestern in solchem Maße begeistert hat wollten wir uns diesen auch heute nicht entgehen lassen. Genau zum richtigen Zeitpunkt erreichten wir den Strand und mit einem Bier in der Hand war es wirklich ein traumhafter Augenblick den wir beide so schnell wohl nicht vergessen werde. Wunderschön ging es weiter denn die zurückbleibende Abenddämmerung und das verglühen des roten Nachthimmels beobachteten wir in einem Fish und Chips Restaurant, in dem es natürlich auch nichts anderes als Fish und Chips geben durfte. Glücklich nach diesem unfassbar tollen Tag ging es zurück ins Hotel und wir beide waren sehr froh noch einen vollen Tag auf Langkawi zu haben.     

Der Vormittag des nächsten Tages wurde erneut an unserem sehr geschätzten Strand verbracht und auch die Stärkung am Mittag fand im selben Restaurant statt. Den Nachmittag hingegen verbrachten wir im Splash Out, dem Wasserpark der Insel Langkawi. Wurde dieser erst Ende des Jahres 2019 eröffnet kam man sich beim Benutzen der Wasserrutschen wie in einem Pilotprojekt vor. Waren wir mit ca. 20 anderen Menschen alleine im Park unterwegs wurde man nach Beendigung einer Rutschsession vermehrt gefragt wie hoch der Spaßfaktor dabei doch gewesen sei. Die Partnerrutsche die man in einem Doppelreifen runterrutschte und eher einer Achterbahn ähnelte, hatte uns beiden besonders angetan. Ehrlicherweise hatte sonst der Park nicht besonders viel zu bieten und so kehrten wir nach ca. 2,5 Stunden dem Splash Out dem Rücken zu und machten uns, nach Rückgabe des Rollers, auf dem Weg etwas Essbares zu finden. Eingekehrt sind wir dann in ein typisch Malayisches Restaurant, welches uns mit seinen Kochkünsten begeistern konnte. Auch probierten wir an diesem Abend das Nationalgetränk Malaysias: Teh Tarik, welches eher wie ein explodierter Zaubertrank wirkte. Gestärkt nach einem erfolglosem Versuch James Bond im Hotel zu gucken (das Internet war leider zu schlecht) gingen wir schlafen, traurig darüber der Insel am nächsten Tag Tschüss zu sagen. Und so kam es dann auch, mit dem Flugzeug ging es erneut nach Kuala Lumpur von wo wir dann direkt im Anschluss einen Bus nach Melaka nahmen. Auch diese Stadt steht, genauso wie Georgetown, unter dem UNESCO Weltkulturerbe und wir zwei sind sehr gespannt welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede uns zu Penang auffallen :).    

19Februar
2020

The Diversity of Asia

Dieser Blogeintrag entsteht im Gegensatz zu den vorherigen Einträgen mal nicht auf der Straße, sondern auf dem Wasser. Wir befinden uns auf der Personenfähre von Penang auf die Insel Langkawi, ganz im Norden von der malaiischen Westküste. 

Penang, oder auch Georgetown genannt, war die vorige Station welche wir vor circa einer Stunde verlassen haben. Der Slogan der Stadt lautet „The diversity of Asia“ – ein Motto welches passender nicht sein könnte. Nach unserer Ankunft vorgestern, bezogen wir unser Hotel in der Altstadt des Ortes. Georgetown selber hat ca. 200000 Einwohner, im Ballungsgebiet leben aber über eine halbe Million Menschen. Die Altstadt gefiel uns ausgesprochen gut und wir waren sofort motiviert nachdem wir das Gepäck im Hotelzimmer geparkt hatten, diese näher zu erkunden. Die Altstadt ist ein UNESCO Weltkulturerbe, aufgrund ihrer ganzheitlichen und sehr gut erhaltenen britischen Kolonialarchitektur. Wir schlenderten los und stellten schnell fest, dass Penang eine riesige chinesische Population hat. So haben etwa 80% der Einwohner einen chinesischen Hintergrund. Dies zeigte sich in den typischen Lampions, buddhistischen Tempeln und natürlich auch anhand des kulinarischen Angebots. Wir genossen es durch die schmalen Straßen zu schlendern, Street Art zu betrachten und die vielen kulturellen Einflüsse auf uns wirken zu lassen. So gab es im Zentrum der Altstadt ein Little India – einige Straßenzüge die gänzlich der indischen und pakistanischen Bevölkerung vorbehalten schienen. Hier gab es auch hinduistische Tempel. Nur ein paar Ecken weiter gab es dann wieder Moscheen und die Einflüsse des Islam warem zu sehen (der ja wie im Artikel zuvor beschrieben Staatsreligion von Malaysia ist). Dann gab es aber auch die erwähnten chinesischen Straßenzüge und nicht zuletzt natürlich die britische Architektur, die alledem einen Rahmen gab. So durfte auch eine weißgetünchte Kirche in dem Stadtbild nicht fehlen. Wir schlenderten weiter zum Hafen und bestaunten den dortigen Leuchtturm und das Fort Cornwallis. Beides Bauwerke die unzweifelhaft aus der britischen Kolonialzeit stammten, genauso wie das Gebäude der East India Trading Company. Die hohe Diversität des Ortes beeindruckte uns wieder sehr! Als der Abend näher rückte, verschlug es uns nach dieser ersten ausführlichen Ortsbegehung erneut ins Hotel. Die unfassbare Hitze, gepaart mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, verlangte einfach das Einlegen einer Pause. Diese nutzen wir um unsere weitere Reise zu Planen, Flüge, Busse und Hotels zu buchen. Auch unser anstehendes Tauchvorhaben auf Langkawi brachten wir unter Dach und Fach. Nach derartigen Organisationsanstrengungen mussten natürlich unsere Mägen gefüllt werden und so fanden wir schnell ein einfaches Restaurant um die Ecke des Hotels wo wir ein leckeres malaiisches Abendessen zu uns nahmen. 

