12Januar
2020

Mit (nicht ganz so) handsome John durchs Mekong Delta

Angekommen in Ho Chi Minh City kamen Keno und ich nach einer erneuten Grab Fahrt im Hotel an, welches sich nach einer ausgewählten Sondierung unsererseits 2 km vom Busbahnhof befand. Wirkte der aller-, allererste Blick noch ok, stellten wir dann auf dem ersten Blick doch sehr schnell fest, dass es sich um eine unverschämte Drecksbude handelte. Offensichtlich war das für uns beide zwar überaus abschreckend, aber einem schien es sehr zu gefallen: Dem Gecko der sich nach einiger Zeit aus der losen Tapete unseres Hotelzimmers heraus traute. Zuerst blieb dieser jedoch unentdeckt und Keno und ich machten uns auf dem Weg um unsere unzufriedenen Mägen zu befriedigen. Waren wir diese Nacht in einer höchst umtouristischen Ecke gelandet lief auch dieses Abendessen sehr authentisch ab. Wir landeten an einem Straßenstand und wurden überrascht mit überaus leckeren Nudeln mit Ente und einer anschließenden Suppe mit Klößen (wir beide werden nun mal leider nicht von einer vietnamesischen Portion satt…). Nach Rückkehr schliefen wir dann mit unserem ungewollten Mitbewohner ein.

Nach einer doch etwas unruhigen Nacht machten wir uns zu Fuß auf zum Busbahnhof. Die 2 Kilometer wurden ohne Probleme zurückgelegt und wir waren fasziniert von der Größe des Abfahrtsortes. Ein Gewusel wie in einem Ameisenhaufen erwartete uns und dank einheimischer Hilfe gelangten wir rechtzeitig in den richtigen Bus, welcher uns dann nach Can Tho bringen sollte. Dabei handelte es sich, so meint auch mein Reisebegleiter, um den angenehmsten Schlafbus unserer Reise. Die Vorhänge vor den Sitzen machten eine Abschottung vor den anderen Reisenden möglich und die Sitzgröße war auch mehr an Keno’s Größe angepasst. Entspannt erreichten wir somit mittags Can Tho und machten uns direkt am Morgen an die Entdeckung der Stadt. Doch was wir im Laufe des Tages sahen begeisterte uns ehrlich gesagt gar nicht. Es handelte sich um eine chaotisch, laute und unserer Meinung unspektakuläre Stadt. Auch die sonst sehr guten kulinarischen Möglichkeiten waren eingeschränkt. Aufgrund fehlenden ansprechenden Möglichkeiten gingen wir zur Top 1 auf TripAdvisor, doch auch dieser Laden war ein totaler Reinfall. Die Frühlingsrollen waren schlechter als die aufzubackenden Rollen im Supermarkt und der Papayasalat ungenießbar. Somit gingen wir auch mit keinerlei Erwartungen zu dem Nachtmarkt in Nähe unseres Homestays. Dieser konnte uns jedoch überzeugen: Gab es frischen Fisch, der gegrillt oder als Hot-Pot zubereitet wurde, und Becks Ice Bier, welches nicht das Bier war was es in Deutschland zu kaufen gibt (süffig aber nicht süß) und eindeutig für den asiatischen Markt produziert wurde. Wir speisten sehr gut und genossen die wirklich authentische Atmosphäre. So hätten wir beide nie gedacht, dass wir jemals das Spiel Jordanien-Nordkorea in einem Publikum gucken würden, welches eindeutig für Nordkorea mitfiebert. Nach Erreichen des Betts legten wir uns sehr schnell schlafen denn unser nächster Tag sollte ungewöhnlich früh beginnen.

