07Dezember
2019

Eine Reise in die Vergangenheit

Der berühmte Schriftsteller „Rewi Alley“ aus Neuseeland hat Fenghuang als die wohl schönste Stadt Chinas angepriesen. Nach meinem Besuch dieser Stadt kann ich sagen: Ja es handelt sich um eine wunderschöne Stadt, in der die Vergangenheit noch deutlich zu spüren ist, aber die schönste Stadt für mich bleibt auch nach diesen Tagen eindeutig Lijiang. Die Einwohner Fenghuangs leben laut vorheriger Recherche im Internet ein sehr einfaches Leben, weit weg von anderen Plätzen Chinas und weg der modernen Zivilisation. So konnte ich während meiner Zeit Frauen beobachten, die auch heute noch ihre Wäsche am Fluss waschen und Angler die für das Abendessen der Familie viel Zeit am Fluss verbrachten. Aber auch Frauen in traditioneller Tracht die Souvenirs für Touristen verkauften waren ein dauerhaftes Bild der Stadt. Denn, so wie auch alle Orte meiner Reise zuvor, war Fenghuang bezüglich der Anziehungskraft für Touristen keine Ausnahme. Laut Lonely Planet „strömen die Touristen in Scharen herbei“. Doch auch hier war die Nebensaison deutlich zu spüren. Den Schlafsaal musste ich nur mit einer weiteren Chinesin teilen und auch in den kleinen Gässchen musste man sich nicht wie auf einem deutschen Weihnachtsmarkt durch die Gänge schieben. 

In meinen zwei Tagen vor Ort habe ich versucht die Atmosphäre aufzusaugen und meine Zeit viel damit verbracht Leute zu beobachten. Der Fluss Tuo Jiang verläuft mitten durch das Herz der Altstadt und neben wackeligen Holzbrücken und Trittsteinen gab es auch standhafte Brücken die das überqueren dieses Flusses ermöglichen. Einzigartige hölzerne Häuser, die auch Diaojiaolou (Häuser mit hängenden Beinen) genannt werden, waren am Rande des Flusses zu finden. Diese versprühten ihren eigenen Charme und ich habe es wirklich sehr genossen am Morgen entlang des Flusses spazieren zu gehen und das Treiben zu beobachten. Auch in meinem Buch bin ich gut vorangekommen. Denn obwohl es auch hier vor Ort ca. 10-15°C sind schien die Sonne und die vielen Sitzmöglichkeiten am Rand luden regelrecht zu einer Lesesession ein. 

Auch die Altstadt war wirklich schön. Zur Zeit meines Besuches waren jedoch sehr viele Renovierungen zu Gange und durch die etwas verrotteten Gebäude kann auch gesagt werden, dass dies wohl dringend nötig war. Alte und kaputte Lampions hingen in der Stadt und die Wege waren aufgerissen. Eine Schar von Bauarbeitern war während meines Besuchs wie eine Ameisenfamilie damit zu Gange Lampions abzuhängen und Straßen neu zu verlegen. Einiges an Zeit habe ich damit verbracht durch die Altstadt zu schlendern und in den Gassen verloren zu gehen. Jaja mein Orientierungssinn. Auch so weit weg von Zuhause ist dieser wirklich nicht besser geworden. Ich bin mir inzwischen sicher: In dieser Hinsicht müssen wohl alle Hoffnungen aufgegeben werden. 

Auch die „Phoenix East Gate Scenic Area“ habe ich in meiner Zeit in Fenghuang besucht. Kam ich am Anfang des Weges noch an sich in Renovierung befindenden Bungalows vorbei kam ich schnell zu einem Aussichtsplattform. Dort wurden natürlich erstmal mein Buch und einige Snacks ausgepackt und der Magen gefüllt. Gestärkt ging es weiter über eine wunderschöne künstlich errichtete Brücke und vorbei an einigen Pavillons und auch an einer Gegend mit roten Schirmen im Himmel. Dabei wurde ich stark an den Film „Eine zauberhafte Nanny" erinnert, welche immer mit einem Schirm erscheint und damit auch  am Filmende ihren Abflug vornimmt. Ein weiteres Voranschreiten im Park ermöglichte es mir nach einer einstündigen Wanderung den Nahua Tempel zu erreichen. Imposante Figuren und eine Menge an Gold eröffneten sich mir. Wirklich höchst beeindruckend und egal wie viele Tempel ich in den letzten Jahren besucht habe: Es wird nie langweilig. Jeder einzige ist individuell und versprüht seine eigene Atmosphäre. So kam es auch, dass ich fast jeden Tempel in der Altstadt im Laufe meiner Zeit besichtigt habe. War einer ganz pink, war ein anderer über die Maßen bunt und ein dritter Tempel ermöglichte eine kitschige Fotokulisse mit einem tollen Ausblick.

Nach drei Tagen sitze ich jetzt wieder am Flughafen und in einer Stunde beginnt das Boarding. Auf geht es nach Shanghai. Nina ich komme, und mach dich bereit, ich möchte mit dir die Stadt erobern.smile