Der Folgetag war unser einziger vollständiger Tag vor Ort. Wir fuhren mit dem Bus zum Fuße des Penang Hills. Dort ging es dann mit der Zahnradbahn (natürlich importiert aus der Schweiz) auf ca. 2000 Meter Höhe. Dort genossen wir das herrliche Panorama über die Stadt und machten uns dann an den Abstieg in die Stadt. Wir wanderten einige Stunden durch den Dschungel und sahen faszinierende Riesenameisen, bunte Schmetterlinge (sehr zu Connis Freude) und Vögel. Unsere Zeit im Grünen entpuppte sich aber hitzebedingt als höchst anstrengend und wir waren froh am Nachmittag den ??? Tempel zu besichtigen. Dieser gigantische Tempel (der über eine eigene Zahnradbahn verfügt um auf dem Gelände von A nach B zu gelangen) schien ganz dem chinesischen Publikum vorbehalten zu sein. So aßen wir dann auch eine Kleinigkeit am Nachmittag in einem chinesischen Restaurant, welches vom Interieur her an das kommunistische China der 1990er Jahre erinnerte. Gestärkt erkundeten wir das Tempelareal, welches ein Potpourri der Kuriositäten bereithielt. So gab es neben einer gigantischen Statue noch eine Pagoda und diverse – sehr kitschige Räumlichkeiten. Überall wurde Ramsch und touristischer Nippes verkauft. Wir verließen das Gelände gegen Abend und ließen selbigen dann mit leckerem Sushi ausklingen (ja, ich kann von mir behaupten an den Valentinstag gedacht zu haben ;)). Nach dem Restaurantbesuch freuten wir uns auf die langersehnte Dusche und das Bett. Allerdings hatte unsere Unterkunft mit einem kompletten Stromausfall zu kämpfen. Man hatte uns jedoch glücklicherweise in dem benachbarten Guesthouse einquartiert, sodass wir dort die Nacht verbringen konnten. Denn eine Nacht ohne Klimaanlage war schlicht unmöglich durchzustehen, bei den wahnwitzigen Temperaturen in Penang.

Heute gilt es dann Fazit zu ziehen: Erneut zeigten sich in Penang Auswirkungen des Corona-Virus dahingehend, dass keine chinesischen Touristen vor Ort waren. Diese scheinen sonst ganz klar die Szenerie zu bestimmen und alle Attraktionen zu überlaufen. Für uns (ja, es klingt sehr zynisch) war dieser Umstand nicht unangenehm, denn so hatten wir nie Wartezeiten oder überlaufene Orte während unseres Aufenthalts. Und was bleibt noch im Kopf? Penang bzw. Georgetown ist im besten Sinne ein unglaublich diverser Ort mit einer tollen kulturellen Vielfalt, wie wir sie so selten erlebt haben. Wir beide sind uns einig: Eine tolle und stets besuchswerte Destination in Malaysia!

13Februar
2020

Dem Tee auf der Spur

Nach einer ziemlich stressfreien Busfahrt (in Malaysia gibt es auch normale Sitzbusse und nicht nur ominöse Schlaf/Liegebusse) erreichten wir Tanah Rata, den Hauptort in den Cameron Highlands. Wie die Bezeichnung „Highlands“ bereits suggeriert, liegt die Region ziemlich hoch, sodass auch unser Ort über 1000 Meter Höhe gelegen war. Die umliegenden Berge erreichen gar Höhen von deutlich über 2000 Metern. Durch die frostigen Klimaanlagentemperaturen während unserer Busfahrt waren wir bereits sensibilisiert für die deutlich kühleren Wetterlagen die uns in Tanah Rata erwarteten. Bei ca. 20 Grad spuckte uns der Bus in dem kleinen Örtchen aus. Wir liefen zum Hostel, welches sich als sehr gute Wahl entpuppte. Sonderlich ästhetisch war Tanah Data als Ort nun wirklich nicht, wie wir bei einer ersten Ortsbegehung am frühen Abend feststellen durften, dafür gab es eine ziemlich ausgeprägte Infrastruktur und viele Restaurants. Wir beschlossen uns indisch essen zu gehen und tüftelten dabei unseren Plan für den folgenden Tag aus. Wir beschlossen auf eigene Faust die Highlands zu erkunden und keine der omnipräsenten Tourangebote (zu denen man auch sehr gedrängt wurde…) in Anspruch zu nehmen. 

So starteten wir am nächsten Morgen dynamisch in unseren mir zahlreichen Programmpunkten gespickten Tag. Mit einem halben Liter Kaffee im Magen liefen wir zum Rollerverleih um uns unser Gefährt für den Vormittag abzuholen. Bereits das dafür notwendige Überqueren der Straße stellte sich frühmorgens als intellektuelle Herausforderung dar, schließlich gilt in Malaysia aufgrund der früheren britischen Kolonialvergangenheit Linksverkehr. Todesmutig und gleichzeitig herausgefordert von der mentalen Challenge den Straßenverkehr gespiegelt zu bewältigen, übernahm ich den Roller und schon brausten wir die kurvige Bergstraße empor zu unserem ersten Ziel des Tages: Die Boh Tea Farm. Boh ist der bekannteste und größte malaiische Teehersteller. Die Plantage war sehr beeindruckend. Teilweise verhangen von tiefhängenden Wolken und leichtem Nebel, waren die mit Teepflanzen bewaldeten Berge und Hügel sehr beeindruckend. Die verschiedenen Grüntöne waren sehr schön anzusehen. Ein Teil der Produktion konnte mit einer „Führung“ (diese beschränkte sich auf 2 Minuten verbalen Input) angesehen werden. Die Teepflanzen können demnach alle 4 Wochen geerntet werden und dann erfolgt ein Trocknungsprozess der zu unserem Erstaunen wohl nur wenige Stunden dauert. Wir kauften ein wenig Tee im angrenzenden Shop, der äußerst erschwinglich war, schließlich hatten wir es hier mit einem Massenhersteller und weniger einem Luxusproduzenten zu tun. Dann gab es auf einer Terrasse noch einen Tee zu trinken, begleitet von leckerem Teegebäck. Erneut schwangen wir uns auf unseren mobilen Untersatz, und düsten durch die herrliche Natur wieder in Richtung Tanah Rata. Wir hielten mittags an einer Erdbeerfarm und nutzen die Gelegenheit frische Erdbeeren selbst pflücken zu können - ein Unterfangen bei dem Conni mit der Aussenwirkung einer langjährigen Biobäuerin mit Kennerblick nur die besten Früchte auswählte. Danach gab es bei dieser Farm für uns beide auch ein Mittagessen, welches ganz im Zeichen der Erdbeere stand. So gab es das traditionelle Essen Nasi Lemak (Hähnchen, natürlich halal, Reis, ein Spiegelei, geröstete Erdnüsse und eine scharfe Soße) in modifizierter Form mit einer Art Erdbeerreis als Beilage. Derart gestärkt gingen wir in den körperlich aktiven Part des Tages über und begaben uns an den Startpunkt unserer geplanten Wanderung. Bei mittlerweile wieder starken Sonnenschein stapften wir auf eine Bergspitze (immerhin ca. 1700 Meter ü.N.) und bestaunten den Ausblick auf die umliegende Natur und die Teeplantagen. Am späten Nachmittag ging es zu einer weiteren Teeplantage und zwar vom Label „Cameron Highlands Tea“. Dieser Hersteller ist (noch) günstiger als Boh Tea und die Teeplantage lag tiefer im Tal als jene die wir am Vormittag besucht hatten. Wir stärkten uns mit Masala Tee und Schwarztee und kamen überein, dass uns der Tee hier besser schmeckte als am Vormittag bei Boh Tea. Wir genossen erneut den tollen Ausblick auf die Berge und schlenderten dann noch eine weile durch die Teefelder. Dann ging es zurück nach Tanah Rata und nach einem Abendessen fielen wir müde ins Bett und ließen den Tag bei einem Film ausklingen. 

