23Sept
2019

Eine wundervolle Zeit am Meer

Nachdem sich 3 Tage die Routine eingespielt hatte (Sachen für die Uni, ET will nach Hause telefonieren,…), durchbrochen von einer Party am Party Pier, kam meine Sensationsgier zum Vorschein. Und so dachte ich mir: Constanze du hast eine Woche nichts zu tun und du sitzt hier gerade in China. Was willst du machen? Da ich als ein durchaus sehr durchgeplanter Mensch bereits vor dem Abflug Ideen gesammelt habe, entschied ich mich ganz spontan Flüge nach Hainan zu buchen. Dabei ist Hainan eine Insel im Süden Chinas und als der Touristenort bekannt. Gesagt getan. Flüge wurden gebucht, Sonnencreme und Sonnenhut eingepackt und Samstag dem 14. September 2019 stieg ich in den Flieger von Hainan Airlines auf dem Weg nach Haikou. Durch eine nicht gerade gewollte Landung am 15. September um halb 1 morgens haben ich vorausschauender Weise ein Hotel am Flughafen gebucht. Gewundert hat mich der niedrige Preis bei der Buchung. Aber überwogen hat dabei natürlich die Freude des Sparfuchses. Angekommen stellte sich heraus, warum der Preis so hoch war wie er nun mal war. Die Stecknadel beim booking.com war falsch gesetzt und das Hotel befand sich ca. 10 km vom Bahnhof entfernt. Da der Besitzer des Hotels mir gesagt hat, dass ich ihn anrufen soll, wenn ich ankomme, griff ich nach der Ankunft zum Telefon. Doch wie soll es anders sein: Der Hotelbesitzer konnte natürlich nur sehr sehr gebrochenes und wirklich schwer verständliches Englisch. Nach einer Stunde haben wir uns dann endlich gefunden und mit dem Auto erreichten wir einige Minuten später das Hotel.

Am nächsten Morgen wollte ich mit dem Zug weiter nach Sanya fahren um Strand, Palmen und Sonnenschein zu genießen. Im Hotel wurde ich von dem Vater des Besitzers empfangen, der wirklich keinerlei Englisch verstand. Mit einem Mischmasch aus TukTuk und Auto ging es Richtung Flughafen. Doch plötzlich blieb der gute Herr an einer Haltestelle irgendwo im  Nirgendwo stehen, meinte ich sollte aussteigen und es schien so als wollte er wieder fahren. Nach einigem Protest meinerseits (es war noch keine Laufdistanz zum Flughafen und auch keinerlei englische Beschilderung in Sicht) hielt er ein Taxi an, welches mich dann zum  Flughafenbahnhof brachte. Nachdem es mal wieder, aufgrund fehlender Beschilderung und fehlenden Englischkenntnissen, problematisch war den Bahnhof zu finden, konnte ich problemlos einen Zug buchen und bin nach einer Fahrt mit dem Highspeedtrain mit dem Bus zum Captain’s House,  meinem Hostel, gefahren. Dort wurde ich sehr sehr freundlich begrüßt und wirklich in die Gemeinschaft aufgenommen. Meine Zimmergenossinnen konnten zwar nicht alle Englisch, waren aber wirklich sehr nett und mit dem Google Translater konnten wir uns „unterhalten“. Nach meiner Ankunft um ca. 14:30 bin ich zum Strand in der Nähe des Hotels gelaufen und habe einfach nur die Sonne genossen und gelesen. Gegessen habe ich mittags sehr leckere Nudeln mit leider etwas drögen Skampis und abends hatte ich einen ganzen Fisch mit Gemüse. Gut, dass Keno weit weg  war an diesem Abend denn ich glaube die gefühlten 10 Knoblauchzehen im Essen konnte man nicht nicht riechen :D Abends wollte ich dann eigentlich nur noch in Ruhe ein Bierchen am Strand trinken, doch ein Chinese empfand mein Aussehen doch als ein wenig zu auffällig. Er setzte sich zu mir und wir führten ein interessantes Gespräch über die individuellen Gegebenheiten Chinas. Nach der Rückkehr ins Hostel kam ich mit weiteren Bagpackern bei einem Bier ins Gespräch und wir verabredeten uns am nächsten Tag gemeinsam zum Sanya Bay zu fahren.

So kam es dann auch. Gegen 10 Uhr morgens bin ich mit Lemon (Chinesin), Alex und Mike (beides Deutsche) in den Bus gestiegen. Besonders ereignisreich war der Tag zwar nicht aber wirklich wunderschön. Sanya Bay ist ein über 20 km langer Sandstrand in Stadtnähe und als wir dort ankamen war alles leer. Wir guckten uns um und konnten es kaum glauben: Wir waren fast die Einzigen vor Ort. Ok, ein Grund dafür war wahrscheinlich die Mittagshitze, die wirklich nicht zu verachten war. Doch ein Schattenplatz wurde gefunden, zwischendurch ein kühles Bier geholt und es wurde wirklich zu einem traumhaften Tag. Müde vom Tag sind wir abends mit einem Bierchen zum Hostel zurückgekehrt, haben Uno gespielt und den Abend ausklingen lassen. Dabei kamen immer mehr Menschen dazu, denn die Atmosphäre des Hostels war einfach einladend und unglaublich herzlich.

