24Februar
2020

Wir verlassen Muar als neugeborene Karaokestars

Nach einer höchst unspektakulären Busfahrt von 1,5 Stunden sind wir in Muar angekommen, nahmen ein Grab zum MUO Resort (auch hier verheißt der Name Resort viel zu viel, es erwartete uns ein einfaches Hotelzimmer) und checkten in aller Ruhe in unser Zimmer ein. Wie zumeist wurde zuerst einmal die Umgebung des Hotels ausgecheckt. Hatten wir schon vor Ankunft gelesen, dass es einen hoteleigenen kleinen Streichelzoo gab, waren wir bei Begehung schockiert über die sehr schlechten Bedingungen mit denen die Tiere leben müssen. Hasen in sehr kleinen Käfigen, Fische in einem fast umgekippten Teich und Rehe in einem unfassbar kleinen Außenbereich. Nur die Terrasse die schön im Areal eingebettet war konnte uns überzeugen. Nach Beendigung des Rundgangs waren wir voller Motivation uns die paar Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Und so stapften wir los immer entlang der Straße, von fußgängerfreundlichen Wegen ist Malaysia leider noch weit entfernt. Doch plötzlich geschah es: Ich entdeckte eine riesige Echse, fast schon Drachenartig, in dem Kanal am Straßenrand. Voller Überraschung versuchte ich Keno mit einem lauten Aufschrei darauf aufmerksam zu machen. Doch nicht nur Keno wurde davon aufgeschreckt, auch das Tier erschrak sich und rannte, man könnte doch eher watschelte sagen, den Kanal entlang. Glücklicherweise erspähte nun auch Keno dieses individuelle Geschöpf und identifizierte es als einen Waran. Der Versuch das Wesen auf Video aufzunehmen scheiterte leider daran, dass es voller Angst vor uns beiden ein von uns unbemerktes Schlupfloch fand. Doch wir beide waren von der Sichtung dieses seltenen Tieres voller Euphorie und setzten Beschwingt und mit Blick auf den Kanal (in der Hoffnung noch einen Waran zu erspähen) unseren Weg fort. Nach einigen Minuten kamen wir am Tanjung Emas, einer Art Freizeitzentrum, an. Anhand der vielen argwöhnischen jedoch sehr interessierten Blicke bemerkten wir schnell, dass Touristen in dieser Stadt wohl eher eine Seltenheit sind. So waren die einzigen Touristen welchen wir an diesem Tag begegneten ein älteres Ehepaar die mit uns auch schon im Bus hergefahren sind. Wir sahen Austernfisher die ihrer Arbeit nachgingen und sehr viele Einheimische, die ihr Wochenende am Fluss verbrachten. Unser Rundgang führte uns entlang der Promenade an der Sultan Ibrahim Jamek Moschee vorbei zur Wetex Parade. Dabei handelt es sich laut Internet um ein großes Einkaufszentrum in der Stadt. Nach Betreten wurde uns jedoch klar, dass es sich dabei um eine Übertreibung handelt, war es ein verhältnismäßig kleines Shoppingparadies welches wir in einer halben Stunde besichtigt hatten. Doch oben angekommen erwartete uns eine Überraschung: Die Safari KTV Bar. Begeistert buchten wir uns für sehr kleines Geld (keine 5 Euro für eine Stunde) einen Raum und eine neue Leidenschaft von uns beiden wurde geweckt. Wir grölten zu Wonderwall, Angels, u.s.w. ins Mikrofon und vollkommen euphorisiert von dieser Leidenschaft verließen wir, voller Überraschung wie schnell doch die Zeit vergangen ist, nach einer Stunde das Gebäude. Das Abendessen nahmen wir in einer authentischen Bude mit roten Plastickstühlen zu uns und das Nasi Lemak schmeckte neben dem Cheeseroti mal wieder ausgezeichnet.

Der nächste Tag war ungewohnt chaotisch. War unsere erste Idee am Morgen mit dem Bus einen Nationalpark zu besuchen und ein wenig wandern zu gehen, stellte sich heraus, dass aufgrund mangelnder Infrastruktur diese Option leider nicht möglich war. Auch der anschließende Versuch einen Leihwagen für einen Tag zu mieten stellte sich nach einem Besuch des Büros, wo wir dann vor verschlossener Tür standen, als keine wahrnehmbare Möglichkeit heraus. Was sollen wir jetzt nur tun? Nach weiteren Minuten des Recherchierens entschieden wir uns mit dem Grab zum Paret Jawa zu fahren. Gesagt getan. Kurz nach unserer Überlegung ging es los und wir waren nach Ankunft begeistert von der Atmosphäre die uns dort erwartete. Im Hafen lagen viele einfache Fischerboote und einfache Restaurants waren in einer Vielzahl vorhanden. Wir schlenderten durch die Gegend und stärkten uns mit einem „The O“ in einen der Restaurants. Doch war unser Plan nicht zu 100% durchdacht. Nach einigen Versuchen stellte sich heraus, dass es unmöglich war ein Grab soweit außerhalb der Stadt zu rufen und auch von einem Taxi war weit und breit keine Sicht. So hatten wir den genialen Einfall uns in einem Guesthouse Hilfe zu suchen und machten uns auf den Weg. Angekommen liefen wir aufgrund der Verlassenheit des Ortes erneut in eine Sackgasse. Verwildert lag ein ehemalig doch sehr schönes Hotel vor uns. Uns blieb also keine andere Wahl: Wir liefen los Richtung Muar mit der Hoffnung in die Reichweite der Grab App zu gelangen. In der Hitze stellte sich der Weg entlang der Straße nicht gerade als ein Highlight unserer Reise dar doch glücklicherweise erspähten wir nach ca. 3-4 km ein Taxi. War der Fahrer momentan noch auf einem Familienausflug bot er uns an seine Familie abzusetzen und uns dann in die Stadt zu fahren. Glücklich atmeten wir auf und stärkten uns nach erfolgter Ankunft erst einmal bei Mc Donalds mit einem Nasi Lemak. Da wir noch ganz angetan von unseren Karaokekünsten des Vortages waren entschieden wir uns aufgrund der doch etwas eingeschränkten Anzahl an Sehenswürdigkeiten zum KTV zurückzukehren. Zwei Stunden trällerten wir uns die Seele aus dem Leib und stolz können wir beide sagen: Es wurden während dieser zwei Stunden wirklich zwei neue Karaokestars geboren. Den Abend ließen wir nach einem Abendessen im Innenhof inmitten des „Tierparks“ bei Schach und UNO Flip ausklingen.

Am nächsten Tag fand auch schon unsere Weiterreise nach Johor Bahru statt. Drei Stunden fuhren wir nach einem miserablen Frühstück mit dem Bus und erreichten unseren Zielort gegen Mittag. Auch diese Destination war durch und durch untouristisch und wir waren gespannt was uns an diesem Grenzort erwarten sollte.