01März
2020

Ein Highlight kommt zum Schluss

Voller Vorfreude und doch auch etwas schwermütig sahen wir dem letzten Halt unserer Reise entgegen: Die Weltmetropole Singapur stand zu guter letzt auf unserer Agenda. Aufgrund der Weltberühmtheit dieser Stadt hatten wir beide eine gewisse Vorstellung vor dem inneren Auge welche von der Realität überboten wurde. Mit dem Bus überquerten wir die Grenze von Johor Bahru nach Singapur und schon bei Ankunft fiel uns auf, dass Singapur nicht vergleichbar war mit den anderen Destinationen die wir in den letzten Wochen besucht hatten. Die Straßen waren sauber, wenn nicht gar geleckt, die Häuser modern und viele europäisch aussehenden Personen flanierten durch die Straßen. Angekommen am Hotel checkten wir erst einmal ein und waren von unserer wirklich sehr sorgfältig getätigten Auswahl überzeugt (die von booking.com dargestellten Möglichkeiten entsprachen sowohl im Design als auch im Preisniveau wohl denen in Hamburg). Unser Zimmer war zwar klein aber sehr sauber, der Pool des Hotels unerwartet groß und die Umgebung mit einigen Pflanzen grünlich bestückt. Unser Tatendrang ließ uns dort jedoch nicht lange verweilen und wir begaben uns auf den Weg in die Innenstadt. Diese geht von einer Shoppingmall in die nächste über. Natürlich ließ ich mich von den Möglichkeiten beeindrucken und Keno’s Geduld wurde an diesem Nachmittag auf die Probe gestellt. Kleidungsstücke wurden anprobiert und meine Shoppingwut wurde in diesen Stunden gesättigt. Beeindruckt waren wir beide von der hohen Anzahl luxuriöser Marken. Gefühlte 20 Stores sahen wir von PRADA und auch  Filialen von Rolex, Luis Vuitton, etc. waren in einer Vielzahl vorhanden. Erschöpft nahmen wir unser Abendessen in einem Foodcourt in der Nähe des Hotels ein. Anschließend erwartete mich noch eine Überraschung: Keno lud mich zu einem Cocktail am Marina Bay in der Ce La Vie Rooftop Bar ein. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg. Doch oben angekommen waren wir beide nicht besonders begeistert von der uns dargebotenen Atmosphäre. Diese war doch sehr aufgesetzt, der zu der Zeit auflegende DJ eher schlecht und auch die Cocktails nicht gut. Gepanscht mit schlechtem Alkohol hatten diese (das ist Keno’s Zitat) einen ein Euro Charakter auf Lorett de Mar. Ich war die Zeit überglücklich, denn die Aussicht war wirklich toll, doch Keno war von der Darbietung doch eher enttäuscht. Also machten wir uns relativ schnell auf den Rückweg und nahmen noch einen weiteren Cocktail mit Aussicht auf die vorherige Bar ein. Dieser war wirklich gut und zufrieden ging es zurück zum Hotel, wollten wir am nächsten Tag das Sightseeing Programm beginnen.   

So ging es nach einem kurzen Bad im Pool nach Little India, wollten wir an diesem Tag das Indien und China Singapurs entdecken. Besonders ich war angetan von den vielen bunten Häusern und den hinduistischen Tempeln die uns dargeboten wurden. Wir schlenderten durch die Gässchen und saugten soweit es ging die Atmosphäre vor Ort auf. Hängen blieben wir in erneut in einer Mall doch mit Hilfe eines XXL Kaffees nahmen wir gegen Mittag die U-bahn Richtung Chinatown. Wie sooft war diese auch in Singapur nicht authentisch und bestand größtenteils aus einem Markt mit Souvenirs der Stadt. So konnte jedoch das notwendige Singapur T-Shirt für Keno erworben werden welches bisher in jedem Land erfolgreich erworben wurde. Auch in diesem Stadtteil stromerten wir durch die Gassen und gelangten in einen Teil der Stadt der aus älteren renovierten Häusern bestand, die die Kolonialzeit Singapurs verdeutlichten. Darin befanden sich primär Restaurants und Cafés. Auch wir ließen uns in einem nieder und nahmen mit einem Bier alle notwendigen Vitamine des Tages zu uns. Die Diversität der Stadt beeindruckte uns sehr. Alte (jedoch renovierte) Gebäude lagen neben dem Bankenviertel, eine Moschee neben einer Kirche, all das war alltäglich in dieser Stadt. Die ganzen Eindrücke mussten erst einmal bei einer Pause im Hotel verdaut werden, bevor wir unser Abendessen in einem Foodcourt zwischen Hochhäusern einnahmen. Konnte uns die Lage noch eindeutig überzeugen, waren wir enttäuscht von der Lieblosigkeit und dem Geschmack des dargebotenen Essens. Völlig fertig kehrten wir nach Sättigung unserer Mägen ins Hotel zurück.         

