22Februar
2020

Oder wie auch immer man diese Stadt schreibt…

Angekommen mit dem Flieger in Kuala Lumpur, galt es den Bus nach Melaka zu erwischen. Nach einigem Chaos am Flughafen und einer zweifelhaften Kommunikationspolitik des Busanbieters vor Ort bekamen wir unseren Bus und fuhren dann Richtung Süden zur Weltkulturerbestadt Melaka. Diese Busfahrt entwickelte sich zu einem gewissen Wechselbad der Gefühle. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt die Zeit zu nutzen, um die verbliebenen 1,5 – 2 Wochen unserer Reise zu planen. Langkawi als paradiesische Insel hatte uns sehr euphorisch gestimmt, weshalb wir nochmal Inselfeeling erleben wollten. Auch Tauchen wollten wir nochmal. Wir sondierten eine schöne Insel an der südlichen Ostküste von Malaysia aus. Nach Melaka wollten wir also die Halbinsel mit dem Bus durchqueren, dann die Fähre auf die Insel nehmen und dort ein paar schöne Tage verbringen. Tauchen sollte auf der Insel ab Anfang Februar auch möglich sein. Alle Faktoren schienen erfüllt und geblendet von der bis dato fantastischen Infrastruktur in Malaysia buchten wir drauflos: Zuerst reservierten wir ein Hotel auf der Insel und wollten dann die Transportmittel buchen. Daran sollte es dann scheitern… Zuerst fanden wir uns auf der Website des Fähranbieters nicht zurecht (dort war von ausgebuchten Verbindungen die Rede), dann beschlich uns immer mehr der Verdacht dass die Uhrzeiten auch ungünstig wären am Anreisetag, schließlich hätten wir an selbigen auch noch ca. 5 Stunden Bus fahren müssen (unnötig zu erwähnen, dass die Busverbindungen auch sehr rar gesät waren). Entmutigt schrieben wir eine Email an den Fähranbieter und kurz darauf kam die Rückmeldung, die unsere weitere Planung massiv beeinflussen sollte: Aufgrund des Monsuns würde die Fähre eine Woche lang nicht verkehren. Damit war die gesamte Region für uns nicht mehr erreichbar und unter diesen Bedingungen wäre natürlich auch nicht ans Tauchen zu denken gewesen. Schleunigst kontaktierten wir das gebuchte, aber nun unerreichbare Hotel und stornierten das Zimmer. Nun galt es umzudisponieren: wir entschieden uns beim Check-In in Malaka direkt eine Nacht dranzuhängen. Auch für unseren letzten Aufenthalt in Singapur buchten wir noch eine Nacht hinzu. Dazwischen werden wir noch 2 Nächte in Muar (eine vermutlich eher unspektakuläre Stadt an der Westküste) und in Johor Bahru (der Grenzstadt zu Singapur) verbringen. Diese Stadtaufenthalte substituieren nun das ausbleibende Inselerlebnis an der Ostküste – aber umso glücklicher sind wir über die tolle Zeit die wir auf Langkawi hatten! Nun waren wir in Melaka angekommen und nach all der Organisation war es auch schon Abend geworden, sodass wir nach einem kurzen Spaziergang schnell etwas zu Essen auftrieben. Eine Beobachtung war, dass eine gewisse Uneinigkeit über die Schreibweise des Ortes herrschte. Wir sahen folgende Konstellationen: Melacca, Malacca, Melaka, Melakka, Malaka, Malakka, Mellacca… Wie es wirklich heißt? Tja, dass wissen wir beide bis heute noch nicht…  

Der nächste Tag stand dann voll im Zeichen des Sightseeings. Wir schlenderten durch die Gassen der Altstadt, die bezüglich der Population sehr chinesisch geprägt war. Auch die architektonischen Highlights der Stadt lagen auf unserer Route. Melaka hat sowohl eine portugiesische als auch eine niederländische und zuletzt eine britische Kolonialvergangenheit. Die führt zu einem bizarren Architekturmix: So gibt es zum Beispiel das „A Famosa“ – eine portugiesische Kirche aus dem Jahre 1512 (eines der ältesten europäischen Bauwerke in Asien überhaupt), direkt daneben das „Stadthuys“ aus der niederländischen Zeit (ca. 1670) und wiederum dort daneben die „Chruch of St. Francis“ (ca. 1850). Gleichwohl gibt es aber auch buddhistische Tempel (wegen der vielen Menschen vor Ort mit chinesischen Wurzeln) aber auch Moscheen – denn wie bereits beschrieben ist der Islam ja Staatsreligion in Malaysia. All das führt zu einem bunten und durchaus sehenswerten Mix, wie wir beide fanden. Das größte touristische Klientel war allerdings eher älterer und kultivierter Natur - ich fand die meisten wirkten wie pensionierte Kunst- und Religionslehrer. Batikkleider, Brillenbänder und bunte sackartige Hosen wo man nur hinsah. Wir besichtigten eine Moschee (ich war wieder mit einer prächtigen, sackartigen Hose bekleidet, Conni mit einem wallenden Gewand und mit Kopftuch um den Kleidungsanforderungen zu entsprechen) und verbrachten einige Zeit in den angenehm kühlen Malls vor Ort. So kam ich dann auch zu meinem dringend nötigen Haarschnitt und auch ein Besuch beim Kieferorthopäden war möglich (mein Draht hinter den Zähnen hatte sich mal wieder gelöst…). Abends wollten wir unsere knurrenden Mägen mit malaysischer Kost füllen, gerieten aber zu einem als malayisch getarnten Inder – die Folge: unfassbar scharfes Nasi Lemak, welches Conni und mir beiden zu schaffen machte. 

Der folgende Tag wurde, aufgrund unserer Neuplanung, nun ebenfalls in Melaka verbracht. Wir ließen uns in einem Thai-Massagesalon verwöhnen (wo das weibliche Personal mit wildem Gekicher meine offenbar ungewöhnliche Körpergröße bestaunte) und verbrachten einen sehr entspannten Tag. Abends trieben wir noch ein Schachspiel auf, denn Conni hatte Ambitionen bekannt, dieses Spiel zu erlernen. So saßen wir abends am Fluss, tranken ein Bier und Conni und ich konnten uns beim Schach messen – ich musste bezüglich der Regeln auch nicht bei Null anfangen und Conni konnte mir schon im zweiten Spiel ein Remis abringen. Nun sitzen wir im Bus nach Muar, der Ort der eine Zwischenstation nach Johor Bahru ist, bevor wir dann nach in Singapur einreisen. Wir sind gespannt was uns in der nächsten – touristisch eher unerschlossenen – Destination erwartet und werden natürlich wie gewohnt berichten!