Nun sitzen wir wieder im Bus - es geht wieder an die Küste! Unsere nächste Destination, ganz im Nordwesten von Malaysia, ist Penang, welches auch Georgetown genannt wird. Dort wollen wir ein paar Tage verbringen um dann auf die Insel Langkawi weiterzufahren! Wir tauschen also die Teeberge wieder gegen das Meer ein, haben nun aber Highland Tee im Gepäck als schöne Erinnerung an diesen definitiv besuchenswerten Ort. 

11Februar
2020

Der asiatische Melting Pot

Kuala Lumpur, eine Stadt wo man nicht weiß wie man anfangen soll. Also am besten einmal von vorne. Nach einem dreistündigen Flug sind Keno und ich gut am Flughafen gelandet und haben ein Grab in die Stadt genommen. Wir fuhren bis zu einem großen Hochhaus und gespannt entdeckten wir das Areal in welchem wir uns eine Unterkunft für drei Nächte gebucht hatten. Ein Apartment im 18ten Stock mit einem guten Blick über die Stadt (ok, es war wohl eher ein Baustellenblick, mit den Kränen die am Bau eines weiteren Hochhauses arbeiteten aber doch sehr spektakulär), ein Pool und ein Fitnessstudio und last but not least ein Rooftop Pool in der 42ten Etage mit Blick auf die Petronas Tower. Doch bevor wir ein Bad in diesem nahmen entschieden wir aufgrund gegebener Opportunitäten für das Frühstück in den eigenen vier Wänden einkaufen zu gehen. Auf dem Weg zum Supermarkt legten wir einen Stop ein, den wir im vorher nicht auf unserer Agenda stehen hatten. Als neu zertifizierte Open Water Diver gibt es nun einen Gegenstand der nicht fehlen darf. Deshalb begaben Keno und ich uns auf einen Technik Markt um eine Unterwasserkamera zu kaufen. Der Markt war riesig und eines der asiatischsten Dinge die uns in Kuala Lumpur begegneten. Über 6 Etagen schrieen uns die Händler zu. Doch zwei Stunden später und nach starkem, fast einheimischen Verhandeln verließ Keno als Stolzer Besitzer einer solchen Kamera das Gebäude. Unser Einkauf wurde auch noch erledigt und gegen 18:00 Uhr befanden wir uns im Rooftop Pool auf der Dachterrasse. Das Abendessen hatten wir schon seid längerem geplant denn aufgrund  der gestiegenen Optionen einer Großstadt ging es für uns Sushi Essen. Mit Sake und Maki ließen wir den Abend beginnen und anschließend wollten wir diesen bei einem Cocktail mit Blick auf die Stadt ausklingen lassen. Doch die Suche nach einer solchen Cocktail Bar stellte sich um einiges schwerer heraus als wir es im Vorhinein gedacht hatten. Bei unserem ersten Versuch, welche wir aufgrund vorheriger Internetrecherche ausgesucht hatten, wurden wir aufgrund Keno’s nicht vorhandener langer Hose abgewiesen. Der zweite Versuch führte uns in eine clubartige Bar, welche schon „Lloret de Mar artige“  Züge (O-Ton Keno) hatte. Das war nicht gerade das Ambiente was wir beide uns im Vorhinein überlegt hatten. Ahnungslos und ohne wirkliches Ziel irrten Keno und ich daraufhin durch die Stadt bis wir uns nach Sichtung des Grand Hyatt Hotels entschieden den Cocktail oben in der Hotelbar einzunehmen. Das war auch wirklich eine sehr gute Wahl. Mit ausgezeichnetem Blick auf die Petronas Tower und angenehmer Atmosphäre ließen wir in trauter Zweisamkeit mit sehr leckeren Cocktails den Abend ausklingen.     

Der nächste Vormittag verlief ganz gemütlich. Wir frühstückten ganz in Ruhe in den eigenen vier Wänden und nahmen eine grobe Planung unserer Reise in Malaysia vor. Außerdem wurde detaillierter eine Planung unser Zeit in Kuala Lumpur entwickelt. Resultierend darauf konnte unsere Stadttour wenige Stunden später beginnen. Von unserer Robertson Residence ging es durch die China Town zum Sri Mariamman Tempel. Habe ich im Laufe der letzten Monate sehr viele Tempel besichtigt war dies jedoch der erste hinduistische Tempel der Reise. Begeistert betrachteten wir die Figuren an der Außenfassade des Gebäudes. Besonders ich war angetan von den vielen verschiedenen Farben und Schnitzereien die uns dort begegneten. So schön wie der Tempel von außen war, so einfach war er auch von innen. Somit konnten wir relativ schnell unser nächstes Ziel auf der vorher aussonderten Route ansteuern. Zum Central Market sollte es nun gehen. Erneut liefen wir durch die Chinatown welche wirklich ziemlich umauthentisch war. Überall wurden Ramsch und Fälschungen verkauft und keines der angebotenen Gerichte erinnerte mich an das wirkliche chinesische Essen. Somit hielt sich die Nostalgie in Grenzen und eine detailliertere Tour war nicht von Nöten. Auch im Central Market wurde der bereits bekannte Touristenkitsch verkauft doch fanden wir oben einen Foodcourt in dem insbesondere die Einheimischen ihr Mahl einnahmen. Unsere Mägen haben sich nach dem Verlassen Laos um einiges verbessert und so entschieden wir uns einen Versuch zu wagen. Diesen haben wir nicht bereut, denn es erwartete uns ein sehr leckeres Hähnchen mit Reis. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Jamek Moschee. Auf dem Weg kamen wir an einer weiteren Sehenswürdigkeit Kuala Lumpurs vorbei: dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Die Architektur Kuala Lumpurs war ganz anders als alles was wir bis jetzt in Asien gesehen haben. Es erinnerte uns eher an die arabischen Emirate und vor unserem Besuch hätten wir nicht gedacht, dass der Islam so offensichtlich ist. Ist dies doch eigentlich logisch, denn mit über 60% ist der Islam die Staatsreligion. So sind auch nach der Verfassung des Landes alle ethnischen Malaien automatisch Muslime und ein Religionswechsel stellt sich als langwierig und sehr schwierig dar. Die Jamek Moschee war auf jeden Fall sehr sehenswert. Am Eingang wurden wir sehr freundlich begrüßt und für die Frauen eine Art Umhang und für die Männer ein langer Rock verteilt, sodass man angemessen gekleidet war. Beeindruckt von den ganzen neuen Eindrücken brauchten wir Beide erstmal eine Stärkung und das Mc Flurry Eis von McDonalds, welches es ja glücklicherweise auf der ganzen Welt gibt, stellte sich mit dem eintretenden Zuckerschock als eine gute Wahl heraus. Bei dem Genuss zogen wir das Resümee, dass wir Kuala Lumpur höchst beeindruckend finden. Jegliche Ethnie ist uns bei unserer Stadtbesichtigung begegnet und das friedliche (soweit wir es beurteilen können) Nebeneinander der Religionen (neben den Moscheen und Tempeln haben wir auch einige Kirchen in der Stadt gesehen) hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Als Europäer war man eindeutig in der Minderheit, wurde immer sehr freundlich behandelt und anders als in Laos hatten die Leute in den Geschäften und den Restaurants ein Lächeln auf den Lippen. Zum Abschluss des Tages wollten wir dem Botanischen Garten noch einen Besuch abstatten. Nach einem längeren Fußmarsch erreichten wir diesen und standen plötzlich in einer sehr großen und gut gepflegten Parkanlage in dem Badminton gespielt wurde und neben einer Geburtstagsparty wir auch an romantischen Picknicks vorbeikamen. Müde kehrten wir in unser Apartment zurück und nach einer Runde Kniffel setzten wir uns erneut in Gang und machten uns auf dem Weg zum Abendessen. Der  auserwählte Foodstreet Markt stellte sich als gute Wahl heraus, denn es erwarteten uns leckere Gerichte in toller Atmosphäre. Müde erreichten wir nach einem kurzen Schlendern in der Mail und einem Abschlussbier in einem Pub das Apartment und sagten dem Tag eine Gute Nacht.              

