06Sept
2019

Es gibt noch so einiges zu organisieren

Der nächste Tag, es war inzwischen der 3.9.2019, begann sehr entspannt. Es wurde ausgeschlafen, ich habe einen Milktea probiert, war einkaufen und wir haben die ersten Macken unserer Wohnung festgestellt: Die zweite Dusche und Toilette funktionieren nicht, es gibt keinen Kühlschrank, Kakerlaken in der Küche, keinen Vorhang in meinem Zimmer, die Balkontür ist kaputt, es ist kein WLAN vorhanden, kein heißes Wasser in der Dusche, u.s.w. Nun heißt es sich nach und nach um die kleinen oder größeren Macken zu kümmern. Durch die Hilfsbereitschaft der Agentur konnten schon einige Macken, wie die kaputten Sachen im Badezimmer und die Balkontür repariert werden. Nachdem mittags mit Anne-Claire Dumpings gegessen wurde und die Lieben zu Hause einmal persönlich über den neusten Stand der Dinge informiert wurden, ging es darum  Guangzhou ein wenig zu erkunden. Mit dem Taxi ging es Richtung Innenstadt und was wir in den nächsten Stunden erlebt haben, war eine ganz andere Seite von Guangzhou als jene, die ich die letzten Tage gesehen habe. Ausschließlich moderne Hochhäuser und Einkaufszentren, wo man nur gucken kann. Adidas, Puma, Lacoste, …, alle bekannte Marken die man sich nur denken kann gab es dort zu kaufen. Nach einem Bubble Tea zum Einstieg ging es darum die Welt der Einkaufszentren zu erkunden. Alleine der Bubble Tea Kauf war schon ein Erlebnis. Da diese Kette so berühmt ist, muss man ca. eine halbe Stunde warten, bis man sein heiß ersehntes Getränk in den Händen hält. In dem Laden war vieles Pink und es gab eine angedeutete Treppe für Bilder in sozialen Netzwerken. So stellte ich einmal meine Topmodell Fähigkeiten unter Beweis und versuchte ein schönes Bild auf der Treppe hinzubekommen. Da ich auf leider von Heidi Klum kein Foto bekommen habe, bekommt ihr auch nicht die Chance mein perfektes Topmodell Bild zu sehen. Weiter ging es durch ein Top Modernes Einkaufszentrum mit vielen westlichen Marken. Doch dann erreichten wir durch eine Unterführung eine Art Unterwelt von Guangzhou. Ein Einkaufszentrum wie man es sich nicht vorstellen kann. Sozusagen das Phantasialand als Einkaufszentrum. Verschiedene Themenwelten, überall blinkten Lichter und fürs Entertainment war zwischendrin auch noch gesorgt. Verkleidete Pandas sprangen durch die Gegend und eine Halle voll mit Schnee (in Guangzhou schneit es nie) stand zum Besuch bereit. Auch ein Sightseeingtrain fuhr jede 20 Minuten durch das Shoppingzentrum, welchen wir dann nahmen um diese verrückte Welt beim Vorbeifahren zu bestaunen. 

 Da sich langsam unsere Mägen bemerkbar machten ging es mit dem Auto zu einem schicken und für chinesische Verhältnisse teurem Restaurant. Dort aßen wir, empfohlen von der Freundin von Anne-Claire, eingelegte Auberginen, Rindfleisch mit einer süßen Sauce und eingelegten Chinesischen Kohl. Das Essen war wirklich sehr sehr lecker und so ging es satt und müde ins Bett. 

Der nächste Tag stand unter dem Motto: Ich brauche eine Bankkarte. Denn nur so kann ich das langersehnte WeChat Pay endlich nutzen. Denn ohne WeChat Pay ist man in China aufgeschmissen. Man bezahlt damit in Restaurants, das Parkticket in der Tiefgarage, Automaten um sein Handy aufzuladen, auf dem Markt, u.s.w. Glücklicherweise war ich so vorausschauend und habe am Tag vorher einen Termin in der Bank vereinbart. Damit ging auch alles sehr schnell. Ich habe ein Bankkonto eröffnet, mein Handy mit WeChat Pay verbunden und nachdem ich meinen  Studentenausweis beantragt und abgeholt hatte, konnte man mich fast als Chinesin bezeichnen. Das ich kein Chinesisch spreche und auch äußerlich nicht gerade in das Muster passe, wurde dabei fast nebensächlich. Abends habe ich mich dann noch mit Sarah und Francesca, zwei Italienerinnen, getroffen und wir sind am Pearl River spazieren gegangen. Die Aussicht hat mich an Frankfurt in XXL erinnert und es war wirklich wunderschön.

Auch der Kanton Tower bei Nacht sieht toll aus. Auf dem Weg sah man Chinesen, die tanzten, Badminton, Plumssack oder Brettspiele spielten. Nach einem Wassermelonensaft und einem Bierchen an unserem Apartment ging es müde ins Bett.

Da wir im zweiten Stock wohnen und ich keine Vorhänge vor meinem Fenster hatte, ging es am 5.9.2019 darum sich Vorhänge zu besorgen. Da diese nur für eine Zeit von 3 Monaten halten mussten, ging es mir nur darum einen Stofffetzen zu besorgen und diesen irgendwie am Fenster befestigen zu können. Aufgrund der Größe der Fenster stellte sich dies jedoch als gar nicht so einfach heraus. So habe ich mich mit Jenny am frühen Vormittag auf dem Weg zum Textile Exchange Center gemacht um mein Vorhaben zu realisieren. Das Textile Exchange Center hat fast die Größe von Sonsbeck und es gibt verschiedene Sparten für jegliche Art von Textilien. So gibt es die Rubrik Knöpfe, Verzierungen, Stoffe, Schnürsenkel, u.s.w. Die gesuchte Rubrik Vorhänge war natürlich, wie soll es auch nicht anders sein, genau am anderen Ende unseres Startpunkts und so sind wir ca. 1,5 Stunden durch die kleinen und sehr geschäftigen Gassen wie zwei Mäuse im Labyrinth herumgeirrt um den Speck, also den Vorhangstoff, zu finden. Schreiende Menschen, überfüllte Motorräder und eine fehlende Beschilderung erleichterten nicht gerade unsere Suche. Doch nach einer langen Zeit hatten wir das Ziel erreicht. Ein nicht gerade schöner, aber effizienter Vorhangstoff und etwas zum befestigen wurde gekauft und es ging für Jenny wieder Richtung Universität und ich machte mich nach dem Einkauf auf den Weg Richtung Apartment um mich für die erste anstehende Hausparty noch ein wenig auszuruhen. Nach einem lustigen Abend mit ein paar Bierchen fiel ich todmüde ins Bett und wachte am nächsten Morgen erst gegen 11:30 auf.