04Februar
2020

Unsere Erwartungen werden erfüllt

3 Tage in Nong Khiaw sind nun vorbei und wieder einmal haben wir sehr viel erlebt und gesehen. Nun sitzen wir in einem rasant fahrenden Minibus und eine 7stündige Fahrt nach Vang Vieng liegt vor uns. Aber nun nochmal von vorne: Wir beginnen mit der Ankunft nach einer 3stündigen Fahrt von Luang Prabang. Nach einer relativ entspannten Fahrt erreichten wir den Ort und konnten nach 800 Meter Fußweg in unser Hotel einchecken. Das Hotel war einfach wundervoll gelegen. Direkt am Nam Ou River hatte man eine traumhafte Aussicht auf den Regenwald und Bananenpalmen. Bunte Schiffchen fuhren im Fluss an unserem Hotel vorbei und das Zwitschern der Vögel war schon vom weiten zu hören. Nong Khiaw selber ist ein kleines Dorf, welches jedoch in letzter Zeit von einer steigenden Anzahl an Individualtouristen besucht wird. Also genau das Richtige für uns beide. Auch wurden unsere Erwartungen an Laos schon in den ersten Stunden weiter erfüllt. Uns beiden wurde schnell klar, dass wir die Schweiz Asiens verlassen hatten und uns nun auf den Spuren des „wahren“ Laos befanden.

Aufgrund einer sehr rasanten Fahrweise im letzten Minivan wurde mein Schreibfluss unterbrochen und das Schreiben des Blogeintrages auf 2 Tage später vertagt. Nun sitzen wir erneut in einem Van auf dem Weg nach Vientiane und ich hoffe das ich den Blogeintrag bei einer humaneren Fahrweise beenden kann. Wo waren wir stehen geblieben? Nach Ankunft in Nong Khiaw am Vormittag überlegten wir wie wir den restlichen Tag verbringen wollten. Keno hatte im Vorbeigehen ein Schild gesehen welches eine Bootstour am Abend mit Beendigung beim Sonnenuntergang anbot. Unsere romantischen Seiten empfanden diese Tour als eine sehr gute Idee und so stiegen wir nach einer Rundtour des Dorfes und einer Stärkung mit Pad Thai und Fried Rice in ein kleines , längliches Bötchen welches von einem älteren Mann gelenkt wurde. Begeistert stellten wir fest, dass wir unser kleines wirklich sehr authentisches Privatboot hatten. Wir schipperten los entlang einer traumhaften Natur. Der Norden Laos ist durchaus bergig und die Vegetation ist dschungelartig. Die Flüsse haben uns an die Fjorde Norwegens erinnert, von Bergen umgeben und in der Natur eingebettet. Eine Stunde lang fuhren wir in einer Traumkulisse vorbei an weiteren Bötchen und „Schweinskühen“ (Kenos und meine Unwissenheit bezüglich des Tiernamens sorgte für eine Benennung unsererseits welche dadurch zu begründen war, dass die Tiere wie eine Mischung aus Kühe und Schweine aussahen). Dann legten wir plötzlich an und nach einem kurzen Fußmarsch irgendwo im Norden Laos befanden wir uns in einem Dorf. Ohne jeglichen Luxus wie Wasser und Strom lebten die Leute in einfachen Bambushütten mit, wie wir von außen beobachten konnten, einzig allein mit Bambusmatten auf dem Boden. Hunde und Hühner rannten frei durch die Gegend und von einer Gesundheitsversorgung war man weit entfernt. Uns viel es sehr schwer die Eindrücke zu verarbeiten. Auf der einen Seite war es natürlich interessant diese glücklicherweise ganz andere Lebensweise zu sehen, auf der anderen Seite kamen wir uns wie Eindringlinge vor, die vor Ort nichts zu suchen hatten. Erleichtert stiegen wir deshalb nach einem kurzen Rundgang erneut ins Boot und schipperten zurück zum Dorf. Der Rückweg stellte sich aufgrund der doch betretenen Stimmung und einer eintretenden Kälte als weniger romantisch dar als gedacht, trotzdem sind wir dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben. 