 

 

 

 

 

 

 

Schon während unseres Strandaufenthaltes haben wir uns verabredet die berühmte Statue von Sanya zu besichtigen. Diese erscheint immer als eine der ersten Google Ergebnisse wenn man sich über die Stadt informiert. Was dabei jedoch nicht so eindeutig aus den Artikeln herauskommt ist, dass diese 40 km entfernt ist und es sich dabei um einen Riesen Tempelkomplex handelt. Völlig unvorbereitet ging es somit mit dem Bus auf eine zweistündige Fahrt, wobei wir unsere Zielstation nach ca. 2 Stunden völlig ausgehungert erreichten. Die Mägen wurden gefüllt und voller Tatendrang ging es los. Angekommen am Eingang traf uns der nächste Schock. Wir waren umzingelt von Touristen. Die Touristenattraktion hatte uns gefangen genommen. Somit wurden Hut und Kamera ausgepackt um sich möglichst schnell der Masse anzupassen. Ein ganz goldener Tempel mit lauter Laternen, eine wunderschöne Natur, der Nashan Tempel,… erwarteten uns. Nach Besichtigung von 4 Tempeln inklusive der Riesen Statue machten wir uns todmüde auf dem Weg ins Hostel. 

Der dritte Tag meiner Reise verlief genauso wie der erste. Nur, dass es anstelle vom Sanya Bay zum Yalowang Bay ging. Und auch die Lautstärke war eine andere als am Sanya Bay. Typisch Chinesisch ging es dort zu. Laute Musik, schreiende Menschen, Animation wo man nur gucken kann und ein ruhiges Örtchen war schwer zu finden. Diesen fanden wir dann an einem Privatstrand eines Hotels. Dort wurde sich gesonnt, gelesen, geschwommen und einfach nur die Seele baumeln gelassen. Nach ca. 3 Stunden machten wir uns auf dem Weg zum Hostel und entschieden auf dem Weg fast einstimmig: Heute wollen unsere Mägen einfach kein chinesisches Essen. Resultierend daraus fanden wir uns eine Stunde später in der Dolphin Bar wieder. Es gab Becks Bier in 0,5 Liter Gläsern und ein Burger mit Käse, Avocado und Speck. Vor allem die Anwesenheit des Käses ließ meinen Magen freudig aufbrummen. Selbst das doch etwas süße Brot konnte meine Freude über diesen Burger nicht dämpfen weshalb ich super glücklich am Abend nach einer weiteren Runde Uno und Bier ins Bett fiel. 

Da mein Flug am Freitag schon um 7 Uhr morgens ab Haikou ging und ich auch die Hauptstadt von Hainan mir ein wenig ansehen wollte, machte ich mich am nächsten Tag mit den Schnellzug von Sanya auf den Weg nach Haikou. Angekommen erlebte ich einen richtigen Kulturschock. Waren in Sanya jede Menge Touristen und die Chinesen vor Ort konnten gebrochenes Englisch, wurde ich nach Verlassen des Bahnhofs wie ein Auto angeguckt, die ganze Zeit auf Chinesisch angesprochen und meine Fragen konnte keiner beantworten. Glücklicherweise nahm mich dort ein Chinese an sich, welcher mich sicher zum Hostel brachte. Zwar konnte auch dort keiner Englisch doch Google Translator rettete mal wieder meine Reise. Der Regenschauer wurde noch abgewartet und dann ging es weiter mit dem Bus Richtung Altstadt. Und diese war wirklich sehenswert. Alte, etwas heruntergekommene, jedoch wunderschöne Gebäude verbreiteten eine tolle Atmosphäre. Indem ich durch die Gässchen streifte gelangte ich zu einem Markt, der größtenteils Fisch verkaufte. Doch auch Gemüse, Fleisch, getrockneten Fisch, getrocknetes Obst,… fanden ihre Abnehmer. Die deutschen Hygienestandards wurden hier natürlich nicht eingehalten und an so  manchem Stand bezweifelte ich ob der Verzehr der Speisen doch nicht in Magenkrämpfen oder Durchfall endet. Es war sehr voll auf dem Markt: Roller fuhren überall durch die Gegend, Hupkonzerte überall und jegliche Art von Gerüchen trafen meinen Geruchssinn. 

Nach einer Pause im People Park und Nudeln mit Rindfleisch ging es zurück ins Hostel wo ich eigentlich früh schlafen gehen wollte. Daran war jedoch leider nicht zu denken. Meine Zimmergenossin arbeite noch lange am Laptop und das Bett war so hart, dass man nur vom Angucken des Gestells blaue Flecken bekam. 

Somit ging nach 2,5 Stunden mein Wecker und da der Bruder der Eigentümerin ein Auto besaß und sich wirklich netterweise bereit erklärt hat mich zum Flughafen zu bringen, verlief alles ohne jegliche Probleme. Um 6:50 flog mein Flugzeug wieder nach Guangzhou, wobei ich mein Ziel 1 Stunde und 15 Minuten später erreichte. Ich nahm die Metro nach Guangzhou und fiel todmüde ins Bett. Der Tag wurde ganz ruhig mit einem Bierchen mit meinen Mitbewohnern ausgeklungen und die nächsten 2 Tage standen ganz im Motto der Universität. So schnell gingen dann auch die letzten 2 Wochen um und jetzt haben wir Montag den 23ten September und ich habe endlich die Zeit und gleichzeitig die Muße alles aufzuschreiben was in den letzten 2 Wochen passiert ist. Rückblickend kann ich sagen: Es war die beste Idee einfach in das Flugzeug zu steigen und nach Hainan zu fliegen. Ich habe tolle Leute getroffen, viele Sachen gesehen und alles in allem eine wundervolle Zeit gehabt.