Jeder der sich bereits ein wenig mit Kuala Lumpur beschäftigt hat, wird bemerkt haben, dass ein wesentliches To Do noch fehlte. Um uns dieses anzuschauen saßen wir nach einem ausführlichen Frühstück in einer Art Straßenbahn um zu den Batu Caves zu fahren. In den Batu Caves sind mehrere hinduistische Tempel beherbergt. Am Fuß der bekannten Treppen zum Eingang der Höhle besichtigten wir den ersten Tempel und voller Faszination, aber auch Ekel, verließen wir das Gebäude. Das Gebäude war kunterbunt angemalt und faszinierende        Figuren waren darin zu finden. Man wusste gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Gleichzeitig war es unbeschreiblich dreckig. In allen Ecken lag Müll, aggressive Affen waren im Gebäude und machten sich an diesem Müll zu schaffen und Hühner gackerten durch die Gegend. So etwas hatten wir beide noch nie gesehen. Auch auf dem Vorplatz erwarteten uns Affen und gefühlte 10.000 Tauben, die zu unserer Missgunst auch noch von den Touristen gefüttert wurden. Wir wagten uns die 272 Treppenstufen voller Angst vor einer Affenattacke herauf       und beeindruckt berichteten wir die Höhle. Die Vielzahl an Farben und Kreativität des Tempels war wirklich außerordentlich beeindruckend. Der Geruch vor Ort war jedoch unglaublich streng, der Müll hinterließ nicht nur für die Augen sondern auch für die Nase seine Spuren. Eine weitere Höhle wurde besichtigt und als wir dann in der Straßenbahn Richtung Innenstadt waren, herrschte bei uns beiden ein Gefühl der Freude darüber wieder in einem sauberen und zivilisierten Platz zu sein. Doch auch ein Gefühl der Freude darüber das alles erleben zu können. Der Besuch hat uns einen kleinen Blick auf eine weitere Welt ermöglicht die weder Keno noch ich in dieser Art und Weise kennen. Im Kontrast zum vorherigen Tagesprogramm nutzten wir den Tag zum Shoppen. (Na ja eher ich ging Shoppen und Keno musste als Beratung agieren und seine Geduld beweisen :D). Wir hoppten von Mall zu Mall und erlebten neben einem riesigen asiatischen Shoppingcenter mit ziemlich viel Ramsch die Welt des Glitzer und Glamour. Armani, Louis Vuitton, Prada, u.s.w. es fehlte an nichts. Wie allseits bekannt ist Shoppen höchst anstrengend weshalb wir gegen halb 8 den Rückweg antraten und nach einem sehr leckeren traditionellen Reisgericht und eines hauseigenen Naan Brotes todmüde nach einer weiteren Folge unserer Serie ins Bett fielen. 

Jetzt sitzen wir beide erneut in einem Bus. Anders als unsere vorherigen Erfahrungen ist dieser Bus modern, die Sitze breit und gemütlich und selbst für Kenos Beine ist genügend Beinfreiheit vorhanden. Bald sollten wir in den Cameron Highlands ankommen. Die Region ist bekannt für seine Teeplantagen welche wir morgen in neuer Frische besichtigen wollen. Momentan sind wir noch indifferent ob wir an einer Tour teilnehmen oder die Plantagen individuell mit einem Roller besichtigen. Anhand des Wetters werden wir morgen wohl spontan eine Entscheidung treffen. Der nächste Blogeintrag wird berichten für was wir uns entschieden haben :).

08Februar
2020

Ein nicht ganz so besonderer Aufenthalt

Relativ früh kamen wir mit unserem Rennfahrermobil in Vientiane an. Zwei Nächte hatten wir in der Hauptstadt von Laos gebucht und waren voller Vorfreude darauf was wir dort wohl erleben würden. Doch relativ schnell wurde uns klar, dass die Stadt nicht besonders ereignisreich war. Unser Ziel, am Nachmittag der Ankunft, die Hauptsehenswürdigkeiten der Innenstadt zu besichtigen war in ca. 2,5 Stunden erledigt. Als Besonderheit ist insbesondere der Pia That Lang, eine buddhistische Stupa, bekannt. Diese ist Laos’ ein wichtigstes nationales Monument und ein Symbol des Buddhismus sowie der Souveränität des Landes. Mit seinen über 500 kg Gold stach es schon von weitem am Horizont hervor. Doch nach einem kurzen Rundgang hatten wir alles gesehen und auch die relevanten Tempel besichtigt. Unser anbahnender Tempel-Overkill sorgt inzwischen dafür, dass unsere Zeit die wir in Tempeln verweilen immer stärker abnimmt. Auch der Patuxai, ein Nachbau des Arg de Triumphe wurde von uns an diesem Mittag besichtigt. Dieser ist den Laoten gewidmet, die in den Kriegen der Revolution starben. Ein Aufstieg war für einen kleinen Centbetrag möglich doch die Aussicht die im Lonely Planet zwar als fantastisch bezeichnet wird, war nicht besonders spektakulär. Das Gebäude war sehr runtergekommen und im Innenraum handelte es sich eher um ein Shoppingcenter für Tourinap als ein kulturelles Denkmal.      

