22November
2019

Ein Flugzeug in ein weiteres Abenteuer

Ein richtiges Nervenbündel verließ am Mittwoch dem 20.11.2019 das Apartment. Was soll das wohl werden fragte ich mich: 3,5 Wochen bin ich nun einmal quer durch China alleine unterwegs. Meine chinesisch Kenntnisse sind minimal ausgeprägt und ein wenig Naivität (mir wird schon nichts passieren) habe ich auch im Gepäck. Der Wanderrucksack war mit seinen 16 kg, das sollte ich am Flughafen erfahren, auch gepackt und mit der Metro ging es dann zum Flughafen. Natürlich war ich mal wieder viel zu früh, 2 Stunden später ging es jedoch mit China Eastern Airline los: Kunming eine Stadt in der Yunnan Provinz erwartete mich. Wikipedia hat dazu zu berichten: Die Yunnan Provinz ist eine Provinz im Südwesten der Volksrepublik China. Mit 394.100 Quadratkilometern ist sie etwa so groß wie Deutschland und die Niederlande zusammen. Nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war es 2015 die zweitärmste Provinz der Volksrepublik China. Nach einem erfolgreichen Flug und einer anschließenden Metro Fahrt erreichte ich gegen Abend das Lost Garden Guesthouse und das es keine Hauptreisezeit war sollte ich direkt bemerken: Ein Sechser-Zimmer nur für mich. Somit konnte ich nach meiner Ankunft ganz in Ruhe noch mit meinen Liebsten in der Heimat telefonieren und habe mich anschließend auf die Suche nach etwas essbarem gemacht. In der Nähe vom Hotel gab es ein kleines Restaurant, in dem es kalte Nudeln und eine typische Nachspeise der Region gab. Frisch gestärkt wollte ich mir vor dem Schlafengehen noch einmal die Dachterasse des Hotels angucken und kam dabei ins Gespräch mit einer tibetischen Familie. Meine fehlenden Chinesischkenntnisse und ihre fehlenden Englischkenntnisse machten das Gespräch etwas stockend aber die moderne Welt machte mit einem Übersetzer immerhin eine Kommunikation möglich. Nach einem gemeinsamen Tee begrüßte ich glücklich die Traumwelt.

Der nächste Morgen ging nach dem Auschecken ganz gemächlich los. Ich bin ein wenig durch die Gegend des Green Lakes geschlendert und es war wirklich schön. An jeder Ecke des Sees konnte man Futter für Möwen kaufen und diese Mästung der Tiere führte dazu, dass man an einem Fleck in China mehr Möwen erspähen konnte, als an der Nordsee. Die Sonne schien und die höchst aufgeregten Chinesen machten den Spaziergang zu einem echten Erlebnis. Zum Frühstück wollte ich mich mit einem chinesischen Grüntee stärken und ließ mich deswegen in einem Teehaus nieder. Mein Kindle wurde ausgepackt und die Geschichte der Crazy Rich Asiens weitergelesen. Doch auch in dem Teehaus blieb ich nicht lange alleine. Mir gegenüber saßen vier ältere Personen, die mich schon länger beobachteten. Plötzlich kam eine Frau vorbei, bat mir Äpfel, Mandarinen und Kürbiskerne an und lud mich ein mich zu Ihnen zu setzen. Mit Händen und Füßen versuchten wir eine Kommunikation zu starten und ich schaffte es sogar mit meinen Chinesischen Kenntnissen zu verstehen, dass ein Pärchen aus Dali und eines aus Lijiang kam. Zu beiden Orten wird mich meine Reise in den nächsten Woche noch bringen und natürlich werden auch darüber weitere Berichte folgen. Nach einiger Zeit gaben Sie mir zu verstehen, dass ich ihnen folgen sollte. Wieso und Warum, dass war mir nicht ganz so klar. Aber da ich nicht viel auf der Agenda hatte bin ich ihnen einfach gefolgt. Gebracht haben sie mich zu einer Art Touristenrestaurant, in dem Sie eine Art Nudelsuppe für mich bestellten. Das Essen wurde begleitet von traditionellen Tänzen und Gesängen und stellte für mich wirklich eine Besonderheit dar. Nach dem Essen haben wir uns verabschiedet und ich machte mich auf dem Weg zum Yuatong Tempel. Die Baustelle vor dem Eingang sorgte für ein Versteckspiel der Extraklasse und nach dem ich das dritte Mal daran vorbeigelaufen bin fand ich den Eingang endlich. Der Yuantong Tempel ist der größte und aktivste Tempel in Kunming mit einer Geschichte von mehr als 1.200 Jahren. Diese hat man Ihm auch wirklich angesehen. Spannende Kunstwerke und eine spirituelle Atmosphäre erwartete mich. Anschließend bin ich noch ein wenig durch die Altstadt geschlendert und habe den Bird und Flower Markt gesucht, der sich am Ende als enttäuschend herausstellte. Vereinzelte Blumen und Vogelstände waren zu finden und auch Hunde wurden verkauft. Sogar mir, als nicht gerade der größten Hundeliebhaberin, taten die Tiere leid, denn der Freiraum der Tiere war doch ziemlich eingeschränkt. Voller neuer Eindrücke ging es nach einem Abendessen zurück zum Hostel, ich habe mich frischgemacht und mich anschließend auf den Weg zum Bahnhof begeben. Ein Nachtzug und eine anschließende Busfahrt von insgesamt 15 Stunden nach Shangri-La erwartete mich. Das mir die anstrengende Fahrt und vor allem die Höhe von Shangri-La zum Verhängnis werden sollte, dass wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.