29Dezember
2019

Eines der Weltwunder der Natur

Nach einer wirklich perfekt organisierten Überfahrt, was wir besonders jetzt auf der Rückfahrt merken, setzte uns der Bus vor unserem Cát Bà Countryside Homestay ab. Ziemlich abseits gelegen war es genau die Art der Unterkunft nach der wir gesucht haben.: Ziemlich einfache Bungalows mit unfassbar netten Homestay Gastgebern und leckerem Essen. Hundegebell war überall zu hören und das Hühnerscharren begleitete uns in den Schlaf. Weitere Besonderheiten meiner nächtlichen Schlafgegebenheiten gab es übrigens nicht mehr zu berichten, der Sturz auf meinen Hinterkopf bei meinem Fall aus dem Bett hat wohl die herbeigesehnte Normalität herbeigeführt. 

Nach unserer Ankunft ging alles sehr schnell. Wir erfragten uns in dem Homestay was man denn in den übergebliebenen Stunden des Tages (es war bereits 15:00 Uhr) unternehmen könnte und kaum versahen wir uns saß Keno auf einem Roller mit 125 ccm und wir brausten über Cát Bà. Meine Anwesenheit hinten auf dem Roller war wohl keine große Hilfe zur Eingewöhnung, denn die Gewissheit nicht eingreifen zu können sorgte bei   mir zu einem gewissen Unwohlsein. Dieses äußerte sich in schreckhaftem Nachfragen, ob Keno jegliches Hindernis, seien es Rollsplitt oder Blätter, gesehen hat und einem ständigen Ermahnen bloß langsam zu fahren. Einige Nervenzusammenbrüche meinerseits später sind wir auch am Cát Bà Nationalpark angekommen und wir machten uns nach dem Parken des Rollers in einem höchst offiziell aussehendem Parkhaus (Einer Art Pavillon aus Blech) an die Besteigung des Berges. Die Wege waren nicht besonders gut und mein Orientierungssinn spielte auch einmal verrückt, durch Keno’s Delegation gelangten wir jedoch ohne jegliche Probleme nach einigen Minuten (30 anstelle der angekündigten 40) verschwitzt oben auf dem Berg an. Zwar hat uns an dem offensichtlichen Peak eine Schulklasse begrüßt, die man schon 20 Minuten vorher lautstark hören konnte, jedoch haben wir einen kleinen versteckten Weg gefunden, welcher uns weiter hoch führte und wir die Aussicht dort in Ruhe genießen konnten. Bevor wir den Abstieg angingen wurden natürlich Fotos geschossen smile. Unten angekommen wollten wir eigentlich zu einer Seestraße fahren um den Sonnenuntergang zu bestaunen, aber durch meine schlechten Ortsangaben (Meinen Orientierungssinn gibt es immer noch zum umtauschen laughing) gelangten wir an eine andere Stelle. Dies stellte sich jedoch rückblickend als totalen Glücksgriff heraus, denn so fuhren wir noch nach Cát Bà Town und genossen einen unvorstellbar guten Seafood Hot Pot. Neben dem Seafood (Skampis, Muscheln, Tintenfisch und ein undefinierbar zarter Fisch) gab es Gemüse und Nudeln zu verspeisen. Voll gestärkt machten wir uns mit dem Roller zurück zum Homestay und trotz einer wirklich höchst spannenden Folge von „The Sinner“ auf Netflix schlief ich wie ein erschossener Hirsch ein. 

Der nächste Morgen begann relativ früh. Wir aßen ein sehr leckeres Frühstück in unserem Homestay (Bananen-Schoko Pancake, Omelett und Käsebrot) und fuhren mit einem Taxi  mit raveartiger Musik (diese Musik am Morgen sorgte weder bei mir noch bei Keno zu besonders guter Laune) zu Cat Bá Ventures. Und eine Stunde später ging es auch schon los. Mit einem Shuttlebus fuhren wir zum Hafen und stiegen in ein kleineres Boot mit welchem wir uns zuerst die Lan Hay Bucht erkundeten. Ist diese kleiner als die Halong Bucht und besitzt im Gegensatz zu dieser nur 365, anstelle der 2050 Inseln, sind jedoch nicht so viele Touristen vor Ort. Der weitere Umstand, dass nur Boote aus Cat Bá zugelassen waren dort herumzuschippern, half dabei, dass wir manchmal weit und breit keinen weiteren Touristendampfer entdeckten. Meine größte Angst in einem Meer aus Touristen zu ertrinken wurde somit schon direkt am Anfang aus dem Weg geräumt. Zwar war es einigermaßen kalt, doch durch einen dickeren Pullover und langer Hose hielten wir  es gut auf dem Deck aus und genossen die Aussicht. Der Schwimmstopp wurde von uns beiden übersprungen doch kaum ging es ins Kajak waren wir Beide Feuer und Flamme. Meine fehlenden Kajakfähigkeiten sorgen zu Beginn bei uns Beiden für gewisse Reibereien, doch nach einer halben Stunde wurde auch diese Kriegsbeil begraben und wir genossen den Umstand, dass wir fast durch die touristenleere Lan Hay Bucht paddelten. Es ging in verlassene Lagunen und wir erkundeten in den 1,5 Stunden die „Bat Cave" und die „Dark Cave“. Fertig wechselten wir das Schiff und wir erkundeten unsere kleine Kajüte auf dem Boot. Diese stand einem normalen Hotelzimmer nicht nach und wir genossen von unserem Bett aus die Aussicht auf die Halong Bucht. Nach einem  leider kaltem Abendessen stand Tintenfisch fischen auf dem Programm und trotz großem Pessimismus unseres Reiseleiters hat unsere Gruppe einen Tintenfisch gefangen. Ob dieser zuvor als Touristengag aus dem Schiff geschmissen wurde, dass wird uns wohl für immer ein Rätsel bleiben wink.