Nach dem erfolgreichen Sightseeing und einem sehr leckeren Abendessen kehrten wir zum Hotel zurück und gingen früh zu Bett. Mein Magen machte sich nämlich leider an diesem Tag erneut bemerkbar und hat sich bis heute noch nicht vollends beruhigt. Auch Keno scheint das laotische Essen nicht ganz so gut zu vertragen und wir beide haben festgestellt, dass Laos uns ein wenig die Lust an der Kulinarik genommen hat. Neben der gestörten Verdauung ist uns aufgrund des vermehrten Verzehrs auch die Lust an Fried Rice und Fried Nudeln genommen worden und wir beide freuen uns im nächsten Land eine andere Küche entdecken zu können. Vientiane sorgte dahingegen bereits für eine gewisse Abwechslung, denn aufgrund des kolonialen Hintergrundes gab es viele französische Bäckereien und mein Magen freute sich über ein belegtes Baguette mit Schinken und Käse (besonders in China hätte ich für dieses Essen noch töten können :D).

Nun aber genug von der Kulinarik. Am nächsten Morgen fuhren wir ein wenig außerhalb und besuchten den Buddha Park. In diesem sind ca. 200 Tonbuddhas zu finden welche in unterschiedlichster Art und Weise drapiert waren. Auch einen großen Tonkürbis gab es zu besteigen von welchem man eine gute Aussicht über den Park hatte. Hatten ich mir den Park zu Beginn noch etwas größer vorgestellt, war Keno aufgrund gelesener Rezensionen bereits darüber informiert, dass der Park nicht besonders groß war und die Figuren nah aneinander stehen. Somit dauerte auch dieser Besuch nicht besonders lange und den restlichen Mittag verbrachten wir damit durch die Straßen der Stadt zu stromern. Am Abend kamen wir zu dem Fazit, dass Vientiane die unspektakulärste asiatische Stadt war, in der wir bereits gewesen waren. Es war unglaublich ruhig und gegen 21:00 Uhr waren gefühlt die Bordsteine hochgeklappt. Doch an diesem Abend gelangten wir noch in einen Irish Pub und bei ein paar Bier übten Keno und ich unsere Billiard Fähigkeiten. Im Gegensatz zu den Youno Fähigkeiten war mir Keno hierbei vollends überlegen. Glücklich und müde erreichten wir gegen 22:30 Uhr das Hotel und nachdem die Rucksäcke für den nächsten Morgen gepackt wurden sagten wir auch diesem Tag eine gute Nacht.    

Nun befinden wir zwei uns erneut im Flieger und haben Laos vor ca. einer Stunde Tschüss gesagt. Jetzt heißt es: Hallo Malaysia. Ein neues Abendteuer in einem neuen Land steht uns bevor. Wir beginnen von Kuala Lumpur und von dort aus haben wir noch ca. drei Wochen um das Land kennenzulernen. Natürlich hindert uns der Länderwechsel nicht daran weiterhin fleißig zu bloggen. Deswegen: Seid gespannt. Wir werden euch auf dem Laufenden halten! :)

06Februar
2020

Eine Rallye durch die Touriregion ohne Touristen

Wie beschrieben erreichten wir Vang Vieng ordentlich durchgeschüttelt nach 7 Stunden Fahrt im schnellsten Minibus der Welt. Glücklicherweise war ich an diesem Reisetag bereits weitgehend auskuriert von meinen doch sehr intensiven Magen-Darm Beschwerden des Vortages (an dieser Stelle muss ich um dem männlichen Stereotypen zu entsprechen auch noch mal darüber jammern…), sodass ich und Conni die Fahrt ohne weitere Schäden überstanden. Der einzige laotische Fahrgast vertrug den Rausch der Geschwindigkeit jedoch nicht so gut und machte intensiv Gebrauch von diversen Plastiktüten (in diesem Zusammenhang kann man von Glück sprechen, dass es diese in Asien noch gibt;)). 

