19Februar
2020

The Diversity of Asia

Dieser Blogeintrag entsteht im Gegensatz zu den vorherigen Einträgen mal nicht auf der Straße, sondern auf dem Wasser. Wir befinden uns auf der Personenfähre von Penang auf die Insel Langkawi, ganz im Norden von der malaiischen Westküste. 

Penang, oder auch Georgetown genannt, war die vorige Station welche wir vor circa einer Stunde verlassen haben. Der Slogan der Stadt lautet „The diversity of Asia“ – ein Motto welches passender nicht sein könnte. Nach unserer Ankunft vorgestern, bezogen wir unser Hotel in der Altstadt des Ortes. Georgetown selber hat ca. 200000 Einwohner, im Ballungsgebiet leben aber über eine halbe Million Menschen. Die Altstadt gefiel uns ausgesprochen gut und wir waren sofort motiviert nachdem wir das Gepäck im Hotelzimmer geparkt hatten, diese näher zu erkunden. Die Altstadt ist ein UNESCO Weltkulturerbe, aufgrund ihrer ganzheitlichen und sehr gut erhaltenen britischen Kolonialarchitektur. Wir schlenderten los und stellten schnell fest, dass Penang eine riesige chinesische Population hat. So haben etwa 80% der Einwohner einen chinesischen Hintergrund. Dies zeigte sich in den typischen Lampions, buddhistischen Tempeln und natürlich auch anhand des kulinarischen Angebots. Wir genossen es durch die schmalen Straßen zu schlendern, Street Art zu betrachten und die vielen kulturellen Einflüsse auf uns wirken zu lassen. So gab es im Zentrum der Altstadt ein Little India – einige Straßenzüge die gänzlich der indischen und pakistanischen Bevölkerung vorbehalten schienen. Hier gab es auch hinduistische Tempel. Nur ein paar Ecken weiter gab es dann wieder Moscheen und die Einflüsse des Islam warem zu sehen (der ja wie im Artikel zuvor beschrieben Staatsreligion von Malaysia ist). Dann gab es aber auch die erwähnten chinesischen Straßenzüge und nicht zuletzt natürlich die britische Architektur, die alledem einen Rahmen gab. So durfte auch eine weißgetünchte Kirche in dem Stadtbild nicht fehlen. Wir schlenderten weiter zum Hafen und bestaunten den dortigen Leuchtturm und das Fort Cornwallis. Beides Bauwerke die unzweifelhaft aus der britischen Kolonialzeit stammten, genauso wie das Gebäude der East India Trading Company. Die hohe Diversität des Ortes beeindruckte uns wieder sehr! Als der Abend näher rückte, verschlug es uns nach dieser ersten ausführlichen Ortsbegehung erneut ins Hotel. Die unfassbare Hitze, gepaart mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, verlangte einfach das Einlegen einer Pause. Diese nutzen wir um unsere weitere Reise zu Planen, Flüge, Busse und Hotels zu buchen. Auch unser anstehendes Tauchvorhaben auf Langkawi brachten wir unter Dach und Fach. Nach derartigen Organisationsanstrengungen mussten natürlich unsere Mägen gefüllt werden und so fanden wir schnell ein einfaches Restaurant um die Ecke des Hotels wo wir ein leckeres malaiisches Abendessen zu uns nahmen. 

Der Folgetag war unser einziger vollständiger Tag vor Ort. Wir fuhren mit dem Bus zum Fuße des Penang Hills. Dort ging es dann mit der Zahnradbahn (natürlich importiert aus der Schweiz) auf ca. 2000 Meter Höhe. Dort genossen wir das herrliche Panorama über die Stadt und machten uns dann an den Abstieg in die Stadt. Wir wanderten einige Stunden durch den Dschungel und sahen faszinierende Riesenameisen, bunte Schmetterlinge (sehr zu Connis Freude) und Vögel. Unsere Zeit im Grünen entpuppte sich aber hitzebedingt als höchst anstrengend und wir waren froh am Nachmittag den ??? Tempel zu besichtigen. Dieser gigantische Tempel (der über eine eigene Zahnradbahn verfügt um auf dem Gelände von A nach B zu gelangen) schien ganz dem chinesischen Publikum vorbehalten zu sein. So aßen wir dann auch eine Kleinigkeit am Nachmittag in einem chinesischen Restaurant, welches vom Interieur her an das kommunistische China der 1990er Jahre erinnerte. Gestärkt erkundeten wir das Tempelareal, welches ein Potpourri der Kuriositäten bereithielt. So gab es neben einer gigantischen Statue noch eine Pagoda und diverse – sehr kitschige Räumlichkeiten. Überall wurde Ramsch und touristischer Nippes verkauft. Wir verließen das Gelände gegen Abend und ließen selbigen dann mit leckerem Sushi ausklingen (ja, ich kann von mir behaupten an den Valentinstag gedacht zu haben ;)). Nach dem Restaurantbesuch freuten wir uns auf die langersehnte Dusche und das Bett. Allerdings hatte unsere Unterkunft mit einem kompletten Stromausfall zu kämpfen. Man hatte uns jedoch glücklicherweise in dem benachbarten Guesthouse einquartiert, sodass wir dort die Nacht verbringen konnten. Denn eine Nacht ohne Klimaanlage war schlicht unmöglich durchzustehen, bei den wahnwitzigen Temperaturen in Penang.

Heute gilt es dann Fazit zu ziehen: Erneut zeigten sich in Penang Auswirkungen des Corona-Virus dahingehend, dass keine chinesischen Touristen vor Ort waren. Diese scheinen sonst ganz klar die Szenerie zu bestimmen und alle Attraktionen zu überlaufen. Für uns (ja, es klingt sehr zynisch) war dieser Umstand nicht unangenehm, denn so hatten wir nie Wartezeiten oder überlaufene Orte während unseres Aufenthalts. Und was bleibt noch im Kopf? Penang bzw. Georgetown ist im besten Sinne ein unglaublich diverser Ort mit einer tollen kulturellen Vielfalt, wie wir sie so selten erlebt haben. Wir beide sind uns einig: Eine tolle und stets besuchswerte Destination in Malaysia!