Der nächste Tag begann zwar relativ früh (mit unserem frühen Zubettgehen und unserem frühen Aufstehen haben wir ein gewisses Rentnerdasein entwickelt :D), doch wurde der Vormittag mit der Planung unserer Weiterreise verbracht. Wir buchten Hotels und Flüge (wohin es geht werdet ihr wahrscheinlich schon im übernächsten Blogeintrag erfahren) und eine detaillierte Sondierung benötigte eine gewisse Zeit. Somit starteten wir erst mittags in den Tag und wir steuerten einen ViewPoint an, der uns am vergangenen Tag schon positiv ins Auge gefallen ist. Doch relativ unwissend zahlten wir die ca. 1,20 Euro Eintritt und starteten wir voller Motivation. Das dieser Programmpunkt wirklich den gesamten Tag in Anspruch nahm wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir wanderten (manchmal auch eher kletterten) inmitten von Wäldern und einer Art Dschungel. Der Weg war mit Brücken und Leitern wirklich gut angelegt doch anstrengender als gedacht. Nach ca. einer Stunde erreichten wir das: „You are already half Way“ Schild, welches ich völlig verzweifelt betrachtete. War ich doch zu diesem Zeitpunkt schon völlig fertig. Doch tapfer ging es weiter bergauf und zwar musste Keno mich am Ende fast Hochprügeln (das würde er natürlich nie machen ;)) erreichten wir nach 2 Stunden endlos fertig den ViewPoint. Und die Aussicht war wirklich gigantisch! Unwissend hatten wir den höchsten Aussichtspunkt angelaufen und konnten das gesamte Dorf, das Umland und den Verlauf des Flusses betrachten. Nach einer ausführlichen Pause in der das Siegerfoto natürlich nicht fehlen durfte wagten wir den Abstieg. Dieser benötigte eine Menge Konzentration und der kleinste Fehltritt könnte schmerzhafte Auswirkungen haben. Und plötzlich passierte es, dass unter einem kleinen Fehltritt Keno’s Bein in einer Grube steckte. Doch einen Schreckensmoment später stellte sich glücklicherweise heraus, dass der Schutzengel über uns wachte und alles relativ gut , abgesehen von ein paar blauen Flecken und Schürfungen, ausgegangen. Kurz danach erreichten wir das Ende des Weges und wir ließen den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Doch das Restaurant, auch wenn es das scheinbar beste und teuerste vor Ort war, (für deutsche Verhältnisse aber immer noch sehr günstig) stellte sich am nächsten Tag als keine gute Wahl heraus. War meine Lebensmittelvergiftung schon ausgeklungen traf es Keno an diesem Tage volle Breitseite. Am Morgen ging es ihm jedoch noch relativ gut, weshalb wir uns noch einen Roller liehen um die Gegend zu erkunden. Zumindest ich konnte dabei die wirklich höchst traumhafte Natur genießen. Vorbei ging es an kleinen Dörfern, manche aus Bambus, andere aus Stein und lange Strecken sahen wir nichts anderes außer einen fabelhaften Ausblick und eine traumhafte Vegetation Die Infrastruktur war noch nicht ausgeprägt, denn ganz im Norden Laos gibt es eine Straße, welche ein Gastgeschenk der Chinesen aus vergangener Zeit darstellt. Dieser Straße folgten wir 2,5 Stunden hin und in einem etwas größeren Dorf drehten wir nach meinem Verzehr einer Nudelsuppe um und fuhren zurück. Der Zustand von Keno verschlechterte sich währenddessen immer weiter, sodass ich die meiste Strecke zurückfuhr und auch meinen Spaß am Rollerfahren entdeckte. Gegen 15:00 Uhr erreichten wir glücklicherweise das Hotel und den Rest des Tages verbrachte Keno im Bett und ich lesend auf der Terrasse. 

Glücklicherweise war am nächsten Tag eine deutliche Besserung zu verspüren, sodass wir uns auf die oben erwähnte Fahrt nach Vang Vieng machten. Fahren hier wirklich alle Fahrer grauenhaft (auch der Wagen in dem wir gerade sitzen fährt bei schlechten Straßen gefühlte 30 km/h zu schnell), war diese 7 stündige Fahrt wirklich der Horror. Gegen 6:00 erreichten wir dann auch endlich unsere Zieldestination und die Erkundung Vang Viengs konnte losgehen…

P.S.: Unser aktueller Fahrer nach Vientiane hat ebenfalls Benzin im Blut! Jetzt heißt es durchhalten, aber immerhin ist der Blogeintrag irgendwie fertig geworden.