11Februar
2020

Der asiatische Melting Pot

Kuala Lumpur, eine Stadt wo man nicht weiß wie man anfangen soll. Also am besten einmal von vorne. Nach einem dreistündigen Flug sind Keno und ich gut am Flughafen gelandet und haben ein Grab in die Stadt genommen. Wir fuhren bis zu einem großen Hochhaus und gespannt entdeckten wir das Areal in welchem wir uns eine Unterkunft für drei Nächte gebucht hatten. Ein Apartment im 18ten Stock mit einem guten Blick über die Stadt (ok, es war wohl eher ein Baustellenblick, mit den Kränen die am Bau eines weiteren Hochhauses arbeiteten aber doch sehr spektakulär), ein Pool und ein Fitnessstudio und last but not least ein Rooftop Pool in der 42ten Etage mit Blick auf die Petronas Tower. Doch bevor wir ein Bad in diesem nahmen entschieden wir aufgrund gegebener Opportunitäten für das Frühstück in den eigenen vier Wänden einkaufen zu gehen. Auf dem Weg zum Supermarkt legten wir einen Stop ein, den wir im vorher nicht auf unserer Agenda stehen hatten. Als neu zertifizierte Open Water Diver gibt es nun einen Gegenstand der nicht fehlen darf. Deshalb begaben Keno und ich uns auf einen Technik Markt um eine Unterwasserkamera zu kaufen. Der Markt war riesig und eines der asiatischsten Dinge die uns in Kuala Lumpur begegneten. Über 6 Etagen schrieen uns die Händler zu. Doch zwei Stunden später und nach starkem, fast einheimischen Verhandeln verließ Keno als Stolzer Besitzer einer solchen Kamera das Gebäude. Unser Einkauf wurde auch noch erledigt und gegen 18:00 Uhr befanden wir uns im Rooftop Pool auf der Dachterrasse. Das Abendessen hatten wir schon seid längerem geplant denn aufgrund  der gestiegenen Optionen einer Großstadt ging es für uns Sushi Essen. Mit Sake und Maki ließen wir den Abend beginnen und anschließend wollten wir diesen bei einem Cocktail mit Blick auf die Stadt ausklingen lassen. Doch die Suche nach einer solchen Cocktail Bar stellte sich um einiges schwerer heraus als wir es im Vorhinein gedacht hatten. Bei unserem ersten Versuch, welche wir aufgrund vorheriger Internetrecherche ausgesucht hatten, wurden wir aufgrund Keno’s nicht vorhandener langer Hose abgewiesen. Der zweite Versuch führte uns in eine clubartige Bar, welche schon „Lloret de Mar artige“  Züge (O-Ton Keno) hatte. Das war nicht gerade das Ambiente was wir beide uns im Vorhinein überlegt hatten. Ahnungslos und ohne wirkliches Ziel irrten Keno und ich daraufhin durch die Stadt bis wir uns nach Sichtung des Grand Hyatt Hotels entschieden den Cocktail oben in der Hotelbar einzunehmen. Das war auch wirklich eine sehr gute Wahl. Mit ausgezeichnetem Blick auf die Petronas Tower und angenehmer Atmosphäre ließen wir in trauter Zweisamkeit mit sehr leckeren Cocktails den Abend ausklingen.     

Der nächste Vormittag verlief ganz gemütlich. Wir frühstückten ganz in Ruhe in den eigenen vier Wänden und nahmen eine grobe Planung unserer Reise in Malaysia vor. Außerdem wurde detaillierter eine Planung unser Zeit in Kuala Lumpur entwickelt. Resultierend darauf konnte unsere Stadttour wenige Stunden später beginnen. Von unserer Robertson Residence ging es durch die China Town zum Sri Mariamman Tempel. Habe ich im Laufe der letzten Monate sehr viele Tempel besichtigt war dies jedoch der erste hinduistische Tempel der Reise. Begeistert betrachteten wir die Figuren an der Außenfassade des Gebäudes. Besonders ich war angetan von den vielen verschiedenen Farben und Schnitzereien die uns dort begegneten. So schön wie der Tempel von außen war, so einfach war er auch von innen. Somit konnten wir relativ schnell unser nächstes Ziel auf der vorher aussonderten Route ansteuern. Zum Central Market sollte es nun gehen. Erneut liefen wir durch die Chinatown welche wirklich ziemlich umauthentisch war. Überall wurden Ramsch und Fälschungen verkauft und keines der angebotenen Gerichte erinnerte mich an das wirkliche chinesische Essen. Somit hielt sich die Nostalgie in Grenzen und eine detailliertere Tour war nicht von Nöten. Auch im Central Market wurde der bereits bekannte Touristenkitsch verkauft doch fanden wir oben einen Foodcourt in dem insbesondere die Einheimischen ihr Mahl einnahmen. Unsere Mägen haben sich nach dem Verlassen Laos um einiges verbessert und so entschieden wir uns einen Versuch zu wagen. Diesen haben wir nicht bereut, denn es erwartete uns ein sehr leckeres Hähnchen mit Reis. Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Jamek Moschee. Auf dem Weg kamen wir an einer weiteren Sehenswürdigkeit Kuala Lumpurs vorbei: dem Sultan Abdul Samad Gebäude. Die Architektur Kuala Lumpurs war ganz anders als alles was wir bis jetzt in Asien gesehen haben. Es erinnerte uns eher an die arabischen Emirate und vor unserem Besuch hätten wir nicht gedacht, dass der Islam so offensichtlich ist. Ist dies doch eigentlich logisch, denn mit über 60% ist der Islam die Staatsreligion. So sind auch nach der Verfassung des Landes alle ethnischen Malaien automatisch Muslime und ein Religionswechsel stellt sich als langwierig und sehr schwierig dar. Die Jamek Moschee war auf jeden Fall sehr sehenswert. Am Eingang wurden wir sehr freundlich begrüßt und für die Frauen eine Art Umhang und für die Männer ein langer Rock verteilt, sodass man angemessen gekleidet war. Beeindruckt von den ganzen neuen Eindrücken brauchten wir Beide erstmal eine Stärkung und das Mc Flurry Eis von McDonalds, welches es ja glücklicherweise auf der ganzen Welt gibt, stellte sich mit dem eintretenden Zuckerschock als eine gute Wahl heraus. Bei dem Genuss zogen wir das Resümee, dass wir Kuala Lumpur höchst beeindruckend finden. Jegliche Ethnie ist uns bei unserer Stadtbesichtigung begegnet und das friedliche (soweit wir es beurteilen können) Nebeneinander der Religionen (neben den Moscheen und Tempeln haben wir auch einige Kirchen in der Stadt gesehen) hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Als Europäer war man eindeutig in der Minderheit, wurde immer sehr freundlich behandelt und anders als in Laos hatten die Leute in den Geschäften und den Restaurants ein Lächeln auf den Lippen. Zum Abschluss des Tages wollten wir dem Botanischen Garten noch einen Besuch abstatten. Nach einem längeren Fußmarsch erreichten wir diesen und standen plötzlich in einer sehr großen und gut gepflegten Parkanlage in dem Badminton gespielt wurde und neben einer Geburtstagsparty wir auch an romantischen Picknicks vorbeikamen. Müde kehrten wir in unser Apartment zurück und nach einer Runde Kniffel setzten wir uns erneut in Gang und machten uns auf dem Weg zum Abendessen. Der  auserwählte Foodstreet Markt stellte sich als gute Wahl heraus, denn es erwarteten uns leckere Gerichte in toller Atmosphäre. Müde erreichten wir nach einem kurzen Schlendern in der Mail und einem Abschlussbier in einem Pub das Apartment und sagten dem Tag eine Gute Nacht.              