Schnell stellten wir während des anbrechenden Abends der Ankunft fest, dass Vang Vieng kein schöner Ort ist und als Stadt praktisch keine Reize hat. Conni und ich resümierten, dass Vang Vieng wie der fehlgeschlagene Versuch wirkt, westlichen Partytourismus mit chinesischem Massentourismus zu kombinieren – keine allzu gute Idee… Gleichwohl hatte die westliche Orientierung auch Auswirkungen auf die kulinarischen Opportunitäten vor Ort. Da Conni und ich nach wie vor über etwas labile Mägen verfügten, beschlossen wir uns diese mit gewohnter Nahrung zu verwöhnen und aßen zu Abend eine leckere Pizza. Da wir nur einen vollen Tag für Vang Vieng eingeplant hatten, starten wir am nächsten Morgen unseren „Action-Day“. Die Agenda war prall gefüllt und umfasste im Prinzip alle „Must-Do`s“ für Vang Vieng. Wie bereits erwähnt, ist in Vang Vieng weniger der Ort sehenswert, als vielmehr die tolle Natur drumherum. Umgeben von spitzen, aber bewaldeten Bergen, Höhlen, Lagunen und Dschungel freuten wir uns auf einen spannenden Tag im Grünen. Unsere Tagesordnungspunkte lauteten: Roller leihen, zu einem Wasserfall fahren, eine Höhle besichtigen, eine weitere Höhle in welcher Wasser steht mit Tubes (große LKW-Reifen artige Gummiringe auf denen man liegen/ sitzen kann) durchqueren, zu einem Aussichtspunkt auf einem Berg wandern, eine Lagune ansehen und zuletzt eine weitere Höhle besichtigen. Bei einem solchen Programm kann man uns getrost Sensationslust attestieren, jedoch waren wir beide nach den etwas maladen Tagen, in welcher uns die Lebensmittelvergiftungen ausbremsten, hochmotiviert wieder richtig viel zu sehen. Nach einem Kaffee ging es dann endlich los! Wir brausten mit unserem Roller über eine herrlich unbefahrene, abenteuerliche Schotter- und Sandpiste zu dem Wasserfall. Mitten im Dschungel, umgeben von riesigen alten Bäumen und Lianen lag dieser gelegen, welcher nun in der Trockenzeit nur wenig Wasser führte. Es waren nur ganz wenige andere Touristen vor Ort. Wir vermuten, dass der chinesische Tourismus normalverweise extrem vorhanden ist in Vang Vieng und drumherum, da die touristische Infrastruktur, wie beispielsweise Restaurants auf riesige Massen ausgelegt war. Durch den aktuellen Virus dürften aber die meisten Chinesen wohl nicht das Land verlassen, was zu regelrecht ausgestorbenen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten vor Ort führte. So zynisch es klingen mag, war das für uns natürlich ein durchaus angenehmer Pluspunkt. Nach dem Wasserfall holperten wir weiter und hielten bei einer Höhle. Hier waren wir die einzigen Touristen und Conni bewies todesmutig Kompetenzen als Höhlenforscherin. Ich hingegen hatte mit Platzangst und absurden Ängsten – nach dem Motto „was wenn jetzt der Berg in sich zusammenstürzt“ zu kämpfen, weshalb wir auch relativ schnell die Höhle hinter uns ließen. Trotzdem waren die hohen Räume sehr beindruckend, genauso wie die funkelnden Stalaktiten. Um meine Ängste im Zusammenhang mit Höhlen weiter per Schocktherapie zu behandeln, fuhren wir eine Station weiter. Auf die nächste Höhle freute Conni sich besonders. Hier konnte man, auf einem Gummiring welcher im Wasser der gefluteten Höhle schwimmt liegend sich an Seilen durch die Gänge der Höhle ziehen. Das Unterfangen welches ich zu Beginn als absurden und gefährlichen Touri-Nepp abtat, stellte sich dann doch als lustiges Highlight heraus. Im Anschluss gab es ein kleines Mittagessen für uns Höhlenexperten bevor wir dann zu dem Berg fuhren, welchen wir zwecks Aussicht besteigen wollten. Nach einem kurzen und steilen Aufstieg (Conni sprintete regelrecht den Berg hoch, während ich keuchend und schweißtriefend hinterherlief) erreichten wir die Spitze und genossen den tollen Ausblick auf die faszinierende Umwelt. Die Höhe des Viewpoints, genauso wie die Komplexität der Wanderung war jedoch deutlich geringer als unsere Tour in Nong Khiaw ein paar Tage zuvor. Nachdem wir wieder abgestiegen waren, fuhren wir die Blaue Lagune an. Diese hatte zwar tolles blaues, klares Wasser, war jedoch eher ein Erlebnisbad für asiatische Klientel und weniger ein naturbelassenes Ziel im Grünen. Hier hielten wir uns nur kurz auf. Auf dem Areal der Lagune befand sich jedoch eine weitere Höhle, welche wir noch zuletzt besichtigen. In einem Raum mit bestimmt 50 Metern Deckenhöhe lag eine Buddhastatue – sehr beeindruckend auf jeden Fall! Danach war für mich – aber auch für Conni der Bedarf an Höhlenbesichtigungen völlig erschöpft. Der Abend brach an und da wir uns noch außerhalb der Stadt befanden, beschlossen wir uns spontan den Sonnenuntergang zu genießen. In einem kleinen Bistro am Rand der staubigen Piste, hatten wir einen kleinen Tisch und sahen am Horizont die rote Sonne hinter den mit Dschungel bewaldeten Bergen versinken – einfach ein traumhafter Moment für uns zwei und ein toller Abschluss dieses sehr ereignisreichen Tages.

Am nächsten Tag ging es dann nach Vientiane – und wie sollte es anders sein, fuhren wir wieder in einem Minibus, gesteuert von einem wahnsinnigen Fahrer! Die laotischen Minibusfahrer werden wir sicher nicht vermissen, die wunderschönen Sonnenuntergänge in der unberührten Natur hingegen ganz bestimmt!

04Februar
2020

Unsere Erwartungen werden erfüllt

3 Tage in Nong Khiaw sind nun vorbei und wieder einmal haben wir sehr viel erlebt und gesehen. Nun sitzen wir in einem rasant fahrenden Minibus und eine 7stündige Fahrt nach Vang Vieng liegt vor uns. Aber nun nochmal von vorne: Wir beginnen mit der Ankunft nach einer 3stündigen Fahrt von Luang Prabang. Nach einer relativ entspannten Fahrt erreichten wir den Ort und konnten nach 800 Meter Fußweg in unser Hotel einchecken. Das Hotel war einfach wundervoll gelegen. Direkt am Nam Ou River hatte man eine traumhafte Aussicht auf den Regenwald und Bananenpalmen. Bunte Schiffchen fuhren im Fluss an unserem Hotel vorbei und das Zwitschern der Vögel war schon vom weiten zu hören. Nong Khiaw selber ist ein kleines Dorf, welches jedoch in letzter Zeit von einer steigenden Anzahl an Individualtouristen besucht wird. Also genau das Richtige für uns beide. Auch wurden unsere Erwartungen an Laos schon in den ersten Stunden weiter erfüllt. Uns beiden wurde schnell klar, dass wir die Schweiz Asiens verlassen hatten und uns nun auf den Spuren des „wahren“ Laos befanden.

Aufgrund einer sehr rasanten Fahrweise im letzten Minivan wurde mein Schreibfluss unterbrochen und das Schreiben des Blogeintrages auf 2 Tage später vertagt. Nun sitzen wir erneut in einem Van auf dem Weg nach Vientiane und ich hoffe das ich den Blogeintrag bei einer humaneren Fahrweise beenden kann. Wo waren wir stehen geblieben? Nach Ankunft in Nong Khiaw am Vormittag überlegten wir wie wir den restlichen Tag verbringen wollten. Keno hatte im Vorbeigehen ein Schild gesehen welches eine Bootstour am Abend mit Beendigung beim Sonnenuntergang anbot. Unsere romantischen Seiten empfanden diese Tour als eine sehr gute Idee und so stiegen wir nach einer Rundtour des Dorfes und einer Stärkung mit Pad Thai und Fried Rice in ein kleines , längliches Bötchen welches von einem älteren Mann gelenkt wurde. Begeistert stellten wir fest, dass wir unser kleines wirklich sehr authentisches Privatboot hatten. Wir schipperten los entlang einer traumhaften Natur. Der Norden Laos ist durchaus bergig und die Vegetation ist dschungelartig. Die Flüsse haben uns an die Fjorde Norwegens erinnert, von Bergen umgeben und in der Natur eingebettet. Eine Stunde lang fuhren wir in einer Traumkulisse vorbei an weiteren Bötchen und „Schweinskühen“ (Kenos und meine Unwissenheit bezüglich des Tiernamens sorgte für eine Benennung unsererseits welche dadurch zu begründen war, dass die Tiere wie eine Mischung aus Kühe und Schweine aussahen). Dann legten wir plötzlich an und nach einem kurzen Fußmarsch irgendwo im Norden Laos befanden wir uns in einem Dorf. Ohne jeglichen Luxus wie Wasser und Strom lebten die Leute in einfachen Bambushütten mit, wie wir von außen beobachten konnten, einzig allein mit Bambusmatten auf dem Boden. Hunde und Hühner rannten frei durch die Gegend und von einer Gesundheitsversorgung war man weit entfernt. Uns viel es sehr schwer die Eindrücke zu verarbeiten. Auf der einen Seite war es natürlich interessant diese glücklicherweise ganz andere Lebensweise zu sehen, auf der anderen Seite kamen wir uns wie Eindringlinge vor, die vor Ort nichts zu suchen hatten. Erleichtert stiegen wir deshalb nach einem kurzen Rundgang erneut ins Boot und schipperten zurück zum Dorf. Der Rückweg stellte sich aufgrund der doch betretenen Stimmung und einer eintretenden Kälte als weniger romantisch dar als gedacht, trotzdem sind wir dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben. 

