05Januar
2020

Ein lehrreicher Halt

Viele weitere spannende Eindrücke und Abenteuer die hatten wir wirklich in Ho Chi Minh City. Wie sollte es anders sein hatten wir mit Keno’s neuen Lieblingsairline (unverständlich wenn man mich fragt) erneut zwei Stunden Verspätung und nach einem Flug mit ca. einem halben Meter Fußraum sind wir gegen 18:00 Uhr gelandet. Nach einer erfolgreichen Fahrt mit einem Grab (dem asiatischen Uber) ging es nach den Strapazen der Reise (Ja unser Leben hier ist schon wirklich sehr schwer laughing) und erfolgreicher Jagd eines sehr leckeren Bahn Mi (Bánh mì ist dabei der vietnamesische Begriff für eine bestimmte Art von belegtem Brot) ins Bett um am nächsten Tag das Sightseeing Programm in Ho Chi Minh City zu starten. 

Aufgrund der fehlenden Rückmeldung der kontaktierten Free Walking Touren übernahm Keno am darauffolgenden Tag das Ruder und führte mich wie ein zertifizierter Stadtführer durch die City. Dabei ist natürlich außer Acht zu lassen, dass ein vermehrter Rückgriff auf Wikipedia während des Tages von Nöten war. Los ging es am Wiedervereinigungspalast. Konzipiert durch den Architekten Ngo Viet Thu stellte es die Residenz und den Arbeitsplatz des Präsidenten von Südvietnam während des Vietnamkriegs dar. Der Palast war der Ort, an dem das Ende des Vietnamkrieges besiegelt wurde. Am 30ten April 1975 kamen vor Ort die ersten kommunistischen Panzer an und die Zeit scheint seitdem stillzustehen. Die Architektur war eindeutig den 70/80ger Jahren zuzuordnen und von dem besonders gut erhaltenen Zustand der Architektur und Inneneinrichtung waren wir wirklich sehr beeindruckend. Vorbei ging es an den Konferenzsälen, den Gästezimmern, dem Schlafgemach des Präsidenten, dem Bunker, dem Helikopterlandeplatz, u.s.w. Der Dokumentarfilm der am Ende des Rundgangs gezeigt wurde sorgte dafür, dass uns zu Ende des Besuchs der geschichtliche Zusammenhang zwischen der Indochina/Kolonialzeit, dem Vietnamkrieg und der Gegenwart klar wurde. Es war ein höchst interessanter und lehrreicher Aufenthalt vor Ort und jedem der einen Besuch von Ho Chi Minh City plant, empfehlen wir diesen mit einem Besuch des Wiedervereinigungspalastes zu verbinden. Voller Euphorie über diesen höchst erfolgreichen Besuch ging es für uns vorbei an dem Notre Dame, dessen Besuch aufgrund von Wartungsarbeiten zurzeit nicht möglich ist und dem historischem Post Office zurück zum Hostel um den notwendigen Zimmerwechsel zu vollziehen. Dieser wurde vollzogen und nach einer Stärkung mit Rippchen, Reis, Gemüse und einem Dragon-Smoothie ging es zum zum War Remnants Museum. Angekommen waren wir geschockt von den Touristenmassen die sich schon fast durch das Museum schoben, aber nach einigen Minuten gewöhnten wir uns daran und begaben unseren Besuch. Besonders die Fotografien der Kriegsopfer und insbesondere die Auswirkungen des Agent Orange waren keine leichte Kost und regten uns beide sehr zum Nachdenken an. Bei Agent Orange handelt es sich um die militärische Bezeichnung eines chemischen Entlaubungsmittels, das die USA im Vietnamkrieg großflächig zur Entlaubung von Wäldern einsetzte um die Tarnung durch den dichten Dschungel zu erschweren. Daran erkrankten viele hunderttausend Bewohner der betroffenen Gebiete und noch heute sind bis zur dritten Generation die Auswirkungen zu sehen. Das vor Ort drei Opfer selbstgemachte Souvenirs verkauften fanden wir eher als ein zur Schaustellen der Menschen und Geldmacherei, welches uns beide eindeutig nicht überzeugte. Nachdenklich verließen wir das Museum und auf der Suche nach etwas leichterer Kost schlenderten wir noch ein wir noch ein wenig durch die Stadt. Dabei gelangten wir zu einem Haus welches bekannt für seine Instagram Fotos ist. Innerhalb dessen befanden sich Cafes und Boutiquen die zum Stöbern einluden. Dazu musste Keno auch hinhalten, der sich natürlich auch direkt beschwerte, dass es sich um ein höchst „frauenaffines“ Gebäude handelt. Dieser indirekten Kritik musste ich nach einigen Minuten der Observation auch zustimmen. Es befanden sich zwei Gruppenarten im Gebäude: Entweder waren es Frauengruppen oder Pärchen, bei denen der Mann von der Frau hinterhergezogen wurde. Doch schon nach ca. 30 Minuten war Keno erlöst und völlig fertig ging es zurück ins Hostel. Nach einer kurzen Pause machten sich auch unsere Mägen bemerkbar und wir gingen zu einem Restaurant ganz in Nähe, welches uns am vorherigen Abend positiv aufgefallen war. Nach einer höchst chaotischen Essensbestellung hatten wir einen Fisch auf dem Tisch, den Keno vorher ganz begeistert aus dem Aquarium aussuchen durfte. Zuerst bereiteten wir die eine Hälfte als Hot Pot zu, bevor wir die andere Hälfte gegrillt verspeisten. :) Anschließend fuhren wir zu dem Tagesprogramm, auf das Keno sich den ganzen Tag schon freute. Es ging auf eine Rooftop-Bar, der Heli Bar. Wie wir später aus dem Internet erfuhren ist auf diesem Helikopterlandeplatz in der 52ten Etage noch nie ein Helikopter gelandet, doch begeisterte uns Beide die herausragend individuelle, doch etwas hässliche Architektur. Folgend auf dem Cocktail Genuss ging es zurück zum Hostel und nach einem weiteren Netflix Suchtmoment ging es für uns Beide in die Heia. 

Ein leckeres Frühstück in einem Top bewerteten Café von TripAdvisor erfolgte und nun sitzen wir Beide im Schlafbus und haben die beiden schlechtesten Plätze ergattert. Für Keno ist ein Sitzen darin unmöglich und auch meine Freiheit war sehr eingeschränkt. Doch aufgrund der freien Platzwahl sitzen wir hier nun einigermaßen bequem (wie es halt in diesem Bus geht) auf dem Weg nach Mui Ne. Es erwarten uns ein paar Strandtage auf die wir Beide uns sehr freuen. In 2,5 Stunden sollten wir nach einer fünfstündigen Fahrt unser Ziel erreichen, wir werden sehen ob alles so klappt wie wir es erwarten smile