31August
2019

Gefangen im Jetlag

Wohnung, Bankkonto, SIM-Karte, ... Einiges muss bedacht werden, wenn man sich für ein halbes Jahr an einem anderen Ort niederlassen möchte. Kaum habe ich die erste Nacht hinter mich gebracht, habe ich mich mit meinem Buddy Jenny getroffen um die To Do Liste in Angriff zu nehmen.

Nach einer gemeinsamen Reisrolle zum Einstieg des Abenteuers Guangzhou wurde nicht lange gezögert und die Wohnungssuche begann. Dabei muss man wissen, dass es an fast jeder Straßenecke Agenturen gibt, die sich auf die Vermittlung von Wohnungen fokussiert haben. Bei einer Wohnungssuche sucht man einen Agenten nach dem anderen auf und der Ablauf ist dann immer wie folgt: 
1. Die wichtigsten Rahmendaten der Wohnung die man gerne haben möchte werden herunterrattert
2. Es wird sich informiert, ob eine Wohnung die zu den Daten passt vorhanden ist
3. Fotos der Wohnung werden einem gezeigt
4. Der Hauseigentümer wird angerufen und es wird nachgefragt, ob eine Mietdauer von 4 Monaten möglich ist und ob eine Besichtigung innerhalb der nächsten 15 Minuten stattfinden kann
5. Der Schlüssel wird abgeholt und eine Besichtigung der Wohnung kann sofort stattfinden
6. Eine Zu- oder Absage der Wohnung wird erteilt
Die Einzimmerwohnung die wir direkt am ersten Tag besichtigt haben, war leider ziemlich herunterkommen und die Lage nicht passend, sodass ich mich entschieden habe erstmal abzuwarten was innerhalb der nächsten 24 Stunden passieren wird. 

Deshalb machten wir uns an den zweiten Aspekt der To Do Liste: Eine SIM-Karte. Denn man kann es sich kaum mehr vorstellen, aber ohne Internet ist man vollkommen aufgeschmissen: So ist (für mich als großes Orientierungsgenie sehr wichtig) eine Navigation über die Stadt nicht möglich und eine Verabredung oder jegliche Absprachen kann nicht getroffen werden. Doch was man sich eigentlich als sehr einfach vorstellt, stellte sich in China als eine alleine nicht überwindbare Hürde heraus. Nachdem ich mit meinem Buddy 2 Shops abgeklappert habe und neben der Tatsache, dass keiner Englisch sprach, war auch ein Abschluss mir einem internationalen Passport nicht möglich. Leider funktioniert aufgrund meines amerikanischen IPhones die Telefonfunktion nicht, sodass ich nun im Besitz einer chinesischen Telefonnummer bin, welche leider vollkommen nutzlos ist. Da jedoch der relevanteste Aspekt, die Internetnutzung, erfüllt ist und im 21ten Jahrhundert die Telefonfunktion sowieso überschätzt wird, verließ ich zufrieden den Laden. Ein To-Do konnte von meiner Liste abgehakt werden.

Der anschließende Versuch ein Bankkonto zu eröffnen schlug leider fehl, da eine Wohnungsbestätigung vorliegen musste. Da Jenny gegen 15:00 wieder zurück zur Uni musste, wurden weitere organisatorische Aspekte auf den nächsten Tag verschoben. Nach einem kurzen gemeinsamen Rundgang der Universität ging es für mich völlig erschöpft zurück ins Hotel um eine Nachmittagspause einzulegen, denn gegen 20:00 wollte ich mich mit anderen internationalen Studenten auf ein Bier am sogenannten PartyPier treffen.

Der anschließende Versuch ein Bankkonto zu eröffnen schlug leider fehl, da eine Wohnungsbestätigung vorliegen musste. Da Jenny gegen 15:00 wieder zurück zur Uni musste, wurden weitere organisatorische Aspekte auf den nächsten Tag verschoben. Nach einem kurzen Rundgang der Universität ging es für mich völlig erschöpft zurück ins Hotel um eine Nachmittagspause einzulegen, denn gegen 20:00 wollte ich mich mit anderen internationalen Studenten auf ein Bier am sogenannten PartyPier treffen.

Damit das Bier auch gut vertragen wird, ging es gegen 19:30 mit einer anderen Deutschen und zwei Franzosen etwas essen (Fried Rice) und anschließend haben wir ein Taxi zur Destination genommen. Es wurde sich auf einer Dachterrasse niedergelassen mit einem wunderchönen Blick über den Pearl River. Aufgrund des doch sehr westlichen Preisniveaus war es dort nicht voll und wir konnten uns mit ca. 20 Leuten gut niederlassen. Der Ausblick dabei war wirklich gigantisch, denn der angestrahlte Kanton Tower und die anderen beleuchteten Hochhäuser des Flusses haben wirklich ihren eigenen Charme. Der Kennenlernabend war voller spannender Gespräche und wurde im Keller der Dachterrasse ausgeklungen. Gegen 2:00 erreichte ich dann glücklich mein Hotel und fiel zwar übermüdet in mein Bett. An Schlaf war jedoch aufgrund des Jetlags leider gar nicht zu denken.

Nachdem ich gegen 5:00 in den Schlaf fiel, ging um 7:30 bereits der Wecker, resultierend daraus war ich leider am folgenden Tag ein Schatten meiner Selbst. Dieser stand in dem Motto der Wohnungssuche. Vorher musste sich jedoch noch an der Universität registriert werden. Dies stellte sich, außer ein paar längeren Warteschlangen, nicht als besonderes Problem heraus. Anders jedoch die Wohnungssuche. Diesmal machte ich mich mit den Franzosen Anne-Claire und Quentin mit Quentins Buddy auf die Suche. Doch trotz 4 Wohnungsbesichtigungen konnte leider noch keiner Wohnung eine Zusage erteilt werden. Denn entweder stimmte die Lage nicht, die Wohnung war nicht vorzeigbar, überteuert oder das größte Problem: einfach nicht für 4 Monate zu mieten. Aufgrund des geringen Schlafs war ich an diesem Tag nicht ganz aufnahmefähig und gegen 18:30 erreichte ich erschöpft das Hotel. Todmüde fielen mir fast direkt die Augen zu und nun sitze ich wieder hier (gegen 1:47) und bin vom Jetlag betroffen. Nach dem Verfassen dieses, doch etwas länger gewordenen Textes, werde ich mich jetzt mal an einen erneute Schlafversuch wagen. Ich werde später berichten inwieweit mir dieser gelungen ist. Also in diesem Sinne: bis später pastedGraphic.png

So das Einschlafen ist mir dann doch nochmal ganz gut gelungen jetzt sitze ich hier gegen 8:00 im Hotelzimmer, welches ich glücklicherweise für 2 Nächte verlängern konnte. Gleich gehe ich mit Jenny (meinem Buddy) frühstücken und später geht die Wohnungssuche weiter. Neuer Tag, neues Glück. In diesem Sinne, drückt mir die Daumen! pastedGraphic.png