Der nächste Tag begann zwar relativ früh (mit unserem frühen Zubettgehen und unserem frühen Aufstehen haben wir ein gewisses Rentnerdasein entwickelt :D), doch wurde der Vormittag mit der Planung unserer Weiterreise verbracht. Wir buchten Hotels und Flüge (wohin es geht werdet ihr wahrscheinlich schon im übernächsten Blogeintrag erfahren) und eine detaillierte Sondierung benötigte eine gewisse Zeit. Somit starteten wir erst mittags in den Tag und wir steuerten einen ViewPoint an, der uns am vergangenen Tag schon positiv ins Auge gefallen ist. Doch relativ unwissend zahlten wir die ca. 1,20 Euro Eintritt und starteten wir voller Motivation. Das dieser Programmpunkt wirklich den gesamten Tag in Anspruch nahm wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir wanderten (manchmal auch eher kletterten) inmitten von Wäldern und einer Art Dschungel. Der Weg war mit Brücken und Leitern wirklich gut angelegt doch anstrengender als gedacht. Nach ca. einer Stunde erreichten wir das: „You are already half Way“ Schild, welches ich völlig verzweifelt betrachtete. War ich doch zu diesem Zeitpunkt schon völlig fertig. Doch tapfer ging es weiter bergauf und zwar musste Keno mich am Ende fast Hochprügeln (das würde er natürlich nie machen ;)) erreichten wir nach 2 Stunden endlos fertig den ViewPoint. Und die Aussicht war wirklich gigantisch! Unwissend hatten wir den höchsten Aussichtspunkt angelaufen und konnten das gesamte Dorf, das Umland und den Verlauf des Flusses betrachten. Nach einer ausführlichen Pause in der das Siegerfoto natürlich nicht fehlen durfte wagten wir den Abstieg. Dieser benötigte eine Menge Konzentration und der kleinste Fehltritt könnte schmerzhafte Auswirkungen haben. Und plötzlich passierte es, dass unter einem kleinen Fehltritt Keno’s Bein in einer Grube steckte. Doch einen Schreckensmoment später stellte sich glücklicherweise heraus, dass der Schutzengel über uns wachte und alles relativ gut , abgesehen von ein paar blauen Flecken und Schürfungen, ausgegangen. Kurz danach erreichten wir das Ende des Weges und wir ließen den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Doch das Restaurant, auch wenn es das scheinbar beste und teuerste vor Ort war, (für deutsche Verhältnisse aber immer noch sehr günstig) stellte sich am nächsten Tag als keine gute Wahl heraus. War meine Lebensmittelvergiftung schon ausgeklungen traf es Keno an diesem Tage volle Breitseite. Am Morgen ging es ihm jedoch noch relativ gut, weshalb wir uns noch einen Roller liehen um die Gegend zu erkunden. Zumindest ich konnte dabei die wirklich höchst traumhafte Natur genießen. Vorbei ging es an kleinen Dörfern, manche aus Bambus, andere aus Stein und lange Strecken sahen wir nichts anderes außer einen fabelhaften Ausblick und eine traumhafte Vegetation Die Infrastruktur war noch nicht ausgeprägt, denn ganz im Norden Laos gibt es eine Straße, welche ein Gastgeschenk der Chinesen aus vergangener Zeit darstellt. Dieser Straße folgten wir 2,5 Stunden hin und in einem etwas größeren Dorf drehten wir nach meinem Verzehr einer Nudelsuppe um und fuhren zurück. Der Zustand von Keno verschlechterte sich währenddessen immer weiter, sodass ich die meiste Strecke zurückfuhr und auch meinen Spaß am Rollerfahren entdeckte. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir glücklicherweise das Hotel und den Rest des Tages verbrachte Keno im Bett und ich lesend auf der Terrasse. 

Glücklicherweise war am nächsten Tag eine deutliche Besserung zu verspüren, sodass wir uns auf die oben erwähnte Fahrt nach Vang Vieng machten. Fahren hier wirklich alle Fahrer grauenhaft (auch der Wagen in dem wir gerade sitzen fährt bei schlechten Straßen gefühlte 30 km/h zu schnell), war diese 7 stündige Fahrt wirklich der Horror. Gegen 6:00 erreichten wir dann auch endlich unsere Zieldestination und die Erkundung Vang Viengs konnte losgehen…

P.S.: Unser aktueller Fahrer nach Vientiane hat ebenfalls Benzin im Blut! Jetzt heißt es durchhalten, aber immerhin ist der Blogeintrag irgendwie fertig geworden. 

01Februar
2020

Alte Stadt, alte Tempel, alte Touris...

