17Januar
2020

Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst

Zu später Stunde erreichten wir Kep. Dort hatte Conni einen sehr einfachen Bungalow mit runden (!) Grundriss (was Conni sehr süß fand…) gebucht, welchen wir direkt bezogen, nachdem uns der Bus vor den Toren der Unterkunft abgesetzt hatte. Mitten im Dschungel gelegen, hatten die Hütten, welche nur eine Steckdose und keine Toilette beziehungsweise Dusche hatten, ihren ganz eigenen Charme. Zu später Stunde galt es an diesem Abend noch unsere Mägen zu füllen und was konnte da naheliegender sein, als ein Spaziergang zur Küste, um in einem der dortigen Seafood-Restaurants, direkt neben dem legendären Crab-Market von Kep einzukehren. Wir hatten fantastischen Fisch und Conni einen Krebs – alles so frisch, als seien die Tiere direkt vom Meer auf unsere Teller gehüpft. Das Verspeisen des Krebs stellte Conni vor große Herausforderungen und am Ende wurde in barbarischer Manier mit den Händen an dem Corpus Delicti herumgezerrt um auch an das letzte Gramm Fleisch heranzukommen. Auf jeden Fall war es unfassbar delikat und so zogen wir zufrieden in unsere Unterkunft. 

Am nächsten Tag schliefen wir länger, frühstückten und zogen bei Tage los um den Crab Market zu erkunden. Dann ging es weiter in den eigentlichen Ort Kep. Dort war ein schöner und irgendwie faszinierender kleiner Hauptstrand. Hier mieteten wir uns für 5 Dollar für den Tag zwei Liegestühle und einen Schirm und legten die Füße hoch, lasen und schwammen ab und an im Golf von Thailand – es war natürlich eine Wonne! Der Strand war dahingehend besonders, dass er sehr untouristisch war, wahnsinnig entspannt und ruhig noch dazu. An der Straße die am Strand entlangführte waren hunderte Hängematten unter den Palmen aufgespannt, von denen allerdings nur wenige bevölkert waren. Zu unserer Überraschung waren auch Affen teilweise die Nutzer dieser Hängematten. Abends ging es naheliegenderweise erneut in eins der fantastischen Seafood Restaurants am Crab Market und dieses Mal traute auch ich mich an die Krebse heran, allerdings stellte ich mich dabei noch unbeholfener an als Conni. 

Nach diesem Tag des Faulenzens hatten wir uns für den nächsten Tag einiges vorgenommen. Abends sollte es für uns schon nach Kampot gehen, darum standen wir früh auf um den Tag zu nutzen. Wir lagerten unser Gepäck bei dem Schweizer Gastgeber Michael und liehen uns einen Roller von ihm. Dann düsten wir los. Unser Ziel war eine Pfefferfarm im Dschungel und der sogenannte Secret Lake. Durch unsere hemdsärmelige (man könnte auch sagen dilletantische) Navigation fuhren wir unbekümmert querfeldein, nachdem wir unsere eigenliche Route irgendwie verlassen hatten. Ich kam mir zwischendurch auf dem Roller vor, wie ein Rennfahrer der Rallye Dakar. Es ging durch Sand- und Kiesabschnitte und zwischendurch fuhren wir mit dem Roller auf einem allenfalls 10 Zentimeter breiten Sandstreifen der als „Weg“ fungierte. Die Natur war allerdings atemberaubend und kaum in Worte zu fassen. Die Hitze war allerdings auch enorm! Wir freuten uns die Pfefferfarm zu erreichen. Dort stärkten wir uns mit Wasser und Kaffee und bekamen dann zu zweit eine Führung über die Farm und wurden zu kleinen Pfefferexperten ausgebildet. Wichtiges Learning: Roter, weisser und schwarzer Pfeffer kommt von der selben Pflanze (selbst das war uns nicht bewusst) – die Unterschiede in der Optik liegen an der Verarbeitung. Am Ende verkosteten wir die Pfeffersorten, tranken Pfeffertee und kauften auch (was bei einer kostenlosen Führung implizit erwartet und auch angemessen ist) ein bisschen Kep Pfeffer und Pfeffertee. Wir fuhren weiter und kehrten am menschenleeren Secret Lake (der wirklich abgelegen ist und damit zurecht seinen Namen trägt) ein. Dann ging es für uns an ein Salzfeld. Hier konnte man allerdings vom eigentlichen Produktionsprozess nur wenig sehen. Die Abenddämmerung trat ein und wir beendeten unsere Motorroller Tour wieder am Strand vom Vortag um der Sonne für den Tag Tschüss zu sagen. Wir holten unser Gepäck ab und dann ging es auch schon mit der Khmer Rikscha nach Kampot, wo wir nach diesem Tag voller Eindrücke ziemlich spät und müde aufschlugen. Was haben wir in Kep gelernt? Wir waren jetzt da wo der Pfeffer wächst, und wir müssen beide noch üben um gesellschaftsfähig Krebs essen zu können!