Jeder der sich bereits ein wenig mit Kuala Lumpur beschäftigt hat, wird bemerkt haben, dass ein wesentliches To Do noch fehlte. Um uns dieses anzuschauen saßen wir nach einem ausführlichen Frühstück in einer Art Straßenbahn um zu den Batu Caves zu fahren. In den Batu Caves sind mehrere hinduistische Tempel beherbergt. Am Fuß der bekannten Treppen zum Eingang der Höhle besichtigten wir den ersten Tempel und voller Faszination, aber auch Ekel, verließen wir das Gebäude. Das Gebäude war kunterbunt angemalt und faszinierende        Figuren waren darin zu finden. Man wusste gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Gleichzeitig war es unbeschreiblich dreckig. In allen Ecken lag Müll, aggressive Affen waren im Gebäude und machten sich an diesem Müll zu schaffen und Hühner gackerten durch die Gegend. So etwas hatten wir beide noch nie gesehen. Auch auf dem Vorplatz erwarteten uns Affen und gefühlte 10.000 Tauben, die zu unserer Missgunst auch noch von den Touristen gefüttert wurden. Wir wagten uns die 272 Treppenstufen voller Angst vor einer Affenattacke herauf       und beeindruckt berichteten wir die Höhle. Die Vielzahl an Farben und Kreativität des Tempels war wirklich außerordentlich beeindruckend. Der Geruch vor Ort war jedoch unglaublich streng, der Müll hinterließ nicht nur für die Augen sondern auch für die Nase seine Spuren. Eine weitere Höhle wurde besichtigt und als wir dann in der Straßenbahn Richtung Innenstadt waren, herrschte bei uns beiden ein Gefühl der Freude darüber wieder in einem sauberen und zivilisierten Platz zu sein. Doch auch ein Gefühl der Freude darüber das alles erleben zu können. Der Besuch hat uns einen kleinen Blick auf eine weitere Welt ermöglicht die weder Keno noch ich in dieser Art und Weise kennen. Im Kontrast zum vorherigen Tagesprogramm nutzten wir den Tag zum Shoppen. (Na ja eher ich ging Shoppen und Keno musste als Beratung agieren und seine Geduld beweisen :D). Wir hoppten von Mall zu Mall und erlebten neben einem riesigen asiatischen Shoppingcenter mit ziemlich viel Ramsch die Welt des Glitzer und Glamour. Armani, Louis Vuitton, Prada, u.s.w. es fehlte an nichts. Wie allseits bekannt ist Shoppen höchst anstrengend weshalb wir gegen halb 8 den Rückweg antraten und nach einem sehr leckeren traditionellen Reisgericht und eines hauseigenen Naan Brotes todmüde nach einer weiteren Folge unserer Serie ins Bett fielen. 

Jetzt sitzen wir beide erneut in einem Bus. Anders als unsere vorherigen Erfahrungen ist dieser Bus modern, die Sitze breit und gemütlich und selbst für Kenos Beine ist genügend Beinfreiheit vorhanden. Bald sollten wir in den Cameron Highlands ankommen. Die Region ist bekannt für seine Teeplantagen welche wir morgen in neuer Frische besichtigen wollen. Momentan sind wir noch indifferent ob wir an einer Tour teilnehmen oder die Plantagen individuell mit einem Roller besichtigen. Anhand des Wetters werden wir morgen wohl spontan eine Entscheidung treffen. Der nächste Blogeintrag wird berichten für was wir uns entschieden haben :).