Eine Reise ins Unbekannte

11Sept
2019

Die ersten Versuche des Sightseeings

Völlig ausgeruht konnte ich somit in den nächsten Tag starten. Der erste Sightseeing Tag stand bevor. Mit Kamera bewaffnet konnte mein Touristendasein beginnen. So machte ich mich mit meinem Mitbewohner Minot auf den Weg um eine der Hauptattraktionen Guangzhous zu besuchen: Shamian Island. Eine Insel voller europäischer Gebäude sollte uns erwarten. Doch was wir sahen war eine reine Baustelle. Fast alle Häuser wurden renoviert und nach der Ausstralung beispielsweise einer italienischen Stadt konnte man lange suchen. Nur eine kleine Kirche vor Ort konnte uns überzeugen.Bevor die Enttäuschung Überhand nahm, ging es mit der Metro weiter Richtung Guangxiao Tempel. Ein noch ursprünglicheres Viertel erwartete uns. Religiöse Relikte gab es überall zu kaufen und wir probierten einen Saft, der so süß war, dass Karies und Baktus in meinem Mund wohl eine Party gefeiert haben. Der Tempel an sich war auch wirklich sehr schön und eine spirituelle Atmosphäre hat uns ergriffen.

Völlig beseelt ging es nachmittags zurück ins Apartment. Das Haus wollten wir nicht mehr verlassen, weshalb wir uns daran versuchten Essen zu bestellen. Es gab dabei nur eine einzige klitzekleine Schwierigkeit: Alles war auf Chinesisch. Kein Problem dachten wir uns, nehmen wir einfach mal Google Übersetzer und machten uns nach der Bilderauswahl des Essens an die Eingabe unserer Daten. Soweit so gut. Das uns der Fahrer auf chinesisch und ohne jegliche Englischkenntnisse anrufen würde, das haben wir bei unserer Essensbestellung geflissentlich außer Acht gelassen. 3 unverständliche Anrufe später sind wir dem GPS des Fahrers wie aufgeschreckte Heuschrecken hinterhergerannt, bevor wir festgestellt haben, dass dieser vor unserer Haustür steht. Kaum wurde das Essen mit einem Bierchen am Fluss ausgepackt traf uns der nächste Schock. Die Chinesen liefern tatsächlich rohes Essen, das man dann letztendlich doch noch selber zubereiten muss. Der Sinn dahinter ist mir bis heute unklar, denn lässt man sich nicht Essen liefern, damit man nichts mehr in der Küche machen muss?! Trotzdem sind wir von dem essbaren Essen satt geworden und gingen mächtig stolz nach der ersten eigenen Essensbestellung ins Bett laughing

Samstag und Sonntag standen ganz im Motto der Universität. Investment Valuation, Funds Management und Project Management nahmen mein Wochenende in Anspruch. Samstag Abend ging ich dann noch mit Minot und seinem Buddy Nudelsuppe mit Shrimpsdumbling essen und Sonntag hatte ich meine erste kulinarische Herausforderung. Bei dem Dim Sum Essen mit Francesca und ihrem Buddy gab es Hühnerfüße. Nach keinem Fleisch und nur Fett war ich überzeugt: Wegen mir verliert kein Huhn mehr seinen Fuß. 

Nach einem Wochenende in der Universität habe ich nun weitere zwei Wochen frei, welche ich dazu nutzen möchte Guangzhou und Umland unsicher zu machen. Der Startschuss am Montag bestand darin, dass ich mit Johanna mit der Metro nach Foshan gefahren bin. Nach einigen Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden gelang es uns letztendlich doch den Weg zum Anchestral Tempel zu finden. Eine außergewöhnliche Architektur, renoviert und einfach nur außergewöhnlich überzeugte uns dieser Tempel vollends. Aufgrund des fehlenden Frühstücks beschwerte sich unser Mägen. Glücklicherweise entdeckten wir an der anderen Seite vom Tempel  eine Food Street, sodass die Mägen nicht lange auf ihre Füllung warten mussten. Im „Kong Fu Snack“ gab es Hackbällchen mit einer interessanten Sauce und sehr sehr klebrige, etwas süße Teigtaschen die, wie sollte es in China auch anders sein, mit Fleisch gefüllt waren. Wir haben uns mit dem Essen der klebrigen Teigtaschen wohl etwas zu komisch angestellt, denn die leicht irritierten Blicke unserer Nachbarn ließen nicht lange auf sich warten. Der anschließende Besuch des berüchtigten Liang Gadens stellte sich leider als ein kleiner Missgriff heraus, denn dieser befand sich in der Renovierung. Deshalb ging es beinahe unverrichteter Dinge zurück zum Tempel in dessen Nähe wir uns weitere Gärten ansehen wollten. Auf dem Weg gelangten wir zu einer wunderschönen und sehr modernen Gegend voller kleiner Geschäfte und Restaurants. Nach einer anschließenden Pause in einem kleinen Garten ging es mit der Metro zurück nach Guangzhou und nach einer Pizza erwartete mich freudig mein Bett. 

Am nächsten Morgen machte ich mich um 9 Uhr mit Minot auf den Weg zum Baiyun Mountain. Der Weg dahin stellte sich sogar für uns als nicht chinesisch sprechende Menschen als sehr einfach heraus, da wir mit dem Bus 24 direkt von der Haustür nach einer Stunde das Ziel erreichten. Nach einer anschließenden Stärkung mit gebratenen Nudeln konnte unsere Wanderung losgehen. Der Baiyun Mountain war einfach wundervoll: Verschiedene Pflanzen, ein kleiner Wasserfall, ein wundervoller Ausblick auf Guangzhou, verschiedene Pavillons die zum Erholen einluden,... Es war wirklich eine Wonne. Nach unserer Rückkehr zum Bus Stop hatten wir noch ein wenig Zeit, sodass wir noch den Yuntai Garden entdeckten. Für einen Monat sind dort Figuren aufgebaut die abends beleuchtet werden. Da diese ziemlich pompös aussahen war mir schnell klar, dass ich noch einmal bei Dunkelheit wiederkommen muss. Doch auch außerhalb der Figuren ließen sich die Chinesen nicht lumpen. Es gab einen Rosengarten, einen Steingarten und vieles mehr. Wie sooft erinnerte dieser Park mehr an einen Freizeitpark als an eine grüne Erholungsoase. Minot musste um 19:00 zur Uni, weshalb wir uns um 17:00 auf zum Apartment machten. Und jetzt sitze ich hier und verfasse diesen Text an euch. Leider werde ich diesen Text wohl erst morgen hochladen können, denn WLAN ist für unser Apartment immer noch ein Fremdwort.