Wie von Conni berichtet bestiegen wir am 29. Januar den Flieger nach Laos. Und ja, ich kann nicht leugnen eine gewisse Vorfreude verspürt zu haben. Für einen Luftfahrtenthusiasten wie mich (ich wollte früher ja mal Pilot werden ;)) war ein Flug von Siem Reap nach Luang Prabang durchaus ein spannendes und exotisches Vorhaben. Conni hingegen hatte, eine für mich in diesem Zusammenhang bereits gewohnte, Genervtheit was das Fliegen angeht. Wir hatten einen guten Flug mit Lao Airlines, wurden – um es im Lufthansa Jargon auszudrücken – mit einem „wertigen Sandwich“ am Platz beköstigt und hatten über den Wolken die Möglichkeit gemeinsam mit unserem ersten Beerlao (dem laotischen Bier) anzustoßen. Da wir praktisch keine Vorkenntnisse zu Laos hatten nutzen wir die Zeit vor dem Flug um ein wenig zu unserem Zielland zu recherchieren. Faktisch herrscht in Laos der Kommunismus und das Land gehört noch zu den „least developed countries“ der Erde. Die Analphabetismus Quote liegt bei der weiblichen Bevölkerung bei fast 75% und bei der männlichen auch bei ca. 50%. Hinzu kommt eine schlechte Infrastruktur im Hinblick auf die Wasserversorgung und die medizinische Versorgung, weshalb Malaria hier ein großes Problem ist. Nur 15% aller Laoten verfügen über Internetzugang lasen wir außerdem im Vorfeld. Tourismus ist in Laos erst ein recht junges Phänomen und tangiert in erster Linie nur Luang Prabang und die Hauptstadt Vientiane. Luang Prabang, unser Zielort, hat nur knapp 70.000 Einwohner ist ein Weltkultuerbe aufgrund seiner Altstadt mit extrem gut erhaltener französischer Kolonialarchitektur, tollen Tempeln und der malerischem Lage am Mekong Fluss. Dies war unser Wissensstand, als wir schließlich in Luang Prabang landeten und die Einreiseformalitäten vollzogen. Nach schneller Bearbeitung hatten wir ein weiteres Klebevisum im Reisepass und mit dem Auto ging es dann ins Hotel. Schnell stellten wir fest, dass Laos ganz anders ist als Kambodscha. Es war natürlich deutlich kälter, aber zu unserer abendlichen Uhrzeit auch deutlich dunkler. Elektrizität ist nicht so verbreitet und flächendeckend, was zu teilweise absurd dunklen Straßenzügen führt. Später lasen wir, dass knapp 10 % der Energie in Laos gar durch das Verbrennen von Holz gewonnen wird, was natürlich mit extremen Umweltschäden einhergeht. Wir erreichten unser Hotel und checkten ein. Unsere Gastgeberin empfahl uns ein Restaurant wo wir französisch bekocht wurden. Wir beschafften uns Bargeld (insbesondere im ländlichen Raum gibt es wohl auch keine Geldautomaten). Der größte Geldschein in Laos beträgt 100.000 Kip – was in etwa 10 Euro sind. Auf dem Land soll insbesondere der Tauschhandel noch praktiziert werden. Nach den Wochen in Kambodscha wo wir nur mit US-Dollar zu tun hatten, war das Hantieren mit einer lokalen Währung auch wieder eine interessante Erfahrung. 

Am nächsten Tag stand dann Luang Prabang auf der Agenda: wir besichtigten den früheren Königspalast (nach der französischen Kolonialzeit bis 1954 und bis zum Beginn des Kommunismus im Jahre 1975 was Laos ein Königreich) und unzählige bezaubernde Pagoden. Wir bestiegen den Berg im Ortszentrum, von wo wir einen tollen Blick über die Altstadt, die umliegenden Berge und den Mekong genießen konnten. Abends sollten wir hier ebenfalls wieder hochsteigen, um einen wunderschönen Sonnenuntergang anzusehen. Vorher waren wir jedoch noch an einer Bambusbrücke, aßen traditionell zu Mittag und schlenderten am Mekong entlang. Nach dem erwähnten Sonnenuntergang besuchten wir einen Food Market und kauften auf dem lokalen Markt ein paar T-Shirts und Kleider für sehr kleines Geld. Dann ging es für uns noch in die Utopia Bar, wo wir mit einem Bier den Tag ausklingen ließen. Bei all den Sightseeing-Highlights konnten wir einiges feststellen: Zumindest Luang Prabang als Touristen-Mekka in Laos ist weit entfernt vom Status „least developed country“. Vielmehr wirkte Luang Prabang auf uns wie „die Schweiz Asiens“. Alles war wahnsinnig sauber, ordentlich, ruhig und gepflegt. Ein ungewohnt großer Kontrast zu Vietnam oder Kambodscha. Auch die Preise in Luang Prabang waren sehr viel höher als alles zuvor in Asien. Vieles war auf deutschem Preisniveau. Das touristische Publikum in Luang Prabang ist zwar heterogen, jedoch mit einem starken Senioren-Tourismus. Oft hatten wir das Gefühl einer Studiosus Gruppenreise (gefühlt 97% aller Touristen hatten die Attitüde von pensionierten Lehrern) beizuwohnen, wenn wir mit den älteren Semestern durch die Straßen liefen. Wir waren nach dem was wir zuvor über Laos gelesen hatten, total überrascht von diesem Qualitätstourismus und dieser „Gelecktheit“ und Sauberkeit des Ortes. Neben dieser Beobachtung konnten wir nach dem Tag feststellen, dass Luang Prabang wunderschön und pittoresk ist und die französischen Häuschen einfach toll dort hinpassen (die putzige Architektur) führt schnell zu einer gewissen Verklärung der einstigen Kolonialzeit. Die Natur um Luang Prabang sah auch unglaublich toll aus – alles sehr viel ursprünglicher und unberührter, als in den Ländern die wir zuvor gesehen hatten. 

Am nächsten Tag ging es Conni durch eine leichte Lebensmittelvergiftung etwas schlechter (und auch mein Magen hatte einen kleinen Schuss vor den Bug bekommen) und so absolvierten wir ein etwas reduziertes Programm. Wir mieteten einen Roller und besichtigten einen beeindruckenden Wasserfall. Dort gab es zudem eine Bären-Rettungsstation zu sehen mit vielen über die Maßen süßen und kuscheligen Bären. Mittags hielten wir noch an einer Büffel-Farm und aßen dort ein wenig Käse (unsere Mägen galt es nach wie vor zu schonen). Den Nachmittag und Abend verbrachten wir zur Schonung in der Horizontalen – also liegend in unserem Hotelbett. Heute geht es Conni glücklicherweise wieder sehr viel besser und wir sitzen nun im Minibus nach Nong Khiaw. Wie bereits geschrieben, denken wir das Luang Prabang im Hinblick auf die Infrastruktur und den Tourismus ein Sonderfall in Laos ist. Nun sind wir gespannt, was das „wahre“, ländliche Laos uns zu bieten hat. Wenn wir nun aus dem Fenster des Vans schauen sehen wir eine beeindruckende, ursprüngliche Natur, gespickt von kleinen Hütten – teils nur aus Bambus – und die Vorfreude auf die Countryside wächst Meter für Meter. Wir werden berichten – sofern wir denn Internet haben ;).