Am nächsten Tag stand eine weitere Sehenswürdigkeit von Singapur auf unserer Agenda: dem „Gardens by the Bay“. Bevor es jedoch dahin ging wollten wir unsere Wissenslücken schließen und besuchten das Nationalmuseum von Singapur. Unser Wissen über die Geschichte Singapurs wurde aufgebaut und als neugeborene Experten verließen wir nach zwei Stunden das Museum. Nach all den neuen Fakten für den Kopf stärkten wir Beide uns noch mit einem Kaffee und machten uns nach einer kurzen Schwimmeinheit im Hotel auf den Weg zu einem der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Singapurs: dem „Gardens by the Bay“. Nachdem wir uns erst einmal im Einkaufszentrum verlaufen und den richtigen Weg verloren hatten, gelangten wir zu unserem Ziel. Die künstlichen Bäume waren begrünt und in einem wunderschönen Park gelegen. Vorher hatten wir uns bereits zwei Eintrittskarten für den Flower Dome und den Cloud Forest besorgt. Zuerst ging es für uns beide in den Flower Dome. Dabei handelt es sich mit 1,28 Hektaren   um das ins Guiness Buch der Weltrekorde 2015 aufgenommen größte Glasgewächshaus der Welt. Bei Eintritt dieser eigenen geschaffenen Welt schraken wir beide zusammen. Hatten wir mit einem tropischen Klima gerechnet erwartete uns von über 30°C kommend eine eisige Kälte von ca. 19 Grad. Frierend bahnten wir uns den Weg durch Olivenbäume, die kanarische Dattelpalme, Affenbrotbäume und der chilenische Honigpalme (bevor ihr über mein gutes Namengedächtnis verwundert seid, keine Sorge: Wikipedia war mir dabei eine große Hilfe :D). Nach einer Mc Flurry Stärkung bei Mc Donalds stand unser nächstes Ziel auf der Agenda: Der Cloud Forest. Auch hier erwartete uns unerwarteter Weise eine eisige Kälte. Doch der Anblick des künstlich angelegten Wasserfalls unter der Glaskuppe raubte uns vor Faszination den Atem. Es war eine 35 Meter hohe Turmkonstruktion mit typischen Vertretern seiner Flora, z.B. wie Orchideen. Über einen Aufzug konnte man den Höhepunkt erreichen und über einer Art Skywalk den Abgrund erreichen. Wirklich einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch Wert! Nach diesem Besuch gingen wir eine Kleinigkeit auf einem Foodmarkt zwischen Hochhäusern etwas  essen und machten uns nach Einbruch der Dunkelheit erneut auf den Weg um die Lichtshow der Supertrees zu sehen. Obwohl wir durch die Anwesenheit einer Drohne ein wenig gestört wurden raubte die Inszenierung zumindest mir zwischenzeitlich den Atem. Die verschiedenen Lichteffekte im Einklang mit italienischen Opergesängen und Marinas Bay im Hintergrund sorgten für einen Gänsehauteffekt. Berührt beendeten wir den Abend um den letzten Tag unserer Traumreise nochmal genießen zu können.              