Der nächste Morgen begann um 7:30 und nach einem ausgiebigem Frühstück mit Pancakes und Früchten begaben wir uns erneut ins Kajak um die Halong Bucht zu erkunden. Keno und ich waren inzwischen ein eingespieltes Team und meine verbesserten Fähigkeiten bekamen sogar ab und zu ein lobendes Wort wink. Durch die vorherrschende Harmonie im Kajak konnte der Ausflug noch mehr genossen werden und es war einfach traumhaft. Vorbei ging es an Kalksteinfelsen und selbst den höchst seltenen Cat-Ba-Langur, auch Goldkopflangur genannt, bekamen wir auf unserer Tour zu Gesicht. Dieser kommt nur auf der Insel Cát Bà in der Halong Bucht im Norden Vietnams vor. Voller Adrenalin erreichten wir wieder das Schiff und nach einer weiteren Schwimmpause (die von uns aufgrund der Kälte und leichter Erkältung erneut übersprungen wurde) und dem Mittagessen machten wir uns langsam auf dem Rückweg. Währenddessen kam auch die Sonne zum Vorschein und so wurde die Sonnencreme doch noch ausgepackt und die letzten Minuten konnten mit einem Buch in der Hand auf dem Deck des Schiffes genossen werden. Es war einfach traumhaft schön und jeder Person die Vietnam und die Halong Bucht auf der To Do Liste stehen hat empfehlen wir Cát Bà und die 2 Tagestour von Cát Bà Ventures.

Bereits gegen 15:00 Uhr erreichet wir voller Glücksgefühle das Homestay und da wir noch        relativ früh am Tag hatten wollten wir noch einen kleinen Ausflug in der Natur unternehmen. Hatten wir erst angedacht mit dem Roller wegzufahren wurde uns jedoch klar, dass wir vor unserer Haustür genau das hatten wonach wir auf der Suche waren. Somit begaben wir uns auf einen kleinen Wanderweg der genau hinter unserem Bungalow begann. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir jedoch noch nicht, dass wir nach Rückkehr das Gefühl hatten ein weiteres Pfadfinder Abzeichen zu verdienen. Der „Weg“, wenn man Ihn überhaupt so nennen kann“ war steil und voller spitzer Steine, bei welchen ein falscher Schritt schon ziemlich gefährlich sein konnte. Aufgrund der aufkommenden Dunkelheit kam unsere Vernunft zum Vorschein und Keno’s Vorschlag doch besser umzukehren traf bei mir auf großes Einverständnis. Somit begaben wir uns auf den Rückweg und mit der Handytaschenlampe in Anschlag ging es langsam wie eine Schnecke, mit der Angst von tollwütigen Hunden oder aggressiven Affen angegriffen zu werden, den Berg hinunter. Die Erleichterung war groß als wir den Boden erreichten und das reichliche Abendessen welches wir anschließend zu uns nahmen hatten wir uns mehr als redlich verdient. Auch begannen wir an diesem Abend unsere Youno Meisterschaft und für die Leute die das spannende Match nachverfolgen wollen, der Zwischenstand ist momentan noch 3:2 für mich. Mal sehen wer zum Ende unserer Reise zum Youno Asienmeister ernannt werden kann smile

Nun befinden wir uns auf dem Rückweg von Cát Bà nach Hanoi um heute Nachmittag in den Flieger nach Hue zu steigen. Keno freut sich schon wie ein kleines Kind auf seinen Flug und ich blicke eher dagegen an. Aber in ca. 4 Stunden haben wir das Ziel erreicht und neue Erlebnisse werden folgen smile