03Oktober
2019

Die Golden Week (Teil 1)

Golden Week - eine Woche in der fast alle Chinesen frei haben. Mit keinerlei Erwartungen habe ich mich mit Anne-Claire auf diesen Trip begeben. Doch was kann ich als Resultat für mich  festhalten? Es war auf jeden Fall ein Erlebnis. Manches würde ich wiederholen, anderes war zwar sehenswert, muss jedoch nicht wiederholt werden. Ich weiß jetzt auf jeden Fall was die Definition Menschenmasse heißt und wie viele Menschen wirklich in einen Bus passen. Begonnen hat alles am Dienstag und wir sind um ca. 8 Uhr zum Bahnhof aufgebrochen. Schon da begann das Spektakel. Die Tickets konnten noch relativ in Ruhe abgeholt werden doch kaum im Wartebereich angekommen wurde man wie eine Sardine in der Dose eingequetscht. Die 5 Minuten die man jeweils zum Eintritt des Zuges hatte waren auf jeden Fall knapp kalkuliert. Doch nachdem glücklicherweise alles gut geklappt und die Sardine ihren Platz im Zug bekommen hat sind wir mit dem Zug 1,5 Stunden nach Shenzhen gefahren. Unser Hotel befand sich direkt am Bahnhof sodass wir nach Ankunft einchecken und einen Plan ausarbeiten konnten was denn jetzt auf unserer Agenda so steht. Kurz darauf konnte es auch losgehen. Wir machten uns auf dem Weg zum Electric Market von Shenzhen und liefen dabei ein paar Kilometer durch die Stadt um einen Eindruck von dieser zu bekommen. Höchst modern hat sich Shenzhen uns präsentiert. Neue Hochhäuser wo man nur gucken kann. Das es vor einigen Jahren noch ein kleines Fischerdorf war und dann eine große Stadt aus dem Boden gestampft wurde konnte man wirklich spüren. Durch den Nationalfeiertag wurde auch nicht an Flaggen gespart. Aber wem muss man das sagen: 70 Jahre Volksrepublik China, ja das ist ja auch schon mal was. Und wie stolz die Chinesen auf diesen Tag sind konnte man überall spüren. Sehr viele Chinesen hatten Flaggen im Gesicht oder trugen diese in der Hand mit sich rum. Angekommen am Electronic Market waren wir sehr beeindruckt. Jegliche Apple Produkte in allen  erdenklichen Ausführungen für ganz kleines Geld. Natürlich nicht gefälscht, dass ist ja mal klar ;)  Roboter tanzten durch die Gegend und durch VR Brillen konnte man sich (nach einer langen Warteschlange) die virtuelle Welt angucken. So langsam wurde es dann auch schon dunkel und wir machten uns auf den Weg zum Civil City Center um uns die Light Show anzusehen. Diese war wirklich beeindruckend. Die Hochhäuser wurden angestrahlt und eine passende Musk wurde im Hintergrund abgespielt. So schwammen plötzlich Fische durch Shenzhen, welche dann Wiederrum vom Joggern überrannt wurden. Nach einer halben Stunde war der Spuk auch wieder vorbei, worüber sich besonders unsere Mägen freuten. Und da wir natürlich direkt nach einem Tag Guangzhou vermissten, verirrten wir uns in ein Dim Sum Restaurant, welches sehr charakteristisch für Guangzhou ist. Gut gefüllt gingen unsere glücklichen Mägen zurück ins Hotel. 

Der nächste Tag sollte morgens im Motto des Sightseeings stehen und nachmittags wollten wir einen entspannten kleinen Strandausflug machen. Der erste Trip am Morgen stellte sich leider als ein Flop heraus. Die empfohlene Destination war ein Triangel aus drei Freizeitparks, welche aufgrund der golden Week vollkommen überlaufen waren. Da wir Beide auf Menschenmassen und jeweils 30 Euro Eintritt keine Lust hatten, machten wir uns mit der Metro auf den Weg zu einen etwas außerhalb gelegenen Oil Painting Markt. Dieser nahm zwar nicht wie das Textile Exchange Center oder der Medizinmarkt die Fläche von Sonsbeck ein, stand aber wirklich unter dem Motto „klein aber fein“. Viele verschiedene Ateliers auf einem Fleck, eines war dabei bunter als das andere. Sabine, wenn du das liest, du wärst wirklich begeistert gewesen! smile Nachmittags ging es zum Strand, obwohl ich nicht weiß, ob man unseren Ausflug als Strandausflug einstufen kann. Wahrscheinlich kann man unseren Trip als einen chinesischen Strandausflug bezeichnen. Eine Stunde ging es mit dem Bus zum Dameisha Beach. Der Bus, so dachten wir jedenfalls war auf dem Hinweg schon relativ voll. Ohne Probleme haben wir jedoch unser Ziel erreicht. Doch als wir ausstiegen traf uns der Schock. Menschen über Menschen. Eine  Sicherheitspassage musste inklusive Taschenkontrolle passiert werden um an den Strand zu gelangen. Doch selbst nach Eintritt war es schwer das Wasser zu sehen. Menschen lagen wie in einer Sardinenbüchse am Strand. Das diese sich noch nicht stapelten ist wirklich alles. Im Wasser schwamm ein Wasserreifen neben dem anderen und kleine Kinder wuselten durch die Gegend wie Mäuse im Labyrinth. Damit ihr ungefähr wisst was ich damit meine habe ich mal ein Bild eingefügt:) Völlig geschockt holten wir uns erst mal eine Cola und eine Kokosnuss und betrachteten das wuselnde Volk vom Rand des Strandes, da wir dort ein kleines freies Plätzchen zum sitzen fanden. Auch die Lautstärke hat nicht gerade zum entspannen eingeladen. Durch Lautsprecher wurden die Strandbesucher von einer quakenden Stimme mit  sich immer wiederholenden chinesischen Sätze beschallt. Völlig fertig und ein wenig genervt machten wir uns gegen 8 auf den Weg zur Bushaltestelle um eigentlich den nächsten Bus Richtung Hotel zu nehmen. Doch dies stellte sich als ein unmögliches Vorhaben heraus. Die Busse waren so voll, dass Polizisten mit Schlagstöcken das Einsteigen bewachten und in die meisten Busse konnten nur noch 2-3 Personen rein gequetscht werden. Resigniert setzten wir uns nach einer Stunde mit einem  Bier in eine Art Park mit der Hoffnung das wir eine Stunde später in einen Bus einsteigen konnten. Und so kam es dann auch. Eine minimale Besserung war eingetreten, sodass wir ein Miniplätzchen im Bus ergattern konnten. Nach 2 Stunden Horrorfahrt erreichten wir unser Hotel, in dem wir dann todmüde ins Bett fielen.