Am letzten Tag wollten wir beide noch einmal das Meer sehen und so machten wir uns mit der Metro und einer Monobahn auf den Weg nach Sentosa. Bei Sentosa handelt es sich um eine kleine singapurische Insel welche heutzutage als Naherholungsgebiet mit zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten der singapurischen Bevölkerung dient. Mit dem Beach express fuhren wir an einen künstlich angelegten, jedoch wunderschönen Strand und genossen die letzten Sonnenstrahlen, die wir in der nächsten Zeit wohl zu sehen bekommen sollten. Mittags nahmen wir in einer Strandbar ein Zwischenmahl zu uns. Das Klientel erinnerte uns dabei stark an die Sansibar auf Sylt. Kopfschüttelnd beobachteten wir bei einer Partie Younou neben uns in der prallen Sonne die Beachvolleyballspieler und entschieden uns nach kurzer Zeit aufgrund der Hitze den Rückweg anzutreten. Den Nachmittag des Tages verbrachten wir noch in vereinzelten Shoppingmalls bevor wir abends bei einem Japaner sehr lecker zu Abend aßen. Zum Abschluss unserer wundervollen Reise lud Keno mich am letzten Abend noch zu einem (oder zwei) Cocktails in einer Rooftop Bar ein und über die Dächer der Stadt blickend ließen wir die letzten 10,5 Wochen Revue passieren.     

Schlussbemerkung Keno: Und nun geht es auch schon darum, die richtigen Worte für die letzten Zeilen dieses Blogs zu finden. Fantastischerweise hat Conni mir an dieser Stelle Platz gelassen, um meine Gedanken zu den letzten Wochen und Monaten niederzuschreiben - dass ich überhaupt derart an dem Blog und an den Reiseberichten mitwirken durfte, hat unglaublich viel Spaß gemacht und war wirklich schön um eine verschriftlichte, gemeinsame Erinnerung an diese traumhafte Zeit zu haben. Wie der geneigte Leser bereits erahnen konnte, waren die letzten Wochen für mich einfach traumhaft. Sommer, Palmen, Sonnenschein, leckeres Essen und tolle Städte und Landschaften - was will man mehr? Darauf gibt es für mich nur eine Antwort: Die Zeit zu verbringen mit der Person die einem am meisten bedeutet und zu spüren wie das gemeinsame Band immer stärker wird ist für mich das wertvollste während der Reise gewesen. Nach den Monaten des Vermissens, als Conni in China war, war die gemeinsame Reisezeit das beste was uns passieren konnte. Ich bin unendlich dankbar dafür, diese Möglichkeit gehabt zu haben und gelernt zu haben das an folgenden Zitat sehr viel wahres dran ist: Glück ist das einzige das sich verdoppelt wenn man es teilt. Um die Leser nicht mit noch mehr Kalendersprüchen zu nerven (auch wenn ich diesen für wirklich zutreffend halte) folgen nun die letzten Zeilen von Conni zu Ihrer Zeit in Asien:

Nun sind wir schon mehr als eine Woche wieder in Deutschland. Der Corona Virus greift um sich und nichts ist mehr so wie es normalerweise ist. Umso glücklicher bin ich, dass ich die letzten sieben Monate nach Plan verbringen konnte. Durch mein Auslandssemester habe ich die chinesische Kultur näher kennenlernen können wovon ich meiner Meinung nach sowohl persönlich wie auch im beruflichen Kontext nur profitieren kann. Es war nicht immer einfach, doch die Erfahrungen ließen mich reifen und alles in allem bin ich froh Guangzhou als meinen Ort des Auslandssemesters auserkoren zu haben. Auch die Möglichkeit innerhalb der dreiwöchigen Chinareise das Land näher kennenzulernen war eine reine Bereicherung. Das unsere Traumreise den Abschluss einer wundervollen Zeit darstellte lässt den Satz: „Das Beste kommt zum Schluss“ wahr werden. Diese Erfahrungen mit seinem Partner erleben zu können war das Beste was passieren konnte. Wir sind beide während dieser Zeit um viele Erfahrungen reicher geworden und unser gemeinsames Band ist in dieser traumhaften Zeit noch viel stärker geworden. Meine Gefühle lassen sich um ehrlich zu sein nicht vollends beschreiben. Alles im Allen möchte ich einfach nur Danke sagen. Danke, dass ich diese Zeit so erleben konnte und das alles so lief wie es nun mal lief. Danke für alle Menschen die ich getroffen habe. Danke für alle Orte die ich sehen durfte. Danke für alle bereichernden Gespräche die ich in dieser Zeit hatte. Danke, dass Keno die Möglichkeit hatte mich zu begleiten und er damit die Reise erst zu einer Traumreise machte. DANKE für alles das was war, aber auch alles das was kommt!