Denn gegen 4:30 Uhr ging bereits unser Wecker und eine halbe Stunde später wurden wir von unserem Guide, der sich selber als Handsome John bezeichnete, an unserem Homestay abgeholt. Mit einem Taxi ging es zum Hafen und mit einem kleinen Bötchen machten wir uns auf dem Weg zu den Swimming Markets. Keno und ich merkten in der Zwischenzeit, dass 4:30 Uhr aufstehen nicht unsere Uhrzeit war und nutzten die Zeit um zu uns selber zu finden und aufzuwachen. Wiedererwarten gelang mir dieser Prozess deutlich besser als Keno, welcher erst gegen 8:30 Uhr seine ganzen Fähigkeiten wiedererlangte (wohingegen dann mein Zusammenbruch erst nach erfolgter Tour am Nachmittag kam). Vor Sonnenaufgang erreichten wir den Swimming Market Cai Rang welcher aus Handelsschiffen bestand. Diese verkauften alles, was auch auf einem normalen Markt zu finden ist: Früchte, Gemüse, etc. Doch auch Lotterieschiffe und Boote welche Kaffee und Suppe verkauften. Damit wurden wir auch mit einer Suppe zum Frühstück eingedeckt, die Lehne wurde als Tisch umgebaut und wir genossen das Gericht mit Aussicht auf den Markt. Nach der Stärkung machten wir uns auf den Weg zum zweiten Swimming Market. Dieser war sehr klein (um die 5 Bötchen) und eindeutig nur auf Touristen ausgelegt. Wir wurden mit Ananas versorgt, was mich überaus freute und Keno hingegen Angst vor eine Vitaminschock bekam laughing. Auch einen Kaffee auf den wir uns schon eine längere Zeit sehnten bekamen wir ausgehändigt und glücklich schipperten wir zu einer Fruit Farm. Wir sahen Kokosnüsse, Sternfrüchte, Bananen, Pomelo, usw. wachsen und Handsome John erzählte uns etwas über die individuelle Anbauweise. Geparkt wurden wir anschließend in dem dortigen Restaurant und wir wurden nahezu gedrängt etwas zu kaufen. Diese weit verbreitete Tat senkte unsere Laune etwas doch kaum schipperten wir mit unserem Bötchen durch etwas kleinere Gässchen und wir die Natur genießen konnten besserte sich diese exponentiell wieder auf. Fotos wurden gemacht und der doch etwas romantische Augenblick genossen. Auf dem Rückweg wurde ein weiterer Stopp an der Reisnudelfabrik eingelegt. Ein weiterer eindeutig für Touristen angelegte Rundgang wurde hingelegt und wir beide übten uns an dem Bedienen einer Schneidemaschine. Das aufgedrängte Video vom nicht ganz so Handsome John wird wohl in den nächsten Tagen bei uns beiden im Papierkorb des Handys landen. Gegen 12:00 erreichten wir das Homestay und wie oben erwähnt kam nach dem Mittagessen mein Zusammenbruch. Todmüde war ich zu nicht mehr viel zu gebrauchen (und Keno auch nicht, da nach vielen weiteren Obstsorten zum Probieren, der Vitaminschock tatsächlich eingetreten war) und da wir beide nicht mehr das Gefühl hatten etwas in der Stadt verpasst zu haben, machten wir uns einen ganz gemütlichen Nachmittag. Abends haben wir sehr lecker (mal wieder waren wir darüber überrascht) Sushi essen und früh ging zu Bett.

Heute Morgen war Keno noch beim Kieferorthopäden (nichts schlimmes, nur am Retainer hatte sich etwas gelöst) was sich jedoch als überaus positive Erfahrung herausstellte. Seiner Aussage war die Praxis sauber und das Personal schien qualifiziert. Nun sitzen wir beide im Bus, dessen Busfahrer Rennfahrer sein sollte. Wie Keno bereits im letzten Blogeintrag geschrieben hat wollen wir nun morgen das Speetboat von Chat Doc nach Phnom Penh nehmen. Wir sind beide sehr gespannt, was für Erlebnisse wir in Kambodscha haben und natürlich werden wir euch auf diesem Wege weiter berichten.smile