30November
2019

Eine Runde um den See

Bevor ich im Hostel angekommen bin erwartete mich jedoch zuerst eine höchst interessante Zugfahrt. Kaum im Zug eingestiegen erwartete ich einen harten Sitz, den ich auch gebucht habe. Doch was war das? Der Sitzwagen bestand aus einem harten Bett, in dem man sich unten mit 4 Personen hinsetzen sollte. Nicht schlimm, aber einfach nur ungewöhnlich. Nach Ankunft fuhr ich weiter Richtung Altstadt auf dem Weg zum Jade Emu International Hostel, in der Hoffnung ein paar weitere Reisende zu treffen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Direkt am Abend meiner Ankunft unterhielt ich mich mit Yumi, einer Chinesin, die ein Sabbatjahr machte und durch China reiste. Wir entschieden uns am nächsten Tag eine Tour rund um den Erhai See zu machen. So mieteten Gaily, eine weitere Chinesin, Yumi und ich einen Fahrer an, der mit uns am nächsten Morgen starten sollte. Nach erfolgreicher Planung wurde somit der restliche Abend zufrieden mit einem Dali Bier am Kamin verbracht.

Gesagt, Getan. Gegen 9 Uhr trafen wir uns im Gemeinschaftsbereich und fuhren mit einem Minivan los. Vorerst war von dem See noch nicht viel zu sehen. Die Straße über die wir fuhren, führte uns durch Felder und wir erfuhren einige Grundlagen über die Landwirtschaft vor Ort und dessen Anbaumethoden. Der erste Stopp führte uns in das relativ wohlhabende Dorf Xihou am Rande des Sees, 18 km entfernt von der Altstadt Dalis. Die Architektur der Häuser in Dali war ein deutlicher Gegensatz zur Architektur in Lijiang. Anders als in Lijiang war in Dali primär die Bai Bevölkerung vorherrschend. Die Bais sehen die die Farbe Weiß als besonders rein an, weshalb Sie auch ihre Häuser in einer weißen Farbe streichen. Somit ist hier anders als in Liljiang nicht die Holzoptik der Häuser vorherrschend. In Xizhou selber leben heutzutage nur noch 32.000 Menschen, ist jedoch besonders bekannt für die gut erhaltenen historischen Bai Häuser. Und diese Häuser haben wir uns auch genauer angesehen. Mit unserem Guide ging es nach einer Stärkung mit einer Rosenpizza und einer weiteren Spezialität der Region durch die gut erhaltenen mehrere Jahrzehnte alte Häuser. 

Auch der Besuch des dortigen Marktes stand auf unserer Agenda. Besonders die Hühner, die sich leider nicht auf der Stange sondern zu zwanzigst in einem Käfig befanden, erreichten meine Aufmerksamkeit. Das Gerät welches die Federn vom Tier entfernte wäre meiner Meinung nach aufgrund von Tierquälerei in Deutschland nicht zugelassen. Doch schnell hatten wir die Tiere auch hinter uns gelassen und es ging weiter zu unserem nächsten Stopp. Wir hielten Zhoucheng Village, welche bekannt ist fürs batiken und besuchten ein Museum bzw. einen Shop welcher uns die Vielfalt näherbringend sollte. Durch meine nicht gerade ausgeprägte Kreativität und meinen Patschehände war ich höchst beeindruckt in welcher kleinteiligen Arbeit und Filigranität man batiken und welche Kunstwerke man damit alles kreieren kann. Weiter ging es am See entlang zu einem wirklich höchst romantischem Touristenort. Hier haben wir uns von unserem Fahrer für die Mittagspause verabschiedet, sind ein wenig die Gässchen entlanggelaufen und haben Reisnudeln gegessen. Für mich wirklich sehr lecker. Für die beiden Chinesinnen eher mittelmäßig.

Nach der Mittagspause haben wir unseren Weg um den See herum fortgesetzt. Dabei nimmt der See eine Fläche von 215 qkm ein und ist somit der siebtgrößte See Chinas. 116 km haben wir im Laufe des Tages zurückgelegt um diesen einmal zu umrunden. Immer wider hielt der Fahrer an um uns die besonders schönen Flecken des Sees zu zeigen und um uns zu helfen durch wunderschöne Fotospots Instagram-Profis zu werden.

Müde und voller neuer Eindrücke erreichten wir um ca. 16 Uhr das Hostel. Ich habe mich an diesem Tag für die verkehrte Reihenfolge entschieden und nach dem Vergnügen die Arbeit angestrebt. Denn: Meine Wäsche musste noch gewaschen werden. Durch die zeitlich falsche Angabe der Waschmaschine nahm dies dann auch den restlichen Tag in Anspruch.Abends ging ich noch mit Gaily sehr sehr lecker essen. Es gab Schweinerippen mit einer Art Tofupommes, Tofuchips, Gemüse und Reis. Nachdem wir noch ein wenig durch die Altstadt geschlendert sind, ging es auch ins müde ins Bettchen.

Am nächsten Morgen wollte ich mir noch ein wenig die Altstadt von Dali ansehen. Und nachdem ich mit einem Käsebaguette (Die Party in meinem Magen könnt ihr euch nicht vorstellen) frisch gestärkt meine Sachen gepackt hatte ging es los. Doch im Vergleich zu Lijiang hat mich Dali nicht vom Hocker gehauen. Natürlich waren die Häuser sehr schön und faszinierend, meiner Ansicht nach war die Charme der Stadt jedoch keines falls vergleichbar. Um 12 Uhr musste ich auch schon zurück, denn um 1 Uhr begann meine 26 stündige Reise nach Zhangjiajie – Die Avatar Felsen erwarten mich. Und hier sitze ich gerade im Zug, habe mich glücklicherweise für die gepolsterte Liege entschieden und ein ganzes Viererabteil für mich. In ca. 4 Stunden sollte ich das Ziel erreichen und ich bin wirklich mal gespannt wie meine Reise weitergehen wird. Aber alle Spekulationen bringen nichts. Die Zeit wird zeigen was passieren wird ;)